Das linke Lager hat in der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen 2026 seine Hochburgen Paris, Marseille und Lyon verteidigt. In Nizza setzte sich dagegen Éric Ciotti überraschend gegen Amtsinhaber Christian Estrosi durch. Der frühere Premierminister François Bayrou verlor zudem sein Amt als Bürgermeister von Pau.
Linke verteidigt große Metropolen
Das linke Lager behielt in der zweiten Runde der Kommunalwahlen 2026 die Rathäuser von Paris, Marseille und Lyon.
Grégoire gewinnt in Paris deutlich
Emmanuel Grégoire siegte in Paris mit 53,1 Prozent vor Rachida Dati mit 38,1 Prozent und Sophia Chikirou mit 8,9 bis 9,9 Prozent je nach Quelle.
Nizza fällt an Éric Ciotti
In Nizza setzte sich Éric Ciotti mit 47,7 Prozent gegen Amtsinhaber Christian Estrosi mit 37,4 Prozent durch.
Bayrou verliert in Pau
François Bayrou unterlag in Pau Jérôme Marbot von der vereinigten Linken mit 41,14 zu 42,45 Prozent.
RN ohne Durchbruch in Metropolen
Das Rassemblement National gewann in mittelgroßen Städten hinzu, scheiterte aber in den großen Metropolen.
Frankreichs linkes Lager hat in der zweiten Runde der Kommunalwahlen 2026 die Kontrolle über Paris, Marseille und Lyon behauptet. Die Rechte erzielte zugleich in Nizza einen beachteten Erfolg. Der frühere Premierminister François Bayrou verlor in Pau sein Bürgermeisteramt. In Paris gewann der Sozialist Emmanuel Grégoire mit 53,1 Prozent der Stimmen. Er setzte sich gegen die Kandidatin der Les Républicains, Rachida Dati, durch, die 38,1 Prozent erhielt, sowie gegen die Kandidatin von La France Insoumise, Sophia Chikirou, die je nach Quelle auf etwa 8,9 bis 9,9 Prozent kam. Grégoire war erster Stellvertreter der scheidenden Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse fuhr er mit dem Fahrrad quer durch die Stadt zum Hôtel de Ville und wurde unterwegs von Anhängern begrüßt. Die Beteiligung in der zweiten Runde wurde laut RTBF auf 57 bis 57,5 Prozent geschätzt. Das war mehr als bei der Wahl 2020 mit 41,86 Prozent, die durch die Covid-19-Pandemie beeinträchtigt war, blieb aber unter dem Wert von 62,13 Prozent aus dem Jahr 2014.
Grégoire fährt mit dem Rad zum Sieg, Dati räumt Niederlage ein Grégoire deutete seinen Erfolg als Bestätigung der politischen Identität von Paris. „Paris a décidé de rester fidèle à son histoire.” (Paris hat beschlossen, seiner Geschichte treu zu bleiben.) — Emmanuel Grégoire via ANSA Er sprach von „dem Sieg einer bestimmten Idee von Paris: ein lebendiges Paris, ein fortschrittliches Paris, ein Paris der Arbeiterschichten, ein Paris für alle“ und kündigte an, „Menschen zusammenzubringen“. Dati, frühere Kulturministerin unter Präsident Emmanuel Macron und langjährige Vertreterin der Les Républicains, erkannte das Ergebnis in einer kurzen Rede an. „Es ist mir nicht gelungen, genügend Menschen davon zu überzeugen, dass Veränderung nicht nur möglich, sondern vor allem notwendig war.” — Rachida Dati via ANSA Dati sprach vom „Gift der Spaltung“ und verwies auf „Tiefschläge“ im Wahlkampf. Zugleich erinnerte sie daran, dass Pierre-Yves Bournazel von Horizons-Renaissance und Sarah Knafo von Reconquête ihre Listen nach der ersten Runde zurückgezogen hätten, um sie zu unterstützen, was jedoch nicht ausreichte. Die scheidende Bürgermeisterin Anne Hidalgo begrüßte das Ergebnis vor dem Rathaus mit den Worten: „Sechs Jahre lang wurde uns gesagt, dass es unmöglich sei, dass Frau Dati verliert.“
Emmanuel Grégoire (PS): 53.1, Rachida Dati (LR): 38.1, Sophia Chikirou (LFI): 8.9
Ciotti verdrängt Estrosi in Nizza, Bayrou verliert Pau Das auffälligste Ergebnis außerhalb von Paris kam aus Nizza. Dort besiegte Éric Ciotti, Vorsitzender der Union des droites pour la République, den amtierenden Bürgermeister Christian Estrosi mit 47,7 Prozent der Stimmen gegenüber 37,4 Prozent für Estrosi. Ciotti galt einst als politischer Ziehsohn Estrosis, was der Niederlage besonderes Gewicht verleiht. Nach Angaben von La Libre.be wertete die Agentur Bloomberg Ciottis Sieg als einen „entscheidenden Wahlerfolg“ für die extreme Rechte. Ciotti verkörpere eine Strategie der Vereinigung der traditionellen Rechten und der extremen Rechten, die auch RN-Präsident Jordan Bardella mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 verfolge. In Pau scheiterte François Bayrou, der dem Personenregister zufolge von Dezember 2024 bis September 2025 Premierminister war, mit dem Versuch der Wiederwahl. Er unterlag Jérôme Marbot von der vereinigten Linken mit 41,14 Prozent zu 42,45 Prozent. „Es ist ein schwieriger Abend für uns. Ich fürchte, es ist auch ein komplizierter Abend für unsere Stadt. Aber so funktioniert die Demokratie.” — François Bayrou via La Libre.be Die Niederlage reiht sich in mehrere Rückschläge für Bayrou ein, der das Amt des Premierministers bereits vor der Wahl verlassen hatte.
Éric Ciotti (UDR): 47.7, Christian Estrosi (Horizons): 37.4
Linke behauptet Lyon und Marseille, RN scheitert in Großstädten In Lyon wurde der amtierende grüne Bürgermeister Grégory Doucet mit 52,4 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er besiegte Jean-Michel Aulas, den früheren Präsidenten des Fußballclubs Olympique Lyonnais, der 47,6 Prozent erhielt. In Umfragen vor der Wahl war Aulas als aussichtsreicher Herausforderer dargestellt worden, doch schon nach der ersten Runde hatte er nicht in Führung gelegen. In Marseille wurde Amtsinhaber Benoît Payan laut L'Opinion mit 53 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Auf den dem Rassemblement National nahestehenden Abgeordneten Frank Allisio entfielen 41,5 Prozent. Das Rassemblement National legte in Städten mittlerer Größe in ganz Frankreich zu, schaffte aber in keiner der großen Metropolen den Durchbruch. RN-Präsident Jordan Bardella erklärte, die Ergebnisse bedeuteten „den größten Erfolg in der gesamten Geschichte“ seiner Partei, obwohl sie keine der größten Städte des Landes gewann. Le Monde schrieb, das Gesamtbild zeige eine gestärkte Linke in den Metropolen, eine gefestigte Rechte in mittelgroßen Städten und sowohl LFI als auch RN unterhalb der Durchbrüche, die beide nach der ersten Runde erwartet hatten.
Emmanuel Grégoire — Paris (PS): 53.1, Benoît Payan — Marseille (Left): 53, Grégory Doucet — Lyon (Greens): 52.4, Éric Ciotti — Nice (UDR): 47.7
Die französischen Kommunalwahlen finden alle sechs Jahre statt und entscheiden über die Bürgermeister sowie die Gemeinderäte der mehr als 35.000 Gemeinden des Landes. Die Wahl 2020 wurde wegen der Covid-19-Pandemie unter außergewöhnlichen Bedingungen abgehalten; die zweite Runde wurde von März auf Juni 2020 verschoben, was zu einer historisch niedrigen Beteiligung von 41,86 Prozent führte. Paris wird seit 2001 ohne Unterbrechung von linken Bürgermeistern regiert, als Bertrand Delanoë erstmals gewählt wurde. Die Wahlen von 2026 galten weithin als politisches Barometer im Vorfeld der für 2027 angesetzten französischen Präsidentschaftswahl.
Mentioned People
- Emmanuel Grégoire — Członek Partii Socjalistycznej i były pierwszy zastępca mera Paryża
- Rachida Dati — Francuska polityczka i sędzia, była rzeczniczka Nicolasa Sarkozy’ego
- Benoît Payan — Francuski polityk i mer Marsylii
- Eric Ciotti — Przewodniczący Union of the Right for the Republic (UDR) i deputowany z departamentu Alpy Nadmorskie
- François Bayrou — Były premier Francji od grudnia 2024 do września 2025 roku
- Anne Hidalgo — Ustępująca mer Paryża
- Christian Estrosi — Ustępujący mer Nicei i członek Horizons
- Grégory Doucet — Zielony mer Lyonu
- Sophia Chikirou — Członkini La France Insoumise (LFI)
Sources: 134 articles
- En images - Résultats municipales : Qui a été élu dans les 12 plus grandes ... (20minutes)
- Municipales 2026 : avec Benoît Payan, la mairie de Marseille reste ancrée à gauche, le RN repoussé au large (Le Parisien)
- Municipales 2026 : le RN se pose en vainqueur du scrutin (SudOuest.fr)
- VIDÉO. Municipales 2026 : les grands perdants du second tour des élections (Ouest France)
- Municipales 2026. Le Havre : les réactions des trois candidats après la victoire d'Edouard Philippe (Ouest France)
- ENTRETIEN. Résultats municipales 2026 : " Le RN et LFI se heurtent à leur plafond de verre ", analyse ce politologue (Ouest France)
- Municipales 2026 : contre toute attente, Arcueil reste écologiste (Le Parisien)
- Municipales 2026 : le RN échoue à conquérir de nouvelles métropoles mais décroche des villes moyennes (LesEchos.fr)
- Résultats municipales 2026 : à Nancy, le maire sortant Mathieu Klein réélu avec 49,68% des voix (Le Figaro.fr)
- Municipales en France : et sur la photo finish, c'est la droite qui gagne (Le Soir)