Am Samstag, den 11. April, sind irische Polizei- und Militäreinheiten gegen eine fünftägige Blockade der Whitegate-Raffinerie im County Cork vorgegangen. Angesichts einer drohenden Treibstoffversorgungskrise wurde mindestens ein Demonstrant festgenommen, während Spezialfahrzeuge der Verteidigungskräfte zur Räumung schwerer Lastwagen bereitstanden.
Militäreinsatz bei Whitegate
Polizei und Armee beendeten gewaltsam die Blockade der einzigen irischen Ölraffinerie, um die Versorgung zu sichern.
Massive Kraftstoffengpässe
An bis zu 700 Tankstellen ist der Treibstoff ausgegangen, da die Blockaden wichtige Importwege unterbrochen haben.
Wirtschaftliche Warnungen
Die Regierung warnt vor schweren wirtschaftlichen Schäden und bezeichnete die Blockaden während einer globalen Versorgungskrise als unvertretbar.
Entlastungspaket in Vorbereitung
Ein Hilfsprogramm für die Sektoren Transport, Landwirtschaft und Fischerei soll am Sonntag verabschiedet werden.
Irische Polizei- und Militärkräfte haben am Samstag, den 11. April, eingegriffen, um eine fünftägige Blockade der Whitegate-Raffinerie im County Cork zu beenden. Es handelt sich um Irlands einzige Erdölraffinerie, deren Blockierung in weiten Teilen des Landes zu einer Treibstoffkrise geführt hatte, nachdem die Dieselpreise massiv angestiegen waren. Sondereinheiten der Polizei rückten gegen Mittag in die Raffinerie vor, setzten Pfefferspray ein und nahmen mindestens einen Demonstranten fest. Die Verteidigungskräfte hielten militärische Bergefahrzeuge bereit, um schwere Fahrzeuge, die den Zugang blockierten, abzuschleppen. Aufnahmen des staatlichen Rundfunks RTE zeigten, wie Beamte einen Demonstranten von einem Traktor zerrten. Zudem veröffentlichte die Polizei in sozialen Medien Videos eines Konvois von Tankwagen, die das Werksgelände betraten und verließen. Die Proteste, die am Dienstag, den 7. April, begannen, wurden von Spediteuren, Landwirten sowie Taxi- und Busunternehmern getragen. Anlass war ein Anstieg der Dieselpreise um mehr als 20 Prozent seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026. Die Demonstranten blockierten neben der Whitegate-Raffinerie auch zwei Häfen, ein Treibstoffterminal und Hauptverkehrsstraßen in Dublin, Cork und Galway. Sie forderten eine Preisobergrenze für Kraftstoffe sowie Senkungen der Verbrauchs- oder CO2-Steuern. Hunderte Tankstellen ohne Vorräte bei Verschärfung der KriseBis Samstag war an etwa 600 der rund 1.500 irischen Tankstellen der Treibstoff ausgegangen. Dies erklärte Kevin McPartlan, Hauptgeschäftsführer von Fuels for Ireland, und warnte vor einer dramatischen Verschlechterung, sollten die Blockaden bestehen bleiben. Ein separater Bericht von LaSexta bezifferte die Zahl der nicht belieferten Tankstellen auf fast 700 von insgesamt 1.840, während weitere 1.000 den Verkauf einschränkten. Die Whitegate-Raffinerie, die im Besitz von Irving Oil ist, deckt normalerweise etwa 40 Prozent des irischen Bedarfs an Transport- und Heizstoffen und verarbeitet leichtes, schwefelarmes Rohöl aus der Nordsee und Westafrika. Mindestens eine Tankstelle hatte eine Kaufbeschränkung von 50 Euro eingeführt, bevor die Vorräte vollständig erschöpft waren. Die Regierung warnte, dass Rettungsdienste durch die Engpässe gefährdet seien. Irish Rail wies zudem darauf hin, dass Schiffe am Europort Rosslare im County Wexford aufgrund von Kapazitätsproblemen abgewiesen werden könnten. Unabhängig davon blockierten rund 200 Demonstranten zwei Zufahrten zum Hafen von Foynes in Limerick, einem wichtigen Umschlagplatz für Brennstoffe, Tierfutter und Chemikalien, indem sie Lastwagen und Traktoren beidseitig der Hauptstraße postierten.40% (der irischen Kraftstoffversorgung) — Anteil der Whitegate-Raffinerie am Gesamtmarkt Taoiseach bezeichnet Blockade als unvertretbar – Minister warnen vor wirtschaftlicher GefahrTaoiseach Micheál Martin erklärte am Freitag, Irland stehe kurz davor, Öl tanker an seinen Häfen abweisen zu müssen, während weltweit Versorgungsengpässe herrschten. Er bezeichnete die Lage als äußerst ernst.„Es ist unvertretbar und unlogisch, dass Blockaden Irland inmitten einer globalen Versorgungskrise dazu zwingen, lebenswichtige Öllieferungen für internationale Käufer abzuweisen” — Micheál Martin via Bloomberg BusinessGegenüber RTE sprach Martin von einer schwer nachvollziehbaren Situation. Der Tánaiste und Finanzminister Simon Harris warnte, dass die Proteste einen gefährlichen wirtschaftlichen Moment für das Land geschaffen hätten. Die Regierung betonte, bereits zwei Wochen vor Beginn der Proteste Maßnahmen zur Preissenkung eingeleitet zu haben. Dazu gehörten eine vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer, die Ausweitung von Rabatten für das Transportgewerbe und ein Unterstützungsprogramm für einkommensschwache Haushalte. Diese Entlastungen seien jedoch durch den anhaltenden Anstieg der internationalen Preise schnell wirkungslos geworden. Regierungsmitglieder äußerten Frustration darüber, dass die globalen Preissteigerungen auf den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen seien, der die Ölexporte einschränkt. Die heimischen Blockaden seien daher kontraproduktiv für die Interessen der Protestierenden.Die nahe Whitegate im County Cork gelegene Raffinerie wurde 1959 in Betrieb genommen und seither mehrfach modernisiert. Sie verfügt über eine Kapazität von 75.000 Barrel Rohöl pro Tag. Da Irland fast seinen gesamten Bedarf an Kraft- und Brennstoffen importiert, gehört das Land zu den EU-Staaten mit der größten Energieimportabhängigkeit, was die Großhandelspreise sehr anfällig für Schwankungen auf dem Weltmarkt macht. Verkehrsminister lockert Lenkzeiten während Hilfspaket vorbereitet wirdVerkehrsminister Darragh O'Brien führte am Freitag und Samstag Gespräche mit Branchenvertretern, darunter die Irish Road Haulage Association, die Freight Transport Association of Ireland und das Coach Tourism and Transport Council of Ireland. O'Brien genehmigte eine vorübergehende Lockerung der Lenkzeitvorschriften für Transporte von flüssigen Brennstoffen, um die durch die Proteste verursachten Komplikationen abzufedern.„Wir streben eine Einigung an und wollen Unternehmen sowie Bürger in dieser schwierigen Zeit unterstützen, damit der Protest endet” — Darragh O'Brien via Irish IndependentLaut einer Quelle des Irish Independent arbeitet das Verkehrsministerium an einem Plan für ein Unterstützungsprogramm, das Direktzahlungen für Unternehmen in besonders betroffenen Sektoren vorsieht. Während Taoiseach Micheál Martin und Tánaiste Simon Harris am Samstagabend mit weiteren Ministern in Regierungsgebäuden zusammentrafen, wird die Finalisierung des millionenschweren Hilfspakets für die Landwirtschaft, das Transportwesen und die Fischerei erst für Sonntag, den 12. April, erwartet. Vor Ort schilderte ein vom Sender RFI als Eamon identifizierter Landwirt, dass die Dieselpreise in den vergangenen Wochen von 1,70 Euro auf 2,17 Euro pro Liter gestiegen seien. Dies sei der letzte Tropfen für Agrarbetriebe, die während der Aussaatperiode bereits mit Liquiditätsengpässen kämpften.„Landwirte können so nicht länger überleben. Spediteure und Arbeiter ebenso wenig. Die Menschen haben genug, und die irische Bevölkerung steht hinter uns” — Eamon via RFI
Mentioned People
- Micheál Martin — Irlandzki polityk partii Fianna Fáil, pełniący funkcję Taoiseacha (premiera) od stycznia 2025 roku
- Simon Harris — Irlandzki polityk partii Fine Gael, pełniący funkcję Tánaiste (wicepremiera) i ministra finansów od 2025 roku
- Darragh O'Brien — Irlandzki polityk partii Fianna Fáil, minister transportu oraz minister klimatu, energii i środowiska od stycznia 2025 roku
Sources: 49 articles
- Gardaí braced for a storm outside the Dáil today - but the protest quickly fizzled out (TheJournal.ie)
- Irish government loses key rural voice in surprise resignation amid fuel-price fury (POLITICO)
- The Indo Daily - Extra: Michael Healy-Rae resigns as minister as Government face continued fuel crisis fallout (Irish Independent)
- Irish government survives vote of confidence over handling of fuel protests (The Independent)
- Inside Ireland's fuel protests (New Statesman)
- Irish junior minister resigns in protest of government response to fuel protests (Reuters)
- Fuel protests lead to key vote in Irish parliament (BBC)
- Fuel distribution returning to close to normal levels, government's emergency group says (TheJournal.ie)
- Micheal Healy-Rae to resign as junior minister after fuel blockades as TDs to vote on Government confidence motion (Irish Independent)
- Government accused of 'arrogance' as Taoiseach says fuel blockade went too far (TheJournal.ie)