Emmanuel Grégoire von der Parti socialiste hat die Bürgermeisterwahl in Paris am 22. März 2026 gewonnen. Nach ersten Schätzungen lag er vor Rachida Dati und sicherte der Linken damit weiterhin die französische Hauptstadt. Auch in Marseille behauptete Benoît Payan sein Amt, während die Sozialisten in mehreren anderen Städten Rückschläge hinnehmen mussten.
Grégoire gewinnt in Paris
Emmanuel Grégoire von der Parti socialiste gewann die Bürgermeisterwahl in Paris am 22. März 2026 gegen Rachida Dati. Je nach Schätzung lag er bei 50,5 Prozent oder 53,1 Prozent.
Marseille bleibt nicht an den RN
Benoît Payan wurde in Marseille klar wiedergewählt und schlug RN-Kandidat Franck Allisio mit fast 15 Punkten Vorsprung.
Dati räumt Niederlage ein
Rachida Dati gestand ihre Niederlage ein und machte im Wahlkampf das „Gift der Spaltung“ mitverantwortlich.
Linke verliert mehrere lang gehaltene Städte
Die Parti socialiste verlor unter anderem Besançon, Brest und Clermont-Ferrand. In Toulouse scheiterte ein Bündnis von PS und LFI.
RN meldet Zugewinne auf kommunaler Ebene
Marine Le Pen sprach trotz Niederlagen in mehreren Großstädten von Erfolgen in Dutzenden Gemeinden und von Tausenden Gemeinderäten.
Emmanuel Grégoire von der Parti socialiste hat die Bürgermeisterwahl in Paris am 22. März 2026 gewonnen. Er setzte sich gegen die rechte Herausforderin Rachida Dati durch und sicherte der Linken die französische Hauptstadt. Nach ersten, von ANSA zitierten Schätzungen kam Grégoire auf 53,1 Prozent, Dati auf 38,1 Prozent. Eine weitere Schätzung von Ipsos-BVA-Cesi für France Télévisions, Radio France und LCP-Public Sénat sah Grégoire dagegen bei 50,5 Prozent. Grégoire, der unter der scheidenden Bürgermeisterin Anne Hidalgo als erster Stellvertreter gedient hatte, fuhr nach Bekanntgabe des Ergebnisses mit dem Fahrrad durch Paris. Hinter ihm bildete sich ein wachsender Zug von Unterstützern in Richtung des Hôtel de Ville. In Marseille wurde Amtsinhaber Benoît Payan klar wiedergewählt. Er besiegte den Kandidaten des Rassemblement National, Franck Allisio, mit einem Vorsprung von fast 15 Punkten und verwehrte der extremen Rechten damit einen politischen Ansatzpunkt in Frankreichs zweitgrößter Stadt. Die Ergebnisse bestätigten die Stellung der Parti socialiste in den beiden größten urbanen Zentren des Landes, auch wenn die Partei andernorts deutliche Verluste erlitt.
„Paris a décidé de rester fidèle à son histoire.” (Paris hat beschlossen, seiner Geschichte treu zu bleiben.) — Emmanuel Grégoire via ANSA
Paris wird ANSA zufolge seit 25 Jahren von der Linken regiert. Emmanuel Grégoire war seinem Wikipedia-Eintrag zufolge von 2018 bis 2024 erster Stellvertreter von Anne Hidalgo. Besançon, die Hauptstadt der Region Franche-Comté, wurde 20minutes zufolge mit Ausnahme von drei Jahren des Gaullismus mehr als ein Jahrhundert lang fast ohne Unterbrechung von der Linken regiert.
Dati räumt Niederlage ein und beklagt „Gift der Spaltung“ im Wahlkampf Rachida Dati, die ihr Amt als Kulturministerin aufgegeben hatte, um in Paris zu kandidieren, räumte am Wahlabend ihre Niederlage ein. „Es ist mir nicht gelungen, genügend Menschen davon zu überzeugen, dass ein Wechsel nicht nur möglich, sondern vor allem notwendig war.” — Rachida Dati via ANSA Dati, deren Stimmenanteil in mehreren Umfragen auf zwischen 36 Prozent und 38 Prozent geschätzt wurde, beklagte das „Gift der Spaltung“. Zugleich dankte sie jenen, die im zweiten Wahlgang zu ihrer Unterstützung aufgerufen hatten. Ihr Lager hatte die Unterstützung von Pierre-Yves Bournazel aus der Bewegung Horizons-Renaissance und von Sarah Knafo von der extrem rechten Partei Reconquête! aufgenommen. Beide hatten ihre Listen nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen. Grégoire hingegen wies wiederholte Bündnisangebote von La France Insoumise zurück und trat mit einer geschlossenen linken Liste ohne die Bewegung an. Die scheidende Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach vor dem Rathaus mit einem Glas Champagner von einem „großen Sieg“ und verwies darauf, dass Kommentatoren lange angenommen hätten, Dati könne nicht verlieren.
„Sechs Jahre lang wurde uns gesagt, dass es unmöglich sei, dass Frau Dati verliert.” — Anne Hidalgo via ANSA
Linke verliert Besançon und weitere Hochburgen, Bündnis mit LFI ohne Erfolg Für die Parti socialiste verlief der Abend nicht durchweg positiv, denn die Linke verlor mehrere Städte, die sie lange gehalten hatte. In Besançon gewann der Kandidat von Les Républicains, Ludovic Fagaut, ein 47 Jahre alter Schulleiter einer Mittelschule, laut einer Schätzung von Ipsos-BVA-Cesi mit 53,1 Prozent gegen die amtierende grüne Bürgermeisterin Anne Vignot, die 46,9 Prozent erhielt. Die Stadt war mehr als ein Jahrhundert lang fast ohne Unterbrechung von der Linken regiert worden. Vignots Liste hatte sich zwischen den beiden Wahlgängen mit dem örtlichen LFI-Kandidaten zusammengeschlossen. Diese Strategie brachte 20minutes zufolge keinen Erfolg. Die Parti socialiste verlor nach Angaben von Franceinfo auch Brest und Clermont-Ferrand. In Toulouse unterlag das Bündnis aus LFI und PS dem amtierenden Bürgermeister der Mitte-rechts, Jean-Luc Moudenc, der mit 53,87 zu 46,13 Prozent gewann. Der sozialistische Europaabgeordnete Pierre Jouvet äußerte sich im Fernsehsender France 2 deutlich und wandte sich direkt an LFI.
„Ihr habt die Linke geschwächt und ihr öffnet der Rechten einen breiten Weg.” — Pierre Jouvet via Franceinfo
Emmanuel Grégoire (PS, Paris): 53.1, Rachida Dati (LR, Paris): 38.1, Ludovic Fagaut (LR, Besançon): 53.1, Anne Vignot (Greens/LFI, Besançon): 46.9, Arnaud Deslandes (PS, Lille): 49.33, Jean-Luc Moudenc (center-right, Toulouse): 53.87
RN meldet Tausende Kommunalmandate trotz Niederlagen in Großstädten Marine Le Pen sprach am Wahlabend von einem „immensen Sieg“ für den Rassemblement National. Ihre Partei habe im zweiten Wahlgang in „Dutzenden Gemeinden“ gewonnen und verfüge nun landesweit über „Tausende Gemeinderäte“. Der RN verlor allerdings in Marseille, Toulon und Nîmes, also in Städten im Süden des Landes, in denen die Partei traditionell stark abschneidet. Auch der zweite Mann von LFI, Manuel Bompard, reklamierte für seine Partei einen „Durchbruch“, der „bestätigt“ sei, sich „ausweite“ und „an Stärke gewinne“, obwohl die Bewegung in Städten mit sozialistischen Bündnissen schwach abschnitt. Die Wahlbeteiligung in Paris lag bei rund 57 Prozent. ANSA bezeichnete sie als historisch niedrig; nur bei der Wahl 2020, die während der COVID-19-Pandemie stattfand, sei sie noch geringer gewesen. In anderen großen Städten erzielte die Parti socialiste solide Ergebnisse: Nathalie Appéré wurde in Rennes mit 43,78 Prozent wiedergewählt, Arnaud Deslandes gewann in Lille mit 49,33 Prozent und Johanna Rolland sicherte sich in Nantes eine dritte Amtszeit. Das Gesamtbild des zweiten Wahlgangs deutete auf eine Linke hin, die ihre größten urbanen Hochburgen behauptete, indem sie Bündnisse mit LFI ablehnte, zugleich aber in kleineren Städten dort an Boden verlor, wo sie solche Bündnisse einging.
15 (percentage points) — Payans Vorsprung vor dem RN in Marseille
Mentioned People
- Emmanuel Grégoire — Polityk Partii Socjalistycznej i były pierwszy zastępca mera Paryża w latach 2018–2024
- Rachida Dati — Francuska polityk, była minister kultury i członkini Les Républicains
- Benoît Payan — Francuski polityk i mer Marsylii od 2020 roku
- Anne Hidalgo — Francuska polityk i mer Paryża od 2014 roku
- Marine Le Pen — Liderka partii Zjednoczenie Narodowe
Sources: 215 articles
- EN DIRECT, résultats des municipales 2026 : la gauche garde Paris, Lyon et Marseille, Renaissance s'impose à Bordeaux et la droite conquiert Brest, Clermont-Ferrand et Besançon (Le Monde.fr)
- French left wins mayoral elections in Paris, Marseille and Lyon (RFI)
- Winners and losers in France's municipal elections (POLITICO)
- Municipales 2026 : à chacun son récit victorieux, les regards tournés vers 2027 (France 24)
- La gauche conserve Paris, Lyon et Marseille, l'extrême droite s'étend dans les villes moyennes, bilan mitigé pour LFI... Ce qu'il faut retenir du 2d tour des élections municipales 2026 (Franceinfo)
- French municipal elections: The second-round results in key races (Le Monde.fr)
- Municipales 2026 : les résultats du second tour dans quinze villes à fort enjeu (Le Monde.fr)
- Besançon bastion de la gauche, bascule à droite avec Ludovic Fagaut (20minutes)
- Municipales 2026 : Les Républicains entre petites joies et grandes désillusions au soir du second tour (Le Parisien)
- VIDÉO. Réélu à Marseille, Benoît Payan salue le " message de paix " de ses électeurs (Ouest France)