Eine von Pakistan vermittelte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht unmittelbar nach ihrer Bekanntgabe vor dem Scheitern. Massive israelische Luftangriffe auf den Libanon mit mindestens 254 Toten führten am Mittwoch zu schweren diplomatischen Verwerfungen über die Reichweite des Abkommens. Während Washington die Vereinbarung auf den direkten Konflikt mit Teheran begrenzt sieht, fordern der Iran und Libanon die Einbeziehung der Hisbollah-Front.

Fragile Waffenruhe

Die von Pakistan vermittelte Kampfpause zwischen den USA und dem Iran wird durch massive israelische Angriffe im Libanon bedroht.

Unstimmigkeit über Geltungsbereich

Washington sieht die Ruhe auf direkte Angriffe zwischen USA und Iran beschränkt, Teheran fordert Einbeziehung des Libanon.

Hohe Opferzahlen

Israelische Luftschläge töteten laut Zivilschutz mindestens 254 Menschen im Libanon, davon 91 allein in Beirut.

Blockade der Straße von Hormus

Berichte über eine Schließung der strategischen Meerenge für Öltanker belasten die globalen Energiemärkte.

Eine fragile zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die unter Vermittlung Pakistans zustande kam und am späten Dienstag von Präsident Donald Trump bekannt gegeben wurde, geriet am Mittwoch unter erheblichen Druck. Zuvor hatte Israel nach eigenen Angaben seinen größten koordinierten Angriff auf den Libanon gestartet, bei dem nach Angaben des libanesischen Zivilschutzes mindestens 254 Menschen getötet und mehr als 1.100 verwundet wurden. Das israelische Militär gab an, in einem zehnminütigen Einsatz mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstützpunkte der Hisbollah in Beirut, der Bekaa-Ebene, dem Libanongebirge, Sidon und Dörfern im Südlibanon angegriffen zu haben. Die höchste Zahl an Todesopfern innerhalb eines Tages im Israel-Hisbollah-Konflikt verzeichnete allein Beirut mit 91 Toten laut libanesischem Zivilschutz. Die Angriffe legten eine grundlegende Meinungsverschiedenheit über den Kern der Waffenruhe offen: Die Vereinigten Staaten und Israel betonen, dass der Waffenstillstand nur den direkten US-iranischen Konflikt abdeckt. Hingegen halten der Iran, der Libanon und Pakistan als Vermittler daran fest, dass die Vereinbarung auch den Libanon einschließen sollte. Die für Samstag in Pakistan geplanten Friedensgespräche sind nun ungewiss, da der Iran signalisierte, der Konferenz fernzubleiben.

Vance bezeichnet Libanon-Streit als „legitimes Missverständnis“ US-Vizepräsident JD Vance, der die amerikanische Delegation bei den Gesprächen in Pakistan leiten soll, erklärte gegenüber Reportern in Budapest, der Iran habe den Umfang der Vereinbarung falsch interpretiert. „„Ich denke, die Iraner glaubten, dass die Waffenruhe den Libanon einschließe, was jedoch nicht der Fall war. Wir haben dieses Versprechen nie gegeben.“” — JD Vance via TheJournal.ie Vance bezeichnete die Unstimmigkeit als ein „legitimes Missverständnis“ und warnte, dass ein Bruch des Waffenstillstands durch den Iran „ernsthafte Konsequenzen“ nach sich ziehen könne, fügte jedoch hinzu, dass dies letztlich „deren Entscheidung“ sei. Präsident Trump bestätigte separat gegenüber der Presse, dass der Libanon nicht Teil des Deals sei, was er mit der Rolle der Hisbollah begründete. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel habe den „Finger am Abzug“ und sei jederzeit bereit, die Kämpfe vollumfänglich wieder aufzunehmen. Die Waffenruhe sei „nicht das Ende“ der israelischen Militärkampagne gegen den Iran, sondern ein „Zwischenstopp auf dem Weg zur Erreichung all unserer Ziele“. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz betonte, Israel habe darauf bestanden, den Krieg gegen den Iran von den Kämpfen im Libanon zu trennen, um die Realität im Libanon zu verändern. Der libanesische Premierminister Nawaf Salam warf Israel die Tötung unbewaffneter Zivilisten vor und rief für Donnerstag einen Staatstrauertag aus. 254 (Getötete) — Opfer laut libanesischem Zivilschutz nach den Angriffen vom 8. April

Iran droht mit Rückzug von den Gesprächen in Pakistan Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der die Delegation aus Teheran voraussichtlich gemeinsam mit Außenminister Abbas Araghchi leiten wird, bezeichnete die Fortsetzung der Verhandlungen unter den aktuellen Bedingungen als „unangemessen“. „„In einer solchen Situation waren eine bilaterale Waffenruhe oder Verhandlungen unangemessen.“” — Mohammad Bagher Ghalibaf via RTE.ie Ghalibaf warf den Vereinigten Staaten vor, den iranischen Rahmenplan in drei Punkten verletzt zu haben: durch die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum und die Verweigerung von Anreicherungsrechten. Auf der Plattform X schrieb er, die verhandelbare Basis sei bereits vor Beginn der Gespräche offen verletzt worden. Außenminister Abbas Araghchi erklärte, Washington müsse sich entscheiden, ob es die temporäre Waffenruhe wolle oder Israel erlaube, seine Operationen im Libanon fortzusetzen. Er bezeichnete die Lage als Wahl zwischen Diplomatie und Stellvertreterkrieg. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian teilte dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit, dass eine Waffenruhe im Libanon eine der Kernbedingungen des iranischen Zehn-Punkte-Plans gewesen sei. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif rief alle Parteien zur Zurückhaltung auf und bestätigte bereits gemeldete Verstöße gegen die Waffenruhe.

Der US-israelische Krieg gegen den Iran, bekannt als Operation Epic Fury, begann am 28. Februar 2026 mit koordinierten Angriffen, bei denen Irans Oberster Führer Ali Chamenei getötet wurde. Sein Sohn, Mojtaba Chamenei, wurde am 9. März 2026 zum Nachfolger ernannt. Der aktuelle Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon brach aus, nachdem die Miliz laut der Irish Times auf den Tod Ali Chameneis mit Raketenbeschuss auf Israel reagierte. Die am 7. und 8. April 2026 verkündete Waffenruhe war die erste formelle Kampfpause seit Kriegsbeginn, erreicht durch pakistanische Vermittlung, während Verhandlungen über eine langfristige Lösung fortgesetzt werden sollten.

Status der Straße von Hormus umstritten, Vorfälle im Gazastreifen Der Status der Straße von Hormus blieb am Mittwoch unklar. Während staatliche iranische Medien von einer vollständigen Schließung sprachen, deutete der offizielle Rundfunk an, dass Schiffe unter iranischer Koordination passieren könnten. Der Iran hatte im Rahmen der Waffenruhe zugestimmt, die Passage für zwei Wochen zu erlauben. Die Nachrichtenagentur Fars meldete jedoch, dass der Transit von Öltankern aufgrund der israelischen Angriffe im Libanon gestoppt wurde. Das Schiffsverfolgungsunternehmen Kpler berichtete, dass seit Beginn der Waffenruhe kein Öltanker die Meerenge durchfahren habe; lediglich einige Handelsschiffe mit Trockenfracht wurden registriert. Die Unsicherheit belastete die Energiemärkte: Der Ölpreis sank um 14 Prozent auf etwa 95 US-Dollar pro Barrel, nachdem er zeitweise auf 90,40 US-Dollar gefallen war, während die weltweiten Aktienindizes stiegen. Die Golfstaaten meldeten auch nach der Bekanntgabe der Waffenruhe iranische Raketen- und Drohnenangriffe. Kuwait berichtete laut New York Times von 28 Drohnenangriffen, die Vereinigten Arabischen Emirate von der Abwehr 17 ballistischer Raketen und 35 Drohnen, und Saudi-Arabien fing neun Drohnen ab. Unabhängig davon berichtete die Associated Press, dass amerikanische Sicherheitsfirmen, die Hilfsgüter-Verteilzentren im Gazastreifen schützen, scharfe Munition und Blendgranaten gegen Palästinenser einsetzten, die nach Nahrung suchten. Zwei der Sicherheitskräfte äußerten sich anonym gegenüber der AP und begründeten dies mit ihrer Besorgnis über gefährliche Praktiken.

Waffenruhe USA-Iran — Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
  • JD Vance — Wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
  • Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący parlamentu Iranu od 2020 roku
  • Nawaf Salam — 53. premier Libanu od 8 lutego 2025 roku

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