Dominik Krause von den Grünen hat die Münchner Oberbürgermeister-Stichwahl am 22. März 2026 gewonnen. Mit 56,4 Prozent setzte er sich gegen Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD durch, der auf 43,6 Prozent kam. Damit endet in der bayerischen Landeshauptstadt nach 42 Jahren eine ununterbrochene SPD-geführte Phase.
Krause gewinnt in München
Dominik Krause von den Grünen siegt in der Stichwahl mit 56,4 Prozent gegen Dieter Reiter und wird erster grüner Oberbürgermeister Münchens.
SPD-Serie endet nach 42 Jahren
Mit der Niederlage Reiters endet in der bayerischen Landeshauptstadt eine 42 Jahre andauernde ununterbrochene SPD-Herrschaft.
FC-Bayern-Affäre belastete Reiter
Vor der Stichwahl wurde bekannt, dass Reiter Zahlungen des FC Bayern für ein Beiratsmandat ohne erforderliche Zustimmung des Stadtrats erhalten hatte.
Krause setzt auf Wohnungsbau
Der 35-Jährige versprach 50.000 neue Wohnungen und will ab Montag, 23. März, erste Sondierungsgespräche beginnen, zunächst mit der SPD.
Weitere SPD-Rückschläge am 22. März
Auch in Rheinland-Pfalz verlor die SPD die Macht. In Nürnberg gewann die CSU, in Augsburg dagegen setzte sich die SPD durch.
Dominik Krause von den Grünen hat die Münchner Oberbürgermeister-Stichwahl am 22. März 2026 gewonnen. Er setzte sich gegen den Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD mit 56,4 Prozent der Stimmen durch, Reiter kam auf 43,6 Prozent. Damit endet in der bayerischen Landeshauptstadt nach 42 Jahren eine ununterbrochene sozialdemokratische Führung. Krause, bislang Zweiter Bürgermeister Münchens, wird damit der erste Politiker der Grünen an der Spitze der Stadt. Reiter, 67, räumte seine Niederlage bereits am frühen Abend ein, noch bevor alle Stimmen ausgezählt waren, und kündigte das sofortige Ende seiner politischen Laufbahn an. Bayerische Medien bezeichneten das Ergebnis als Sensation, weil Reiter lange als klarer Favorit der Wahl gegolten hatte. Krause feierte den Ausgang bei der Wahlparty der Grünen, wo ihn Anhänger mit Sprechchören und dem Oktoberfestlied „Bella Napoli“ empfingen.
„"I screwed it up, it's my fault."” (Ich habe es vermasselt, es ist meine Schuld.) — Dieter Reiter via Bayerischer Rundfunk
„"We showed what politics can look like. Many thanks to Dieter Reiter."” (Wir haben gezeigt, wie Politik aussehen kann. Vielen Dank an Dieter Reiter.) — Dominik Krause via ZEIT ONLINE
München wird seit 1948 fast durchgehend von Sozialdemokraten regiert. Die einzige Ausnahme waren die Jahre 1978 bis 1984, als der CSU-Politiker Erich Kiesl das Amt des Oberbürgermeisters innehatte. Reiter war erstmals 2014 zum Oberbürgermeister gewählt worden und 2020 im Amt bestätigt worden. Damals erhielt er im ersten Wahlgang 47,9 Prozent und in der Stichwahl 71,7 Prozent. Die Grünen sind in den vergangenen Jahren zu einer prägenden Kraft der deutschen Großstadtpolitik geworden, besonders in großen Städten mit jüngerer und gut ausgebildeter Wählerschaft.
Zahlungsaffäre um den FC Bayern belastete Reiters Wahlkampf Der Wendepunkt des Rennens kam wenige Wochen vor der Stichwahl. Damals wurde bekannt, dass Reiter vom FC Bayern München Zahlungen für einen Sitz im Verwaltungsbeirat des Klubs erhalten hatte, ohne dafür die erforderliche Zustimmung des Münchner Stadtrats einzuholen. Nach Angaben des Stern hatte Reiter die Einnahmen aus dieser Funktion nicht angegeben. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks handelte es sich um eine Aufwandsentschädigung von 10.000 Euro je Halbjahr, die seit Ende 2021 gezahlt worden sei. Reiter entschuldigte sich und legte sowohl sein Amt im Verwaltungsbeirat als auch ein Aufsichtsratsmandat nieder, das er erst kurz zuvor übernommen hatte. Die Folgen für seinen Wahlkampf waren erheblich: Im ersten Wahlgang am 8. März erhielt er nur 35,6 Prozent der Stimmen, obwohl Prognosen vor der Wahl bei rund 45 Prozent gelegen hatten. Krause lag mit 29,5 Prozent dicht dahinter. Der Bayerische Rundfunk wies darauf hin, dass Krause unter den Wählern, die ihre Stimme im ersten Wahlgang erst am Wahltag selbst abgaben und nicht bereits per Briefwahl vor dem breiten Bekanntwerden der Affäre, schon vor Reiter gelegen habe. Reiters Wahlspruch „München. Reiter. Passt.“ stand damit sinnbildlich für eine Kandidatur, die stärker auf den Amtsinhaber selbst als auf inhaltliche Angebote setzte. Diesen Gegensatz nutzte Krause mit einem themenorientierten Wahlkampf.
Munich Mayoral Race — First Round vs. Runoff: Dominik Krause (Greens) (before: 29.5% (March 8 first round), after: 56.4% (March 22 runoff)); Dieter Reiter (SPD) (before: 35.6% (March 8 first round), after: 43.6% (March 22 runoff))
Krause verspricht 50.000 Wohnungen, Sondierungen beginnen am Montag Krause, 35, stellte bezahlbares Wohnen und die hohen Mieten in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs. Diese Themen prägen München seit langem, eine der teuersten Städte Deutschlands. Er versprach 50.000 neue Wohnungen und trat mit dem Slogan „Weil mehr drin ist“ an. Damit inszenierte er sich als Vertreter eines Wechsels gegenüber dem, was er als Stillstand im Rathaus bezeichnete. In der Wahlnacht sagte er der Deutschen Presse-Agentur, Koalitionsverhandlungen seien bis zum Ausgang der Stichwahl zurückgestellt worden. Die Vorbereitungen für Sondierungsgespräche sollten am Montag, 23. März, beginnen, zunächst mit der SPD. Während des gesamten Wahlkampfs gab sich Krause bewusst nicht konfrontativ. Die Welt berichtete, er habe seinen Auftritt bei der Siegesfeier der Grünen verzögert, weil er noch Kurznachrichten mit dem unterlegenen Reiter ausgetauscht habe. Seine Wahl hat zudem symbolische Bedeutung: Krause lebt offen homosexuell. Als erster grüner Oberbürgermeister Münchens wird er auch als erster das Oktoberfest eröffnen und das erste Fass als Mitglied der Grünen anzapfen. Clemens Baumgärtner von der CSU, der im ersten Wahlgang den dritten Platz belegt und vor der Stichwahl Reiter unterstützt hatte, signalisierte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung Offenheit für eine Zusammenarbeit mit Krauses Partei.
SPD erleidet weiteren Rückschlag, auch Rheinland-Pfalz geht verloren Das Münchner Ergebnis war für die SPD am 22. März nicht der einzige Rückschlag. Im Land Rheinland-Pfalz gewann die CDU die Landtagswahl und beendete damit dort mehr als drei Jahrzehnte ununterbrochener SPD-Führung seit 1991. In Nürnbergs, der zweitgrößten Stadt Bayerns, verteidigte Amtsinhaber Marcus König von der CSU sein Amt mit 55,5 Prozent gegen den SPD-Herausforderer Nasser Ahmed, der 44,5 Prozent erhielt. In Augsburg verzeichnete die SPD dagegen einen Erfolg: Florian Freund besiegte die Amtsinhaberin Eva Weber von der CSU mit 56,6 Prozent. Das Ergebnis wurde als Überraschung gewertet, weil Weber nach dem ersten Wahlgang noch deutlich geführt hatte. In ganz Bayern entschieden die Wählerinnen und Wähler am Sonntag in mehr als 250 Kommunen über das Bürgermeisteramt und in 29 Landkreisen über die Landratsspitze. Für die Münchner SPD markiert der Verlust des Oberbürgermeisteramts in der Landeshauptstadt, ihrer stärksten städtischen Bastion in Bayern, einen historischen Tiefpunkt. Hinzu kommt, dass die SPD im Bayerischen Landtag bereits nur noch 17 Sitze hält und dort die kleinste Partei ist.
Dominik Krause (Greens) — Munich: 56.4, Marcus König (CSU) — Nuremberg: 55.5, Florian Freund (SPD) — Augsburg: 56.6
Mentioned People
- Dominik Krause — Niemiecki polityk samorządowy (Sojusz 90/Zieloni) i drugi burmistrz Monachium, który wygrał drugą turę wyborów 22 marca 2026 roku
- Dieter Reiter — Niemiecki polityk samorządowy (SPD) i nadburmistrz Monachium do czasu porażki w drugiej turze wyborów w 2026 roku
- Clemens Baumgärtner — Polityk CSU i były kandydat na burmistrza, który poparł Reitera przed drugą turą
- Marcus König — Urzędujący burmistrz Norymbergi z CSU, który utrzymał stanowisko
- Eva Weber — Urzędująca burmistrz Augsburga z CSU, która przegrała w drugiej turze
- Florian Freund — Kandydat SPD, który wygrał wybory burmistrza w Augsburgu
Sources: 43 articles
- Grüne siegen in München: "Es ist der helle Wahnsinn" (stern.de)
- OB-Stichwahl in München: "Ich hab's verbockt" - ein bitterer Abend für Dieter Reiter und die München-SPD (Süddeutsche Zeitung)
- OB-Stichwahl 2026 in München: Prosecco und Polonaise - wie Dominik Krause und die Grünen in der Muffathalle feiern (Süddeutsche Zeitung)
- Krause will direkt in die Koalitionsverhandlungen starten (Süddeutsche Zeitung)
- München: Dominik Krause neuer Oberbürgermeister (Süddeutsche Zeitung)
- Stichwahl: München bekommt erstmals einen grünen Oberbürgermeister (Handelsblatt)
- Krause will direkt in die Koalitionsverhandlungen starten (stern.de)
- Historischer Einschnitt für die SPD: Grünen-Politiker Dominik Krause erobert Münchner OB-Posten (Der Tagesspiegel)
- OB-Stichwahl in München: Baumgärtner für grün-schwarz - die Reaktionen aus der Stadtpolitik (Süddeutsche Zeitung)
- OB-Wahl in München: Krause besiegt Reiter (Frankfurter Allgemeine)