Die italienische Nationalmannschaft ist am Dienstagabend in Zenica im Play-off-Finale gegen Bosnien-Herzegowina ausgeschieden. Damit verpasst der viermalige Weltmeister zum ersten Mal in der Geschichte drei Endrunden hintereinander.

Historisches Scheitern

Italien verpasst als erster Ex-Weltmeister drei aufeinanderfolgende Weltmeisterschaften.

Entscheidung in Zenica

Nach einem 1:1 nach Verlängerung unterlag die Squadra Azzurra Bosnien-Herzegowina mit 1:4 im Elfmeterschießen.

Wendepunkt Platzverweis

Die Rote Karte gegen Alessandro Bastoni in der 42. Minute schwächte Italien entscheidend.

Italien ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 misslungen, nachdem das Team am Dienstag im Play-off-Finale in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina im Elfmeterschießen unterlag. Damit verpasst erstmals ein ehemaliger Weltmeister drei aufeinanderfolgende Turniere. Die Partie endete nach Verlängerung 1:1, im anschließenden Elfmeterschießen unterlagen die Italiener mit 1:4. Die frühe Führung durch Moise Kean in der 15. Minute reichte letztlich nicht aus, da ein Platzverweis für Alessandro Bastoni kurz vor der Pause den Spielverlauf maßgeblich beeinflusste. Die Mannschaft von Gennaro Gattuso hatte im Halbfinale zwar Nordirland besiegt, konnte sich jedoch gegen die entschlossene bosnische Auswahl nicht durchsetzen, die bereits Wales im Elfmeterschießen bezwungen hatte. Das Ergebnis bedeutet, dass Italien das Sommerturnier in den USA, Mexiko und Kanada zum dritten Mal in Folge nur als Zuschauer verfolgen wird.

Das wiederholte Scheitern in der Qualifikation ist zu einem prägenden Merkmal der jüngeren italienischen Fußballgeschichte geworden. Die Squadra Azzurra fehlte bereits bei der WM 2018 nach einer Niederlage gegen Schweden und verpasste die Endrunde 2022 nach einem unerwarteten Ausscheiden gegen Nordmazedonien. Italiens letzte WM-Teilnahme datiert aus dem Jahr 2014 – dem Jahr, in dem auch Bosnien-Herzegowina seine bisher einzige Turnierteilnahme verzeichnete. Den letzten WM-Titel errangen die Italiener im Jahr 2006; damals stand der heutige Nationaltrainer Gennaro Gattuso selbst als Spieler auf dem Platz.

Italiens Scheitern in den WM-Qualifikationen: — ; — ; —

Rote Karte für Bastoni als Wendepunkt Italien gelang zunächst ein Start nach Maß, als Moise Kean in der 15. Minute nach einem Fehler des bosnischen Torhüters Nikola Vasilj zur Führung traf. Vasilj hatte einen Fehlpass direkt in die Füße von Nicola Barella gespielt, der den Treffer vorbereitete. Die Führung hielt jedoch faktisch keine halbe Stunde lang an: In der 42. Minute sah Alessandro Bastoni nach einem Foul an Amar Memic als letzter Mann die Rote Karte. In Unterzahl beschränkte sich die Gattuso-Elf auf die Defensive und verzeichnete in der regulären Spielzeit nur noch zwei weitere Torschüsse. Kean vergab nach einer Stunde die Chance auf das 2:0, als er freistehend über die Querlatte schoss. Bosnien-Herzegowina erhöhte den Druck und kam in der 79. Minute durch Haris Tabakovic zum Ausgleich. Da auch in der Verlängerung keine Tore fielen, musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Esposito und Cristante scheitern vom Punkt Die Entscheidung vom Punkt verlief einseitig: Während Bosnien alle vier Schüsse verwandelte, traf Italien lediglich einmal. Nach dem Treffer von Benjamin Tahirovic setzte Francesco Esposito seinen Ball über das Tor. Nachdem Tabakovic auf 2:0 erhöht hatte, verkürzte Sandro Tonali zwar für Italien, doch Kerim Alajbegovic stellte den alten Abstand wieder her. Als Bryan Cristante schließlich nur die Latte traf, verwandelte Esmir Bajraktarevic den entscheidenden Elfmeter gegen Gianluigi Donnarumma zum 4:1-Endstand. 4-1 (Ergebnis im Elfmeterschießen) — Siegvorsprung von Bosnien im Elfmeterschießen

Gattuso bittet um Entschuldigung Gennaro Gattuso, der im Juni 2025 die Nachfolge des entlassenen Luciano Spalletti angetreten hatte, äußerte sich unmittelbar nach Spielende gegenüber dem Sender RAI zur Tragweite der Niederlage. Fragen zu seiner persönlichen Zukunft ließ er unbeantwortet.

„„Die Jungs haben diese Niederlage nicht verdient. Wir haben gekämpft und hatten unsere Chancen, aber so ist der Fußball. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“” — Gennaro Gattuso via The New York Times

„„Ich persönlich entschuldige mich dafür, dass wir uns nicht qualifiziert haben, aber die Leistung der Mannschaft hat mich beeindruckt. Meine Zukunft ist im Moment nicht wichtig. Wir werden daraus lernen, aber es schmerzt und wir schämen uns.“” — Gennaro Gattuso via The New York Times

Bosnien-Herzegowina wird nun unter der Führung von Edin Dzeko bei der Weltmeisterschaft in der Gruppe B gegen die Schweiz, Katar und Co-Gastgeber Kanada antreten. Das Eröffnungsspiel gegen Kanada findet am 12. Juni statt. Für Italien beginnt hingegen eine Phase der Aufarbeitung nach einem Misserfolg, der für einen ehemaligen Weltmeister historisch beispiellos ist.

Mentioned People

  • Gennaro Gattuso — selekcjoner reprezentacji Włoch
  • Moise Kean — napastnik reprezentacji Włoch, strzelec bramki
  • Alessandro Bastoni — obrońca reprezentacji Włoch, ukarany czerwoną kartką w 42. minucie
  • Haris Tabakovic — napastnik reprezentacji Bośni, strzelec wyrównującego gola oraz karnego
  • Bryan Cristante — pomocnik reprezentacji Włoch, który nie trafił karnego
  • Francesco Pio Esposito — napastnik reprezentacji Włoch, który przestrzelił karnego

Sources: 20 articles