Am Montag, den 20. April 2026, hat der Iran die Blockade der Straße von Hormus wieder aufgenommen und damit eine kurze Phase der Entspannung beendet. Vorausgegangen war die Festsetzung eines iranischen Frachters durch die US-Marine, was die Ölpreise um über sieben Prozent steigen ließ. Weltweit reagierten die Aktienmärkte mit deutlichen Kursverlusten auf die erneute Eskalation in der strategisch wichtigen Meerenge.
Erneute Blockade
Iran schließt die Straße von Hormus am 20. April 2026 nach der Festsetzung eines eigenen Schiffes durch die USA erneut.
Preissprung beim Öl
Die Rohölpreise für Brent und WTI steigen um über 7 Prozent, während globale Aktienindizes wie DAX und S&P 500 nachgeben.
Diplomatische Sackgasse
Teheran lehnt weitere Verhandlungen mit Washington ab, während eine fragile Waffenruhe am 21. April auszulaufen droht.
Der Iran hat am Montag, den 20. April 2026, erneut eine Blockade über die Straße von Hormus verhängt. Damit wurde eine kurzzeitige Öffnung revidiert, die nur Tage zuvor für Kursgewinne an den Märkten gesorgt hatte. Infolge der Maßnahme stiegen die Ölpreise um mehr als 7 Prozent, während die Aktienmärkte in Europa und den USA nachgaben. Die Sperrung erfolgte nach der US-Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs, das laut Washington versucht haben soll, die Blockade zu durchbrechen. Noch am Freitag hatte der Iran die Meerenge für offen erklärt, was als Zeichen der Entspannung gedeutet worden war. Laut Reuters stiegen die Terminkontrakte für die Sorte Brent um 6,56 Dollar bzw. 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 6,07 Dollar bzw. 7,24 Prozent auf 89,92 Dollar pro Barrel. Das iranische Außenministerium erklärte am Montag, dass Teheran keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten hege. Man warf den USA vor, die Gespräche durch die Blockadepolitik untergraben zu haben, und verwies auf ungeklärte Differenzen im Atomstreit. Dies stellt eine deutliche Kehrtwende zum Optimismus vom Freitag dar, als die Märkte die stärksten Wochengewinne seit Mai verzeichneten.
Waffenruhe läuft am Dienstag aus während Gespräche scheitern Eine instabile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran soll am Dienstag, den 21. April 2026, auslaufen, was die Besorgnis der Anleger verstärkt. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Gesandte für Gespräche nach Pakistan zu schicken, drohte jedoch gleichzeitig mit neuen Angriffen, sollte Teheran seine Bedingungen nicht akzeptieren. Der Iran wies diese Vorstöße zurück; staatliche Medien berichteten nur wenige Stunden nach Trumps Ankündigung über die Ablehnung. Beide Seiten bezichtigten sich gegenseitig, die Waffenruhe durch Angriffe auf Schiffe verletzt zu haben. Daten des Analysehauses Kpler zeigten, dass am Samstag, den 18. April, während des kurzen Zeitfensters der Öffnung mehr als 20 Schiffe mit Öl, Metallen, Gas und Düngemitteln die Meerenge passierten – der geschäftigste Tag seit dem 1. März. Da durch die Straße von Hormus ein Fünftel der globalen Energielieferungen transportiert wird, stellt ihre Schließung ein erhebliches Druckmittel gegenüber energieabhängigen Volkswirtschaften dar.
Straße von Hormus — Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Europäische und US-Märkte geben nach Rekordhochs nach Die europäischen Aktienmärkte starteten am Montag deutlich schwächer. Futures auf den deutschen DAX und den französischen CAC 40 fielen jeweils um mehr als 1 Prozent, während die Futures auf den breiteren STOXX 600 laut Reuters um fast 1,5 Prozent nachgaben. Der FTSE 100 sank bis zum Vormittag in London um 0,6 Prozent auf 10.603,24 Punkte. In den USA fielen die S&P 500 E-mini-Futures um 0,50 Prozent und die Nasdaq 100 E-mini-Futures um 0,52 Prozent. Der CBOE Volatility Index stieg um 2,25 Punkte auf 19,73, den höchsten Stand seit einer Woche. Energietitel entwickelten sich hingegen positiv: Exxon Mobil legte vorbörslich um 2 Prozent zu, Chevron um 1,9 Prozent. Richard Hunter, Leiter der Märkte bei Interactive Investor, sprach von einem „nur zu bekannten Muster“, bei dem die Märkte zwei Schritte vor und einen zurück machten, fast ausschließlich getrieben durch Nachrichten aus dem Nahen Osten.
„Es zeigt sich ein nur zu bekanntes Muster, bei dem die Märkte zwei Schritte vor und einen zurück machen, was fast ausschließlich durch den Nachrichtenfluss aus dem Nahen Osten bedingt ist.” — Richard Hunter via The Independent
Brent-Öl: +7,26, WTI-Öl: +7,24
FTSE 100: -0,6, FTSE 250: -1,2, DAX-Futures: -1,5, CAC 40-Futures: -1,3, STOXX 600-Futures: -1,5, S&P 500-Futures: -0,5, Nasdaq 100-Futures: -0,52, Dow-Futures: -0,61
Analysten warnen vor verfrühtem Optimismus Marktanalysten gaben zu bedenken, dass die Rallye am Freitag ein zu optimistisches Szenario eingepreist habe. Michael Brown, Analyst bei Pepperstone in London, erklärte, der Markt habe die Lage so interpretiert, dass beide Seiten trotz der Schließung und Drohungen noch im Gespräch seien. Er warnte, dass eine endgültige Absage des Iran an weitere Verhandlungen eine deutlich stärkere Flucht aus Risikoanlagen auslösen würde.
„Obwohl die Nachrichten über die erneute Schließung der Straße von Hormus, Angriffe auf Schiffe und Trumps Drohungen gegen die iranische Infrastruktur eindeutig negativ sind, betrachtet der Markt dies derzeit noch so: Im Kern reden beide Seiten noch miteinander.” — Michael Brown via Reuters
Mohit Kumar, Ökonom bei Jefferies, äußerte sich langfristig verhalten konstruktiv, da keine Seite ein Interesse an einem langwierigen Konflikt habe.
„Unsere Ansicht bleibt, dass wir uns auf eine Einigung zubewegen. Wir sind an einem Punkt, an dem die Fortsetzung des Krieges für keine Seite von Vorteil ist. Trumps Wählerbasis will keinen Krieg, und Trump will ein Abkommen. Für die Revolutionsgarden geht es ums Überleben.” — Mohit Kumar via Reuters
Derren Nathan von Hargreaves Lansdown merkte an, dass weitere Gespräche die nächste Marktrichtung bestimmen werden; Anleger bräuchten weiterhin Geduld. Trotz der Volatilität liegt der FTSE 100 im Jahresverlauf noch mit über 7 Prozent im Plus, was Analysten als Beleg dafür werten, dass langfristige Investoren die Störungen bisher ohne massive Positionsauflösungen verkraftet haben.
Die Straße von Hormus ist seit langem ein Brennpunkt geopolitischer Spannungen. Sie liegt zwischen dem Iran im Norden und der Musandam-Halbinsel Omans im Süden und ist der einzige maritime Zugang zum Persischen Golf. Die aktuelle Krise wurzelt in der Operation „Epic Fury“, einer US-israelischen Militärkampagne gegen den Iran, die am 28. Februar 2026 begann. Dabei wurde Revolutionsführer Ali Chamenei getötet; sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde am 9. März 2026 zu seinem Nachfolger ernannt. Die Blockade der Meerenge hat die globalen Energiemärkte seit Kriegsbeginn wiederholt erschüttert.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 40 articles
- US Stock Futures Decline on Dimmed US-Iran Peace Talk Prospects (Bloomberg Business)
- Stock markets fall again as investors warned over more Iran war volatility (The Independent)
- Chaos in Hormuz Should Be a Reality Check for Oil Prices (Bloomberg Business)
- European shares slip as hopes for US-Iran peace fade (The Irish Times)
- US stock futures fall after rally as Mideast tensions flare (Reuters)
- UK stocks slip as uncertainty over US-Iran ceasefire lifts oil prices (Reuters)
- Oil Jumps After US Seizes Iranian Ship Just Before Ceasefire Expires (Bloomberg Business)
- Oil Up, U.S. Futures Fall Amid Increased Middle East Tensions; U.S. Retail Sales Eyed (The Wall Street Journal)
- Oil prices rise and markets fall after US ship seizure hits Iran peace deal hopes (The Guardian)
- Fresh uncertainty over US-Iran war sends oil price back up (The Independent)