In ihrem letzten Heimspiel vor der Weltmeisterschaft 2026 erlitt das englische Nationalteam eine knappe 0:1-Niederlage gegen Japan. Trainer Thomas Tuchel musste dabei auf Kapitän Harry Kane verzichten, was weitreichende Konsequenzen für die Offensivstruktur der Mannschaft hatte. Der entscheidende Treffer durch Kaoru Mitoma markierte zudem die erste Niederlage Englands gegen eine asiatische Nation in der Geschichte des Verbandes.

Historische Niederlage

England verliert zum ersten Mal in der Geschichte der Nationalmannschaft gegen ein Team aus Asien.

Ende der Pickford-Serie

Jordan Pickford kassierte nach 922 Minuten ohne Gegentreffer erstmals wieder ein Tor im Nationaldress.

Taktische Probleme

Thomas Tuchels Experiment mit einer „Falschen Neun“ und drei Zehnern ohne Harry Kane erwies sich als wenig effektiv.

Japan hat am Dienstag im Wembley-Stadion einen 1:0-Sieg gegen England errungen. Für den Gastgeber war es das letzte Heim-Testspiel vor der Weltmeisterschaft 2026, was Nationaltrainer Thomas Tuchel nur wenige Wochen vor der Kaderbekanntgabe vor erhebliche Herausforderungen stellt. Kaoru Mitoma, Linksaußen des Premier-League-Klubs Brighton & Hove Albion, erzielte in der 23. Minute das einzige Tor des Abends. Dem Treffer ging ein Ballgewinn gegen Cole Palmer im Mittelfeld voraus. Laut Reuters war dies das erste Mal, dass die englische Nationalmannschaft der Männer gegen eine asiatische Nation verlor. Da Kapitän Harry Kane aufgrund einer im Training erlittenen Fußverletzung pausieren musste, experimentierte Tuchel mit einer ungewohnten Offensivformation. Zum Abpfiff erntete das Team Pfiffe von den Rängen im ausverkauften Wembley-Stadion, das dennoch einige leere Plätze aufwies. Mitomas Treffer in der 23. Minute beendet Pickfords RekordserieDas entscheidende Tor war das Ergebnis japanischer Qualität. Mitoma leitete den Spielzug ein, indem er Palmer den Ball abnahm, an Kobbie Mainoo vorbeizog und nach einem flachen Zuspiel von Keito Nakamura vollendete, wie der Guardian berichtete. Dieser Treffer beendete die außergewöhnliche Serie von Jordan Pickford, der zuvor 922 (Minuten) — Pickfords Serie ohne Gegentor für England vor dem Gegentreffer lang auf internationaler Ebene unbezwungen geblieben war – eine Sequenz, die bis in den Oktober 2024 zurückreichte. England verzeichnete in der ersten Halbzeit keinen einzigen Schuss auf das Tor; die beste Chance hatte Elliot Anderson, dessen Schlenzer kurz nach dem japanischen Führungstreffer die Latte touchierte. Eine Schlussoffensive bei Standardsituationen nach den Einwechslungen von Harry Maguire und Dan Burn brachte zwar Gefahr, aber keinen Ausgleich. Japan, auf Platz 18 der FIFA-Weltrangliste geführt, agierte defensiv stabil und brachte den Sieg über die Zeit. Tuchels Experiment mit drei Spielmachern scheitert ohne KaneIn Abwesenheit von Kane setzte Tuchel auf Phil Foden als „Falsche Neun“. Flankiert wurde er von Cole Palmer als zweitem Zehner, während Morgan Rogers von rechts nach innen rückte und Anthony Gordon über den linken Flügel agierte. Das System zeigte anfangs durch schnelle Passdreiecke Potenzial, erwies sich jedoch bei Ballverlusten als anfällig. Dies nutzte Japan beim Siegtreffer durch das Zentrum konsequent aus, so der Guardian. Palmer erlebte einen schwierigen Abend, verlor den Ball vor dem Gegentor und hatte in der ersten Hälfte Probleme mit der Passgenauigkeit. Tuchel wechselte Palmer und Foden nach rund einer Stunde gegen Dominic Solanke und Jarrod Bowen aus, um zu einer konventionelleren Formation zurückzukehren. Wie der Independent berichtete, fehlten Tuchel insgesamt 11 von 35 ursprünglich berufenen Spielern. Neben Kane standen auch Jordan Henderson, John Stones, Bukayo Saka, Declan Rice und Jude Bellingham auf der Verletztenliste. Für Tuchel war es erst die zweite Niederlage in zwölf Spielen seit seinem Amtsantritt Anfang 2025.Englands Bilanz unter Thomas Tuchel vor dieser Partie umfasste eine 1:3-Niederlage gegen Senegal – laut New York Times die erste gegen ein afrikanisches Land – sowie ein 1:1-Remis gegen Uruguay am vergangenen Freitag. Japan hatte England in den drei vorangegangenen Begegnungen nicht schlagen können. Die Weltmeisterschaft 2026 findet in Nordamerika statt; Englands Auftaktspiel gegen Kroatien ist für den 17. Juni terminiert. Debatten um WM-Kader verschärfen sichDie Niederlage verstärkte die Diskussionen darüber, ob England bei der Weltmeisterschaft ohne seinen Kapitän und besten Torschützen bestehen kann. Tuchel hatte seine Offensivspieler vor der Partie öffentlich aufgefordert, ihre Torquote zu verbessern. Der Independent bezeichnete das Experiment mit drei gleichzeitigen Spielmachern als „unharmonisch“. In den Spielerbewertungen der BBC wurden Elliot Anderson und Nico O'Reilly positiv hervorgehoben, während Foden und Gordon die schwächsten Noten erhielten. Die FIFA führt England aktuell auf Rang vier, Japan auf Platz 18. Es wird erwartet, dass Tuchel seinen WM-Kader in etwa acht Wochen bekannt geben wird. Die Entscheidung wird durch die Verletzungsmisere und die ungeklärte taktische Ausrichtung in der Offensive erschwert. Vor Turnierbeginn im Juni bestreitet England noch zwei Testspiele in den USA. Brighton & Hove Albion, Everton, Manchester City, Chelsea, Aston Villa, Newcastle United, Nottingham Forest, Arsenal

Mentioned People

  • Thomas Tuchel — Niemiecki menedżer piłkarski, obecnie selekcjoner reprezentacji Anglii.
  • Kaoru Mitoma — Japoński piłkarz grający na pozycji lewego skrzydłowego w Brighton & Hove Albion oraz reprezentacji Japonii.
  • Jordan Pickford — Angielski bramkarz występujący w klubie Everton oraz w reprezentacji Anglii.
  • Harry Kane — Angielski napastnik Bayernu Monachium i kapitan reprezentacji Anglii.
  • Phil Foden — Angielski pomocnik Manchesteru City i reprezentant Anglii.
  • Cole Palmer — Angielski pomocnik ofensywny lub skrzydłowy Chelsea i reprezentacji Anglii.
  • Morgan Rogers — Angielski pomocnik ofensywny lub skrzydłowy Aston Villa i reprezentacji Anglii.
  • Elliot Anderson — Angielski pomocnik Nottingham Forest i reprezentacji Anglii.
  • Ezri Konsa — Angielski obrońca Aston Villa i reprezentacji Anglii.

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