Die CDU hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 gewonnen und damit eine fast 35 Jahre währende SPD-geführte Ära beendet. Spitzenkandidat Gordon Schnieder dürfte neuer Ministerpräsident werden. Für die SPD ist das Ergebnis auch wegen weiterer Verluste auf kommunaler Ebene ein schwerer Rückschlag, während die AfD im Westen einen Höchstwert erreicht.
CDU klar vor der SPD
Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF erreichte die CDU 30,8 bis 30,9 Prozent, die SPD kam nur noch auf 25,8 bis 25,9 Prozent und fiel damit auf einen historischen Tiefstand.
AfD mit Bestwert im Westen
Die AfD kam auf 19,6 bis 19,8 Prozent und erzielte damit ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in einem westdeutschen Bundesland.
Große Koalition gilt als wahrscheinlich
Die CDU käme auf 37 bis 39 Sitze, die SPD auf 31 oder 32. Gemeinsam hätten beide Parteien voraussichtlich eine Zweidrittelmehrheit im Landtag.
SPD-Bundesführung gerät unter Druck
Nach der Niederlage in Rheinland-Pfalz und dem Verlust des Münchner Rathauses mehren sich in der SPD Forderungen nach personellen und inhaltlichen Konsequenzen auf Bundesebene.
Folgen für Berlin im Blick
Kommentatoren sehen im Wahlausgang zwar Rückenwind für Friedrich Merz, zugleich aber ein Risiko für die Stabilität der großen Koalition im Bund wegen der Schwäche der SPD.
Die CDU hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 gewonnen und damit fast 35 Jahre SPD-Regierung in dem westdeutschen Bundesland beendet. Spitzenkandidat Gordon Schnieder dürfte neuer Ministerpräsident werden. Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF von 21:15 Uhr kam die CDU auf 30,8 bis 30,9 Prozent der Stimmen nach 27,7 Prozent im Jahr 2021. Die SPD des amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer fiel auf ein historisches Tief von 25,8 bis 25,9 Prozent zurück. Fünf Jahre zuvor hatte sie noch 35,7 Prozent erreicht. Die AfD mehr als verdoppelte ihren Stimmenanteil auf 19,6 bis 19,8 Prozent und erzielte damit ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in einem westdeutschen Bundesland. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,3 bis 69,5 Prozent nach 64,3 Prozent im Jahr 2021. FDP, Freie Wähler und Die Linke scheiterten jeweils an der Fünf-Prozent-Hürde und ziehen nicht in den Landtag in Mainz ein.
Schnieder feiert den Sieg, Schweitzer schließt Kabinettsposten aus Gordon Schnieder, 50 Jahre alt, Steuerbeamter und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, erklärte den Wahlsieg unter großem Beifall von Anhängern in Mainz. „Die CDU Rheinland-Pfalz ist zurück!” — Gordon Schnieder via Der Tagesspiegel Zugleich forderte Schnieder von der SPD, die als möglicher Partner einer großen Koalition gilt, eine klare politische Neuorientierung. Eine Fortsetzung des bisherigen Kurses könne es nicht geben, sagte er. Den Hochrechnungen zufolge kommt die CDU im Landtag auf 37 bis 39 Sitze, die SPD auf 31 oder 32. Zusammen ergäbe das voraussichtlich eine Zweidrittelmehrheit. Alexander Schweitzer, der das Amt des Ministerpräsidenten im Juli 2024 von der langjährigen Amtsinhaberin Malu Dreyer übernommen hatte, räumte die Niederlage ein und würdigte den Wahlkampf der CDU. „Heute Abend spüren wir Trends, die stark sind und deren Ursachen nicht in Rheinland-Pfalz liegen. Und das sollten wir uns auch immer wieder klarmachen.” — Alexander Schweitzer via Der Tagesspiegel Schweitzer erklärte, er werde keinem von der CDU geführten Kabinett angehören. Er werde seine Aufgaben als Ministerpräsident bis zum letzten Tag seiner Amtszeit wahrnehmen.
SPD nach doppeltem Rückschlag unter Druck bei der Führungsfrage Die Niederlage in Rheinland-Pfalz verschärfte für die SPD einen bereits sehr schwierigen Wahlabend. Nach einem Bericht von N-tv verlor die Partei am selben Tag nach mehr als 40 Jahren auch das Münchner Rathaus. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte in der ARD, die Verantwortung für das Ergebnis liege bei der Bundespartei und nicht bei Schweitzer. Die SPD liege auf Bundesebene seit Monaten nur noch bei rund 15 Prozent in Umfragen und sei zuletzt auf 12 Prozent gefallen. „Es muss jetzt klare Reaktionen geben, wenn man nicht tatenlos beim Niedergang der SPD zusehen will. Die Parteiführung hat bislang keine ausreichenden Antworten gefunden — die Vorsitzenden machen Regierungsarbeit, aber es fehlt völlig an einem Aufbruchsgefühl oder einer überzeugenden Erzählung für die SPD.” — Philipp Türmer via stern.de Philipp Türmer, der Vorsitzende der Jusos, richtete seine Kritik unmittelbar an die SPD-Bundesführung. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner bezeichnete die Lage der Partei auf der Plattform X als „lebensgefährlich“ und warnte, ein „Weiter so“ sei nach einer „Serie erschütternder SPD-Niederlagen“ keine Option mehr. Besonders bedenklich sei, dass die Partei selbst dort scheitere, wo sie mit einem „starken und beliebten“ Spitzenkandidaten und mit einer Regierungsbilanz antrete. 35 (years) — Die SPD stellte die Regierung in Rheinland-Pfalz vor der Niederlage am Sonntag 35 Jahre lang
CDU gewinnt Rückenwind im Bund, doch die Stabilität der Koalition gerät in den Blick Der Wahlsieg in Rheinland-Pfalz verschaffte Bundeskanzler Friedrich Merz und der CDU auch auf Bundesebene Rückenwind. Er kam zwei Wochen nach dem knapperen Ergebnis in Baden-Württemberg, wo die Grünen vor der CDU lagen. CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn sagte im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin, das Resultat „gibt Rückenwind im Bund“. Zugleich verwiesen Analysten und Kommentatoren darauf, dass die Schwäche der SPD ein unmittelbares Risiko für die Stabilität der großen Koalition in Berlin darstelle. Das Handelsblatt sprach von einem „Pyrrhussieg“ für Merz und argumentierte, größere Reformvorhaben dürften mit einer SPD in einer existenziellen Krise schwerer durchzusetzen sein. Ein Kommentar der Tagesschau verwies darauf, dass Merz und SPD-Chef Lars Klingbeil ein belastbares Arbeitsverhältnis aufgebaut hätten, Klingbeil nun aber deutlich geschwächt sei. Das Ziel der CDU, gleichzeitig zehn Ministerpräsidenten zu stellen, blieb damit außer Reichweite. Nach dem Wahlzyklus im Frühjahr dürfte die Zahl bei neun liegen. Rheinland-Pfalz wird seit 1991 von der SPD regiert. Zu den prägenden Ministerpräsidenten der vergangenen mehr als drei Jahrzehnte zählen Rudolf Scharping, Kurt Beck und Malu Dreyer. Historisch ist das Land zudem eng mit dem früheren CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl verbunden, der dort geboren wurde. Die FDP war in den vergangenen zehn Jahren vor der Abstimmung am Sonntag Teil einer Dreierkoalition aus SPD, Grünen und FDP.
Mentioned People
- Friedrich Merz — 10. kanclerz Republiki Federalnej Niemiec od 6 maja 2025 r. oraz federalny przewodniczący CDU
- Gordon Schnieder — przewodniczący CDU w Nadrenii-Palatynacie i główny kandydat partii w wyborach krajowych w 2026 r.
- Alexander Schweitzer — premier Nadrenii-Palatynatu od 10 lipca 2024 r.
- Malu Dreyer — była premier Nadrenii-Palatynatu w latach 2013–2024
- Philipp Türmer — federalny przewodniczący Jusos, młodzieżowej organizacji SPD, od 17 listopada 2023 r.
- Ralf Stegner — poseł SPD do niemieckiego Bundestagu od 26 października 2021 r.
- Dirk Nockemann — przewodniczący AfD w Hamburgu
Sources: 69 articles
- Wahlabend in Rheinland-Pfalz: Ein höflicher Sieger (ZEIT ONLINE)
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