Die 86-jährige Marie-Thérèse aus Nantes wurde Anfang April 2026 von der US-Einwanderungsbehörde ICE in Anniston, Alabama, festgenommen. Nach dem plötzlichen Tod ihres US-amerikanischen Ehemanns im Januar blieb ihr Aufenthaltsstatus ungeklärt. Derzeit wird sie in einer Hafteinrichtung in Louisiana festgehalten, während die französische Diplomatie interveniert.

Festnahme einer 86-Jährigen

Die Französin Marie-Thérèse wurde trotz ihres Alters und laufenden Green-Card-Verfahrens in den USA inhaftiert.

Diplomatische Intervention

Das französische Außenministerium und das Konsulat in Atlanta bemühen sich um ihre Freilassung und Rückkehr nach Frankreich.

Gesundheitsrisiken

Aufgrund von Herz- und Wirbelsäulenbeschwerden befürchtet die Familie, dass sie die Haftbedingungen nicht lange überlebt.

Politischer Kontext

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer verschärften Abschiebestrategie unter der Trump-Regierung.

Die 86-jährige Französin Marie-Thérèse, ursprünglich aus Nantes, wurde Anfang April 2026 von der U.S. Immigration and Customs Enforcement in Anniston, Alabama, festgenommen und befindet sich derzeit in einer Einwanderungshafteinrichtung in Louisiana. Marie-Thérèse war in die Vereinigten Staaten gezogen, nachdem sie Billy geheiratet hatte, einen US-Veteranen, den sie in den 1960er Jahren an der NATO-Basis in Saint-Nazaire kennengelernt hatte, wo sie als Sekretärin tätig war. Das Paar fand 2010 wieder zueinander, begann 2022 nach dem Tod beider Ehepartner eine Beziehung und heiratete 2025. Billy verstarb im Januar 2026 plötzlich, wodurch der Aufenthaltsstatus von Marie-Thérèse ungeklärt blieb, während ihr Antrag auf eine Green Card noch bearbeitet wurde. Ihr Sohn gab gegenüber der französischen Zeitung Ouest-France an, dass Beamte sie an Händen und Füßen gefesselt hätten, wie die BBC berichtete. Heimatschutzministerium führt Visumsüberschreitung an; Familie verweist auf laufendes VerfahrenDas US-Heimatschutzministerium (DHS), dem die ICE untersteht, teilte der BBC mit, dass eine namentlich mit Marie-Thérèse übereinstimmende Person im Juni 2024 eingereist sei und die zulässige Dauer ihres 90-Tage-Visums überschritten habe. Eine weitere von Digi24 zitierte Quelle nannte Juni 2023 als Einreisedatum – diese widersprüchlichen Angaben sind bisher nicht offiziell geklärt. Ihr Sohn betonte, sie habe zum Zeitpunkt der Festnahme aktiv auf ihre Green Card gewartet, ein Verfahren, das sie mit der Heirat eines US-Staatsbürgers eingeleitet hatte. Die Festnahme erfolgte einen Tag vor einer geplanten Gerichtsverhandlung wegen eines Erbstreits mit Billys Sohn, der Marie-Thérèse laut ihrem leiblichen Sohn bedroht und ihr Wasser, Strom sowie Internet abgestellt haben soll. Mehrere Quellen weisen darauf hin, dass es keine bestätigten Belege dafür gibt, dass eine Beschwerde von Billys Sohn die ICE-Festnahme ausgelöst hat. Nachbarn hatten die Kinder der Frau verständigt, nachdem die Beamten sie abgeführt hatten.„Sie fesselten sie an Händen und Füßen wie eine gefährliche Kriminelle.” — Sohn von Marie-Thérèse gegenüber Ouest-FranceMarie-Thérèse und Billy: Wichtige Stationen: — ; — ; — ; — ; — ; — ; — Französische Diplomatie schaltet sich ein; Sorge um GesundheitszustandDas französische Außenministerium und das Konsulat in Atlanta sind in den Fall involviert; Marie-Thérèse wurde bereits von konsularischen Vertretern besucht, wie ihr Sohn gegenüber französischen Medien bestätigte. Die Sorge der Familie gilt vor allem ihrer körperlichen Verfassung: Sie leidet an Herz- und Wirbelsäulenproblemen. Ihr Sohn warnte, sie werde unter den Bedingungen der Haft keinen Monat überleben. Er bezeichnete sie als „Kämpferin“, die sich zwar wacker halte, betonte jedoch die schwere Belastung durch die Situation.„Unsere Priorität ist es, sie aus dieser Hafteinrichtung herauszuholen und nach Frankreich zurückzubringen. Aufgrund ihres Gesundheitszustands wird sie einen Monat unter solchen Bedingungen nicht überstehen.” — Sohn von Marie-Thérèse gegenüber Ouest-FranceDie Familie strebt ihre Freilassung und Repatriierung nach Frankreich an, statt weitere juristische Schritte in den USA zu verfolgen. Der Sohn schilderte die Erlebnisse als surreal.„Es ist wie in einem schlechten Film. Jeden Morgen wache ich auf und sage mir, dass das alles nicht wahr ist, dass es nur ein Albtraum war.” — Sohn von Marie-Thérèse gegenüber Novinky Fall im Kontext verschärfter US-AbschiebebemühungenDie Inhaftierung von Marie-Thérèse erregt auch deshalb Aufmerksamkeit, weil sie in die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump fällt. In dieser übernimmt die ICE laut BBC eine zentrale Rolle bei der Umsetzung einer Initiative zur Massenabschiebung. Der Fall gilt als ungewöhnlich für eine einwanderungsrechtliche Maßnahme: Eine ältere Europäerin ohne Vorstrafen, die nach dem Tod ihres Mannes auf eine Green Card wartet. Der Erbstreit mit Billys Sohn verleiht dem Fall zusätzliche Komplexität, wobei Quellen hervorheben, dass kein direkter Zusammenhang zwischen diesem Konflikt und dem Einschreiten der ICE belegt ist. Marie-Thérèses Sohn sagte gegenüber Ouest-France, Billy sei ein „charmanter, liebenswürdiger Mann“ gewesen; das Paar sei „wie Teenager“ verliebt gewesen – eine Verbindung, die sechs Jahrzehnte der Trennung überdauerte, bevor sie nun in einer Hafteinrichtung in Louisiana endet.Die NATO-Präsenz in französischen Häfen während des Kalten Krieges führte zu zahlreichen Kontakten zwischen US-Soldaten und der lokalen Bevölkerung. Frankreich beherbergte US- und NATO-Streitkräfte bis 1966, als Präsident Charles de Gaulle das Land aus den integrierten Kommandostrukturen des Bündnisses zurückzog – im selben Jahr kehrte Billy in die USA zurück. Das US-Einwanderungsrecht erlaubt ausländischen Ehepartnern von US-Bürgern grundsätzlich die Beantragung eines dauerhaften Wohnsitzes; verstirbt der antragstellende Partner jedoch vor Ausstellung der Green Card, kann dies zu einer rechtlich prekären Lage führen.

Mentioned People

  • Marie-Thérèse — 86-letnia obywatelka Francji zatrzymana przez ICE

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