Ein Achtklässler hat am Mittwoch an einer Mittelschule in der südosttürkischen Provinz Kahramanmaraş das Feuer eröffnet und dabei neun Menschen getötet. Unter den Opfern befinden sich acht Schüler und eine Lehrkraft; 13 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Es handelt sich um den folgenschwersten Vorfall dieser Art in der Türkei seit Jahren.

Neun Todesopfer in Kahramanmaraş

Ein Schüler der achten Klasse tötete bei einem Amoklauf acht Mitschüler und eine Lehrkraft.

Waffen aus Familienbesitz

Der Täter nutzte fünf Dienstwaffen seines Vaters, eines ehemaligen Polizeiinspektors der Stadtverwaltung.

Zweiter Vorfall binnen 48 Stunden

Bereits am Vortag gab es eine Schießerei in der Provinz Şanlıurfa mit 16 Verletzten.

An einer Mittelschule in Kahramanmaraş im Südosten der Türkei hat am Mittwoch ein Schüler das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet – acht Schüler und einen Lehrer. 13 weitere Personen wurden verletzt. Dies stellt die folgenschwerste Schulschießerei dar, die das Land seit Jahren erlebt hat. Der Angriff ereignete sich nur einen Tag nach einem separaten Vorfall an einer Schule in der benachbarten Provinz Şanlıurfa, womit dies das zweite derartige Ereignis in der Türkei innerhalb von zwei Tagen ist. Gouverneur Mükerrem Ünlüer bestätigte die Opferzahlen während einer Pressekonferenz und beschrieb die Szenen innerhalb der Schule als einen Akt wahlloser Gewalt. Innenminister Mustafa Çiftçi, der ebenfalls nach Kahramanmaraş reiste, erklärte in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, dass es sich bei dem Angriff nicht um einen Terrorakt, sondern um einen Vorfall persönlicher Natur handle. Der Schütze, schätzungsweise 13 oder 14 Jahre alt und Schüler der 8. Klasse, starb noch am Tatort. Waffen des Vaters im Rucksack in zwei Klassenzimmer getragenGouverneur Ünlüer teilte Reportern mit, dass der Angreifer mit fünf Schusswaffen und sieben Magazinen in seinem Rucksack in der Schule erschien. Die Behörden gehen davon aus, dass die Waffen seinem Vater gehörten, einem ehemaligen Inspektor der Stadtpolizei von Kahramanmaraş. Der Jugendliche betrat zwei Klassenzimmer, in denen sich etwa zehnjährige Schüler befanden, und feuerte wahllos um sich. Von den 13 Verletzten wurden sechs auf der Intensivstation behandelt, drei davon befinden sich nach Angaben der Behörden in einem kritischen Zustand. Der Schütze starb am Tatort, wobei die genauen Umstände unklar blieben. „„Im Chaos erschoss er sich selbst. Ob es sich dabei um einen Suizidversuch handelte oder nicht, ist unklar“” — Mükerrem Ünlüer via De Standaard Der Vater wurde in der Folge festgenommen, wie die offizielle türkische Nachrichtenagentur Anadolu laut newsORF.at berichtete. Justizminister Akın Gürlek gab auf X bekannt, dass die Staatsanwaltschaft von Kahramanmaraş eine formelle Untersuchung eingeleitet habe. Zweite Schießerei innerhalb von zwei Tagen versetzt Türkei in AlarmbereitschaftDem Angriff in Kahramanmaraş war eine Schießerei am Dienstag an einer Schule in Şanlıurfa vorausgegangen. Dort verletzte ein ehemaliger Schüler 16 (Verletzte) — 16 Personen bei einer Schulschießerei in Şanlıurfa einen Tag zuvor, darunter zehn Schüler, vier Lehrer, einen Polizisten und einen Kantinenmitarbeiter, bevor er Suizid beging, so das Innenministerium. Neun der Verletzten aus dem Angriff in Şanlıurfa befanden sich am Mittwoch noch in Krankenhausbehandlung, als sich der zweite Vorfall ereignete, wie stern.de unter Berufung auf Präsident Recep Tayyip Erdoğan berichtete. Der Parlamentspräsident der Großen Nationalversammlung, Numan Kurtulmuş, drückte der Nation sein Beileid aus. „„Unser Herz blutet. Wir sprechen der gesamten Nation unser Beileid aus“” — Numan Kurtulmuş via stern.de Für Schulen in der gesamten Provinz Kahramanmaraş wurde nach dem Angriff angeordnet, am Donnerstag und Freitag geschlossen zu bleiben. Die türkische Aufsichtsbehörde für audiovisuelle Medien untersagte den Fernsehsendern die Ausstrahlung von Bildern vom Tatort, meldete newsORF.at. Schulschießereien bleiben selten, doch Waffengesetze stehen in der KritikAmokläufe an Schulen werden in verschiedenen Berichten als sehr selten in der Türkei beschrieben. Im Mai 2023 erschoss ein von der Schule verwiesener Schüler einen 74-jährigen Schulleiter an seiner ehemaligen Schule; der Angreifer floh, bevor er festgenommen wurde. Der Vorfall löste landesweite Demonstrationen von tausenden Lehrkräften in Istanbul aus, die bessere Sicherheitsmaßnahmen forderten. Die Türkei hat strenge Waffengesetze, die eine Registrierung, eine Waffenlizenz, einen Nachweis der psychologischen Eignung und eine Hintergrundprüfung voraussetzen, bevor eine Waffe legal geführt werden darf. Die kurz aufeinanderfolgenden Vorfälle haben die Aufmerksamkeit erneut darauf gelenkt, wie Minderjährige innerhalb von Haushalten Zugriff auf legal besessene Waffen erhalten können. Der Vater des Schützen von Kahramanmaraş, ein ehemaliger Munizipalpolizei-Inspektor, musste feststellen, dass sein Sohn die Waffen an sich genommen hatte, ohne dass es Anzeichen für eine Vorwarnung der Behörden gab. Zeugen berichteten lokalen Medien von zahlreichen Schüssen. Aufnahmen der Nachrichtenagentur IHA zeigten, wie eine abgeteckte Leiche in einem Krankenwagen abtransportiert wurde, während sich weinende Eltern vor der Schule versammelten. „„Wir haben keinerlei Informationen. Kinder waren das Ziel“” — unidentifizierter Zeuge via newsORF.at Sowohl der Innenminister als auch der Bildungsminister reisten nach Kahramanmaraş, um den Ort des Geschehens zu besuchen, so newsORF.at.Zwei Schulschießereien in der Türkei, April 2026: — ; — ; —

Mentioned People

  • Mükerrem Ünlüer — Gubernator Kahramanmaraş
  • Mustafa Çiftçi — Minister Spraw Wewnętrznych Turcji
  • Numan Kurtulmuş — Przewodniczący Wielkiego Zgromadzenia Narodowego Turcji
  • Akın Gürlek — Minister Sprawiedliwości Turcji
  • Recep Tayyip Erdoğan — Prezydent Turcji

Sources: 112 articles