Nur wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer 14-tägigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben israelische Luftangriffe im Libanon hunderte Todesopfer gefordert. Während US-Präsident Donald Trump und Israel den Libanon nicht als Teil der Vereinbarung betrachten, warnen Vermittler vor einem Scheitern des gesamten Abkommens.
Eskalation im Libanon
Israel greift 100 Ziele im Libanon mit 160 Bomben an; dabei sterben mindestens 254 Menschen.
Status des Abkommens unklar
USA und Israel sehen Libanon als separate Front, während Iran und Vermittler auf Einbeziehung beharren.
Straße von Hormus
Widersprüchliche Angaben über die Blockade der strategisch wichtigen Wasserstraße nach iranischen Vergeltungsdrohungen.
Eine am 8. April 2026 in Kraft getretene, von US-Präsident Donald Trump verkündete 14-tägige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran steht bereits nach wenigen Stunden vor dem Scheitern. Hintergrund ist die bisher schwerste Welle israelischer Luftangriffe auf den Libanon seit Beginn der Feindseligkeiten. Nach Angaben des libanesischen Notfall-Operationszentrums des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 254 Menschen getötet und 1.165 weitere verletzt. Das israelische Militär warf im Rahmen der Operation „Eternal Darkness“ innerhalb von nur zehn Minuten 160 Bomben auf 100 Ziele ab. Die Angriffe trafen Wohngebäude, Moscheen, medizinische Zentren und Friedhöfe in Tyros, Sidon, der Bekaa-Ebene sowie in Stadtteilen von Beirut, die außerhalb der traditionellen Stützpunkte der Hisbollah liegen. Sowohl Trump als auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonten, dass der Libanon nicht Teil der Waffenruhe sei. Trump bezeichnete die Front im Libanon in einem Interview mit PBS als „separates Scharmützel“. Die Vermittlerstaaten Iran, Pakistan und Ägypten widersprachen dieser Darstellung und argumentierten, der Libanon sei explizit in das Abkommen einbezogen worden. Dieser fundamentale Widerspruch belastete den Pakt bereits an seinem ersten Tag erheblich; iranische Regierungsvertreter warnten vor einem vollständigen Zusammenbruch der Waffenruhe, sollten die israelischen Angriffe anhalten.
Iran meldet Drohnenabschuss und Angriff auf Raffinerie Der Iran berichtete am ersten Tag der Waffenruhe von zwei Verletzungen des Abkommens. Die Revolutionsgarde gab bekannt, eine Drohne vom Typ Hermes 900 über der Stadt Lar im Süden des Landes abgeschossen zu haben. Zudem verurteilte die National Iranian Oil Company einen Angriff auf ihre Raffinerie auf der Insel Lavan im Persischen Golf. Die iranischen Behörden erklärten förmlich, dass jedes US-amerikanische oder israelische Flugzeug im iranischen Luftraum als Bruch der Waffenruhe gewertet und „entschlossen beantwortet“ werde. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans bekundete „totales Misstrauen“ gegenüber der US-Seite. Präsident Masoud Pezeshkian thematisierte den Angriff auf Lavan direkt in einem Telefonat mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif und betonte, eine Waffenruhe im Libanon sei eine wesentliche Bedingung des Zehn-Punkte-Abkommens. Außenminister Abbas Araghchi forderte die Einbeziehung des Libanon via Telegram: „„Die Bedingungen für eine Waffenruhe sind klar: Die Vereinigten Staaten müssen sich zwischen einer Waffenruhe oder der Fortsetzung des Krieges durch Israel entscheiden; beides gleichzeitig kann nicht existieren“” — Abbas Araghchi via ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL Laut Reuters signalisierte Araghchi gegenüber seinem türkischen Amtskollegen jedoch, dass ein Ende des am 28. Februar begonnenen Krieges bei entsprechendem Ernst der USA weiterhin erreichbar sei.
Streit um die Straße von Hormus und Angriffe auf Pipelines Die Straße von Hormus, deren Wiederöffnung als zentraler Punkt des Abkommens galt, entwickelte sich ebenfalls zum Streitfall. Iranische Staatsmedien und die Agentur Fars meldeten, Teheran habe den Transit von Öltankern als Reaktion auf die Angriffe im Libanon erneut eingestellt, nachdem die Route kurzzeitig offen war. Das Weiße Haus dementierte dies; Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte, man beobachte eine Zunahme des Verkehrs und überwache die Lage „Minute für Minute“. Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte, die Durchfahrt sei wie vereinbart offen. Unabhängig davon berichtete Reuters über einen iranischen Angriff auf die saudi-arabische Ost-West-Pipeline, wobei unklar blieb, ob dieser vor oder nach Inkrafttreten der Waffenruhe stattfand. Die Pipeline ist für Saudi-Arabien die einzige Exportroute, die die Straße von Hormus vollständig umgeht.
254 (Tote) — Libanesische Todesopfer durch israelische Angriffe am 8. April
160 (Bomben) — Innerhalb von zehn Minuten von Israel auf den Libanon abgeworfen
Erster Tag der Waffenruhe — 8. April 2026: — ; — ; — ; — ; —
Spitzentreffen in Islamabad geplant Der Streit um den Status des Libanon soll am Freitag bei Verhandlungen in Islamabad im Zentrum stehen. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif betonte, der Pakt gelte für alle Konfliktparteien inklusive des Libanon. Dies steht im Gegensatz zur israelischen Haltung. Laut Wall Street Journal wurde Israel erst nach Abschluss des Abkommens informiert. Generalstabschef Eyal Zamir kündigte an, die Armee werde „jede Gelegenheit nutzen“, um die Hisbollah weiter zu bekämpfen. Der libanesische Premierminister Nawaf Salam verurteilte die Angriffe auf dicht besiedelte Viertel als Schläge gegen „unbewaffnete Zivilisten“. Irans UN-Botschafter Ali Bahreini erklärte gegenüber Reuters: „„Wir vertrauen der Gegenseite nicht. Unsere Streitkräfte bleiben in Alarmbereitschaft. Wir verhandeln lediglich, um den Ernst des Gegenübers zu prüfen“” — Ali Bahreini via EL PAÍS
Die US-israelische Militärkampagne gegen den Iran, „Operation Epic Fury“, begann am 28. Februar 2026 und führte unter anderem zur Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei. Sein Sohn Mojtaba Khamenei trat am 9. März die Nachfolge an. Die aktuelle Waffenruhe ist laut iranischen Angaben der vierte Aufschub eines Ultimatums von Trump. Nach US-Angaben wurden während der Kampagne über 13.000 Ziele angegriffen.
Perspektywy mediów: Die Angriffe auf libanesische Wohngebiete, Moscheen und Friedhöfe ohne Vorwarnung stellen eine gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur dar, die jedes Fundament für eine Waffenruhe untergräbt. Israels Operationen gegen die Hisbollah sind ein legitimer Akt der Selbstverteidigung gegen eine Miliz, die ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen hat und ihre Präsenz über ihre Kerngebiete hinaus ausweitet.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Benjamin Netanyahu — premier Izraela
- Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
- Masoud Pezeshkian — dziewiąty prezydent Iranu urzędujący od 2024 roku
- Karoline Leavitt — 36. rzeczniczka prasowa Białego Domu od 2025 roku
- Pete Hegseth — 29. sekretarz obrony Stanów Zjednoczonych
- Israel Katz — izraelski minister obrony
- Eyal Zamir — szef Sztabu Generalnego Sił Obronnych Izraela
- Nawaf Salam — 53. premier Libanu urzędujący od 8 lutego 2025 roku
- Shehbaz Sharif — premier Pakistanu urzędujący od 2024 roku
Sources: 26 articles
- Netanyahu afirma está preparado "para volver al combate" contra Irán: "El dedo está en el gatillo" (EL MUNDO)
- Irán vive el primer día del alto el fuego entre el júbilo y la desconfianza: "Todo es temporal ahora" (EL PAÍS)
- La "frágil" tregua entre EEUU e Irán se tambalea el primer día por los ataques de Israel en Líbano y la incertidumbre en Ormuz (20 minutos)
- Israel ignora la tregua en el Líbano y deja más de 100 muertos en una oleada de bombardeos (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- El alto el fuego, en la cuerda floja: Irán carga contra Israel por los ataques a Líbano y amenaza con cerrar Ormuz mientras EEUU mantiene sus "líneas rojas" (LaSexta)
- Irán cierra de nuevo el estrecho de Ormuz por los ataques israelíes en Líbano (RTVE.es)
- Líbano: mayor ataque israelí deja más de 200 muertos (Deutsche Welle)
- Una frágil tregua marcada por el desacato de Irán y EEUU-Israel (EL MUNDO)
- La paz de Irán pasa por el avispero del Líbano (La Razón)
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