Nach einer nicht genehmigten Versammlung an der historischen Bergfestung Citadelle Laferrière im Norden Haitis ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 25 gestiegen. Ausgelöst wurde das Unglück am Samstag, den 11. April 2026, durch einen massiven Andrang junger Menschen, die einem Aufruf eines TikTok-Influencers gefolgt waren. Die örtlichen Behörden korrigierten die Opferzahl nach ersten Überprüfungen der Polizei leicht nach unten, während Dutzende Verletzte weiterhin in Krankenhäusern behandelt werden.
Opferbilanz
Mindestens 25 Personen starben bei einer Massenpanik an der Festung Citadelle Laferrière, darunter zahlreiche Jugendliche.
Auslöser Influencer-Event
Ein unautorisiertes Treffen, beworben vom TikTok-Influencer Dopefresh, lockte Tausende zur historischen Stätte.
Hergang des Unglücks
Heftiger Regen und nur ein geöffnetes Tor führten in engen Gängen zu einer tödlichen Enge und anschließender Panik.
Bei einer Massenpanik an der Festung Citadelle Laferrière im Norden Haitis sind am Samstag, den 12. April 2026, mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Auslöser war eine nicht genehmigte Versammlung, die von einem TikTok-Influencer beworben wurde und eine außergewöhnlich große Menschenmenge zu der historischen Stätte auf dem Berggipfel lockte. Die Stadtverwaltung von Cap-Haïtien korrigierte eine frühere Bilanz von 30 auf 25 Todesopfer, nachdem die Haitianische Nationalpolizei erste Überprüfungen abgeschlossen hatte, obgleich die Obduktionen am Sonntag noch andauerten. Mindestens 30 Personen befanden sich am Sonntag noch im Krankenhaus, und einige Leichen der Opfer verblieben zunächst am Unglücksort. Das Büro von Premierminister Alix Didier Fils-Aimé drückte tiefes Bedauern aus und erklärte, dass alle zuständigen Behörden mobilisiert worden seien, um den Betroffenen und ihren Familien beizustehen. Ein Aufruf auf TikTok lockte Tausende zur FestungDas Gedränge wurde durch ein Treffen junger Menschen ausgelöst, das über soziale Medien organisiert und insbesondere auf TikTok von einem als Dopefresh bekannten Influencer beworben worden war. Dieser hatte seinen Hunderttausenden Followern Transport, Getränke und ein Unterhaltungsprogramm versprochen. Viele Teilnehmer trafen bereits vor der offiziellen Öffnungszeit an der Citadelle ein und überfluteten das Gelände seit den frühen Morgenstunden. Laut dem Nachrichtenportal AyiboPost war die Versammlung von der Gemeinde Milot nicht genehmigt worden. Als heftiger Regen einsetzte, drängte die dicht gedrängte Menge gleichzeitig zu den engen Eingängen der Festung, wobei einige versuchten zu gehen, während andere hineinwollten. Berichten von AyiboPost zufolge, die von der Neuen Zürcher Zeitung und SRF News zitiert wurden, war zu diesem Zeitpunkt nur ein Eingangstor geöffnet, was zu einer massiven Überfüllung in Korridoren führte, die von Zeugen als tunnelartig beschrieben wurden. Es kam zu Handgemengen, die eine regelrechte Massenpanik auslösten, in deren Verlauf Menschen niedergetrampelt wurden. Dopefresh wies jede Verantwortung für den Vorfall von sich.„„Während einige Leute gehen wollten, versuchten andere hereinzukommen. Die Menschen begannen zu drängeln. Einige stürzten, und andere traten auf sie. Infolgedessen starben einige Menschen an Erstickung.“” — Emmanuel Ménard via The New York TimesDie Stadtbehörden von Cap-Haïtien beschrieben den Vorfall als Folge von „zahlreichen Fällen von Erstickung, Zertrampeln und Bewusstlosigkeit“ und gaben an, dass Dutzende Besucher in Krankenhäuser gebracht wurden, während andere als vermisst gemeldet wurden. Unter den Opfern befinden sich Kinder auf SchulausflügenUnter den Getöteten waren viele Jugendliche und Kinder, einige im Alter von etwa 12 Jahren, so der Miami Herald unter Berufung auf die Neue Zürcher Zeitung. Die Stätte war ein beliebtes Ziel für Schulausflüge; mindestens ein Opfer hatte sich den Platz für die Exkursion durch besondere schulische Leistungen verdient. Donaldson Jean, dessen Schwester bei der Massenpanik ums Leben kam, berichtete, wie intensiv sie gelernt hatte, um sich für ein Programm für Spitzenreiter zu qualifizieren.„„Tag und Nacht hat sie für das Programm gelernt. Sie kam und bat mich vor dem Abendessen um Hilfe bei den Hausaufgaben. Sehen Sie nur, wie ich sie verloren habe.“” — Donaldson Jean via The IndependentKultur- und Kommunikationsminister Emmanuel Ménard bestätigte, dass die Opfer durch Erstickung und Zertrampeln starben, und erklärte, dass alle Besuche der Citadelle Laferrière bis auf Weiteres ausgesetzt seien. Mindestens 13 Leichen befanden sich laut Ménard noch direkt an der Festung, während 17 weitere in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht wurden. Die haitianische Nationalpolizei leitete eine formelle Untersuchung ein und bat die Öffentlichkeit, während der laufenden Ermittlungen keine Gerüchte zu verbreiten. UNESCO-Welterbe mit tiefer Bedeutung für die haitianische IdentitätDie Citadelle Laferrière ist eines der bekanntesten nationalen Symbole Haitis und findet sich auf der Währung, auf Briefmarken und in der Tourismuswerbung des Landes wieder.Die Citadelle Laferrière wurde im frühen 19. Jahrhundert von Henri Christophe, dem ersten und am längsten amtierenden König von Haiti, in den Jahren nach der erfolgreichen haitianischen Revolution gegen die französische Kolonialherrschaft erbaut. Christophe gab die Festung als Verteidigungsanlage in Auftrag, um die neu unabhängige Nation vor einer möglichen Rückkehr der Franzosen zu schützen, und ließ sie auf dem Gipfel des Berges Bonnet à l'Evêque in der nördlichen Gemeinde Milot errichten. Die Stätte wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt und zieht seit langem große Besucherströme an, insbesondere zur Osterzeit, wenn es für Haitianer Tradition ist, eine Pilgerreise zur Festung zu unternehmen.Die Anlage befindet sich in einer der stabilsten Regionen Haitis unweit der Stadt Cap-Haïtien, die sowohl einheimische Touristen als auch Mitglieder der haitianischen Diaspora anzieht. Die Tragödie löste Trauer und Enttäuschung bei Haitianern im Ausland aus, von denen viele ein Versagen des Crowd-Managements vor Ort beklagten. Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf, während die genauen Umstände der Massenpanik weiter untersucht werden.25 (bestätigte Todesfälle) — korrigierte offizielle Opferzahl nach polizeilicher ÜberprüfungMassenpanik an der Citadelle Laferrière — April 2026: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Alix Didier Fils-Aimé — Pełniący obowiązki premiera Haiti od 2024 roku i obecny lider kraju
- Emmanuel Ménard — Minister Kultury i Komunikacji Haiti
- Wesner Joseph — Burmistrz Milot
- Henri Christophe — Kluczowy przywódca rewolucji haitańskiej i jedyny monarcha Królestwa Haiti
Sources: 39 articles
- Estampida en fortaleza de Haití deja al menos 30 muertos (The New York Times)
- A stampede at a Haitian mountaintop fortress kills at least 25 people and injures dozens (The Independent)
- 25 Tote: Tragödie bei Massenpanik an Haitis Zitadelle Laferrière (Neue Zürcher Zeitung)
- Stampede at Haiti's Citadelle Laferrière Mars a Haitian Source of Pride (The New York Times)
- S-au călcat la propriu în picioare: 25 de morți la un eveniment tradițional în Haiti (Mediafax.ro)
- At least 30 feared dead in crush at Haitian tourist site (BBC)
- Mindestens 30 Tote bei Ausflugsziel auf Haiti (Süddeutsche Zeitung)
- Historische Zitadelle - Haiti: 30 Tote bei Massenpanik nach Tiktok-Aufruf (SRF News)
- At least 30 dead in stampede at Haiti's historic Citadelle Laferriere (Al Jazeera Online)
- Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel auf Haiti (Süddeutsche Zeitung)