Nach wochenlangen Sondierungsgesprächen haben sich die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg am späten Dienstag auf eine vorläufige Verteilung der Ministerien geeinigt. Beide Parteien erhalten jeweils sechs Ressorts, wobei die Grünen das wichtige Finanzministerium behalten und die CDU unter anderem das Innenministerium besetzt. Der Durchbruch gelang, nachdem neue Umfragewerte den Druck auf die CDU deutlich erhöht hatten.

Paritätische Ressortverteilung

Grüne und CDU erhalten jeweils sechs Ministerien in der neuen Landesregierung.

Grüne behaupten Finanzressort

Cem Özdemir setzte Danyal Bayaz als Finanzminister gegen CDU-Widerstände durch.

Personalwechsel in der CDU

Manuel Hagel soll Innenminister werden, während Thomas Strobl für das Amt des Landtagspräsidenten vorgesehen ist.

Die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg haben am späten Dienstag eine vorläufige Einigung über die Ressortverteilung erzielt. Dabei sicherten sich die Grünen sechs Ministerien, darunter das Finanzressort, während die CDU sechs Posten beanspruchte, einschließlich des Innenministeriums und des Amtes des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Der Einigung waren wochenlange Sondierungsgespräche vorausgegangen, die immer wieder aufgrund weitreichender Forderungen der CDU nach Kontrolle über die einflussreichsten Ressorts der Landesregierung stockten. Cem Özdemir, der designierte Ministerpräsident der Grünen, hielt an der Besetzung des Finanzministeriums durch Danyal Bayaz fest und zog damit eine klare Grenze gegen die Ambitionen der CDU in diesem Bereich. Die Übereinkunft erfolgte, nachdem eine neue Umfrage des Instituts Allensbach die Grünen bei 32 Prozent der Wählerstimmen sah, während die CDU auf 26 Prozent zurückfiel und damit hinter ihr Wahlergebnis vom 8. März zurückblieb.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 endete mit einem knappen Sieg der Grünen, die 30,2 Prozent der Stimmen erhielten, während die CDU auf 29,7 Prozent kam. Die Grünen führen die Landesregierung in Stuttgart seit über einem Jahrzehnt an, wobei die CDU als Juniorpartner fungiert. Danyal Bayaz ist seit Mai 2021 Finanzminister von Baden-Württemberg. Nicole Razavi leitet ebenfalls seit Mai 2021 das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. Die AfD wurde bei der Wahl im März mit 19 Prozent drittstärkste Kraft und stellt damit die größte Oppositionsfraktion im Landtag dar.

CDU forderte zu Verhandlungsbeginn sieben von zwölf Ministerien Die CDU ging mit Forderungen in die Sondierungsgespräche, die von Beobachtern als unverhältnismäßig angesichts ihres zweiten Platzes bewertet wurden. Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung strebte die Partei neben dem Staatsministerium sieben der zwölf Ministerien sowie die Übertragung von Kernkompetenzen aus grün geführten in CDU-geführte Ressorts an. Zudem drängte die CDU entgegen dem üblichen Verfahren darauf, die Kabinettsstruktur und Ressortverteilung bereits in der Sondierungsphase festzulegen, anstatt die formalen Koalitionsverhandlungen abzuwarten. Innerhalb der CDU gab es Bestrebungen für das Finanzministerium, das Bayaz seit 2021 leitet, sowie für die Ressorts Inneres, Kultus und Wirtschaft. Die Grünen bezeichneten das Gebaren der CDU laut der Welt als Versuch, „alle Schlüsselressorts zu besetzen“, und sahen sich veranlasst, Ende letzter Woche ein „Stopp-Signal“ zu senden. Die Gespräche waren so stark auf die Machtverteilung konzentriert, dass Beteiligte innerhalb der Verhandlungsgruppen von „vorgezogenen Koalitionsverhandlungen“ sprachen.

6 (Ministerien pro Seite) — beide Parteien erhalten den gleichen Anteil an Kabinettsposten

Grüne: 32, CDU: 26, AfD: 22

Hagel für Innenministerium vorgesehen, Strobl als Landtagspräsident im Gespräch Manuel Hagel, der CDU-Fraktionschef und Verhandlungsführer im Land, ist als stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister im Gespräch und würde damit die Nachfolge von Thomas Strobl antreten. Strobl wird laut der Welt für das Amt des Landtagspräsidenten gehandelt, ein Posten, den zuvor die Grünen innehatten. Dem stimmten die Grünen zu, da sie im Gegenzug Bayaz im Finanzministerium halten konnten, auf das die CDU ebenfalls Anspruch erhoben hatte. Das zehnseitige Sondierungspapier beider Seiten liest sich laut der Welt bereits wie der Kern eines Koalitionsvertrags. Die CDU-Seite des Kabinetts wird die Bereiche Europa, Inneres, Kultus, Wirtschaft, Verkehr, Justiz und Landwirtschaft abdecken, während die Grünen das Staatsministerium, Finanzen, Wissenschaft, Umwelt, Soziales und Bauen behalten. Die Verteilung beschert der CDU ein respektables Ergebnis, auch wenn die Welt anmerkte, dass sie hinter den ursprünglichen Erwartungen der Partei zurückbleibe.

Kabinett Baden-Württemberg: CDU-Forderungen vs. Ergebnis: Anzahl geforderter CDU-Ministerien (before: 7 von 12 (plus Staatsministerium), after: 6 von 12 (plus Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten)); Finanzministerium (before: CDU forderte die Leitung, after: Verbleib bei den Grünen unter Danyal Bayaz); Innenministerium (before: Geleitet von Thomas Strobl (CDU), after: Manuel Hagel (CDU) als Nachfolger vorgesehen)

Özdemir sammelte Sympathiepunkte bei wachsender Unruhe innerhalb der CDU Die langwierigen Verhandlungen führten zu sichtbaren Spannungen innerhalb der CDU-Reihen. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verbreitete sich unter den Parteimitgliedern Unruhe über Hagels Verhandlungsführung. Die neue Allensbach-Umfrage, nach der die Wähler eher die CDU als die Grünen für die Verzögerungen bestrafen würden, schien Realismus in die Verhandlungsposition der CDU zu bringen. Die Frankfurter Allgemeine wies darauf hin, dass sich die Wähler primär eine schnelle Regierungsbildung und eine reibungslose Zusammenarbeit in der Koalition wünschten; Özdemir sei der Hauptnutznießer des öffentlichen Wohlwollens während der Verhandlungswochen gewesen. Nicole Razavi, die derzeitige CDU-Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, hatte den Grünen drei Wochen nach der Wahl vorgeworfen, die CDU durch eine „Schmutzkampagne“ um den Sieg gebracht zu haben – ein Zeichen dafür, wie schwer sich die Partei mit der knappen Niederlage abfand. Eine Mehrheit der Anhänger beider Parteien sprach sich laut Allensbach für eine gemeinsame Landesregierung aus. Offizielle Koalitionsverhandlungen sollen auf die Sondierung folgen, wobei Özdemir vor der Wahl zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg steht.

Mentioned People

  • Cem Özdemir — Niemiecki polityk (Bündnis 90/Die Grünen), minister rolnictwa do maja 2025 r., desygnowany na premiera Badenii-Wirtembergii.
  • Manuel Hagel — Polityk CDU, lider frakcji w Landtagu Badenii-Wirtembergii i szef konferencji przewodniczących grup parlamentarnych CDU/CSU.
  • Danyal Bayaz — Polityk pochodzenia niemiecko-tureckiego (Zieloni), minister finansów Badenii-Wirtembergii od maja 2021 roku.
  • Nicole Razavi — Polityk CDU, minister rozwoju regionalnego i mieszkalnictwa w Badenii-Wirtembergii od maja 2021 roku.

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