Trotz eines am 7. April 2026 vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstands mit den USA festigt der Iran seine Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge. Die Führung in Teheran verlangt von Öltankern nun Transitgebühren in Kryptowährungen oder chinesischen Yuan, während der Schiffsverkehr faktisch stark eingeschränkt bleibt.
Krypto-Gebühren für Öl-Transit
Der Iran verlangt für die Passage durch die Straße von Hormus Zahlungen in Bitcoin oder Yuan, um Sanktionen zu umgehen.
Eingeschränkter Schiffsverkehr
Trotz Waffenstillstands dürfen nur wenige Schiffe passieren; Reedereien wie Hapag-Lloyd meiden die Route weiterhin.
Verstoß gegen Seerecht
Die erhobenen Gebühren gefährden das internationale Prinzip der friedlichen Durchfahrt in globalen Meerengen.
Der Iran hat am 8. April 2026 Maßnahmen ergriffen, um seine Kontrolle über die Straße von Hormus auszuweiten. Dabei forderte das Land, dass Öltanker Transitgebühren in Kryptowährungen oder chinesischen Yuan entrichten, obwohl die Wasserstraße nach einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran vom 7. April nominell wieder geöffnet wurde. Laut dem Wall Street Journal teilte der Iran Vermittlern mit, dass die täglichen Schiffspassagen auf etwa ein Dutzend begrenzt würden und eine vorherige Koordinierung mit der Islamischen Revolutionsgarde erforderlich sei. Hamid Hosseini, Sprecher der iranischen Exportunion für Öl-, Gas- und petrochemische Produkte, bestätigte den Gebührenplan gegenüber der Financial Times und gab an, dass der Preis auf etwa einen US-Dollar pro Barrel Öl festgesetzt ist. Dem Wall Street Journal zufolge durften am 8. April nur vier Schiffe passieren – laut S&P Global Market Intelligence der niedrigste Wert im bisherigen Monat. Die Lage verschlechterte sich weiter, als der Iran laut Il Messaggero am Nachmittag den Schiffsverkehr erneut einstellte, nachdem ein israelischer Angriff im Libanon erfolgt war. Dies ließ Tausende Seeleute auf Schiffen im Persischen Golf festsitzen.
Zwei Schiffe passieren, dann ruht der Verkehr erneut Die Schifffahrtsüberwachungsorganisation MarineTraffic berichtete, dass am 8. April zwei Schiffe die Meerenge überquerten, was kurzzeitig Hoffnungen bei Reedereien weckte. Die unter liberianischer Flagge fahrende Daytona Beach passierte um 06:59 Uhr UTC, kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Bandar Abbas, gefolgt von dem griechischen Massengutfrachter NJ Earth um 08:44 Uhr UTC. Diese Passagen blieben jedoch Ausnahmen. Der deutsche Schifffahrtsriese Hapag-Lloyd gab bekannt, den Transit durch die Meerenge nicht wieder aufzunehmen, und bezeichnete die Lage trotz des Waffenstillstands als „angespannt“. „„Auf Grundlage unserer aktuellen Risikobewertung werden wir weiterhin von einer Durchfahrt durch die Meerenge absehen und in den kommenden Tagen abwarten, ob die angekündigte Wiederöffnung tatsächlich respektiert wird.“” — Hapag-Lloyd via Il Messaggero Il Messaggero berichtete, dass Flottenmanager mehrerer Unternehmen ihre Offiziere anwiesen, die Position zu halten. Besatzungsmitglieder auf den festsitzenden Schiffen äußerten Besorgnis über die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser sowie die Gefahr durch Drohnensplitter. Laut Wall Street Journal sendete der Iran über UKW-Seefunk Warnungen aus, wonach Schiffen ohne Erlaubnis der Marine der Revolutionsgarden die Zerstörung drohe. 20 (Prozent) — Anteil des weltweiten Öls, der durch die Straße von Hormus transportiert wird
Bitcoin und Yuan: Irans sanktionssicheres Zahlungssystem Der iranische Gebührenmechanismus ist darauf ausgelegt, internationale Sanktionen zu umgehen. Laut einem Bericht von Gizmodo unter Berufung auf die Financial Times werden Zahlungen in Bitcoin, Stablecoins wie Tethers USDT oder dem USD1 der Trump-Familie sowie in chinesischen Yuan akzeptiert. Schiffe müssen vor der Passage Details zu ihrer Ladung per E-Mail an die iranischen Behörden senden, woraufhin diese eine Gebührenrechnung in digitaler Währung ausstellen. „„Sobald die E-Mail eingeht und der Iran die Prüfung abgeschlossen hat, bleiben den Schiffen wenige Sekunden für die Zahlung in Bitcoin. Dies stellt sicher, dass die Zahlungen aufgrund von Sanktionen weder zurückverfolgt noch beschlagnahmt werden können.“” — Hamid Hosseini via Gizmodo Hosseini begründete die Überwachung zudem mit Sicherheitsaspekten. „„Der Iran muss überwachen, was die Meerenge erreicht und verlässt, um sicherzustellen, dass diese zwei Wochen nicht für den Transport von Waffen genutzt werden.“” — Hamid Hosseini via adevarul.ro Gizmodo merkte an, dass die dezentrale Architektur von Bitcoin besonders geeignet für solche Transaktionen sei, während Stablecoins wie USDT technische Hintertüren enthalten, die eine Blockierung von Zahlungen ermöglichen könnten. Das Wall Street Journal berichtete, dass mindestens zwei Schiffe bereits den Gegenwert von zwei Millionen US-Dollar in chinesischen Yuan im Rahmen einer früheren informellen Vereinbarung gezahlt hatten. „„Die Straße von Hormus ist für sie mittlerweile definitiv so wichtig wie Raketen und das Atomprogramm. Kontrolle ist für sie ein Muss.“” — Danny Citrinowicz via The Wall Street Journal
Die Straße von Hormus ist eine schmale Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, mit dem Iran an der Nordküste und der omanischen Enklave Musandam im Süden. Etwa 20 Prozent des weltweiten Öls passieren die Meerenge, was sie zu einem der strategisch bedeutendsten maritimen Nadelöhre macht. Die aktuelle Krise resultiert aus dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der am 28. Februar 2026 begann. Während des Konflikts nutzte der Iran die Blockade der Durchfahrt als Druckmittel. Ein am 7. April 2026 erzielter Waffenstillstand sollte die Lage entspannen, doch die iranischen Gebührenforderungen stellen die Rückkehr zum Status quo infrage.
Gebührenplan kollidiert mit internationalem Seerecht Irans Gebührenmodell stellt eine direkte Herausforderung für das Seerechtsübereinkommen der UN dar, welches laut The Independent das Recht auf friedliche Durchfahrt garantiert. Wie The Independent und die New York Times anmerkten, haben jedoch weder die USA noch der Iran den Vertrag ratifiziert, was juristische Schritte erschwert. Donald Trump erklärte am Montag vor Journalisten, er befürworte eigene US-Gebühren in der Meerenge – eine Position, die laut New York Times früheren Aussagen von US-Vertretern widersprach, welche die iranischen Gebühren als illegal eingestuft hatten. Das Weiße Haus stellte später klar, Trump lehne iranische Gebühren ab. „„Die Schifffahrtsfreiheit wurde immer anerkannt, auch ausdrücklich im“” — Philippe Delebecque via The Independent internationalen Seerecht, sagte Philippe Delebecque, Experte für Seerecht an der Sorbonne in Paris. Er betonte, die Freiheit der Meere basiere auf der „Idee, dass das Meer niemandem gehöre“. Ein regionaler Beamter erklärte gegenüber The Independent, dass Irans 10-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges eine Bestimmung enthalte, die es dem Iran und Oman erlaube, Gebühren für den Wiederaufbau zu erheben. Die Golfstaaten, die für ihre Exporte auf die Meerenge angewiesen sind, lehnen laut Wall Street Journal jede Form von dauerhafter iranischer Kontrolle ab. Experten warnten, dass das Recht auf friedliche Durchfahrt dauerhaft untergraben werden könnte, sollte sich das iranische Modell als Präzedenzfall etablieren.
Krise an der Straße von Hormus – Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Hamid Hosseini — rzecznik Związku Eksporterów Ropy, Gazu i Produktów Petrochemicznych Iranu
Sources: 20 articles
- US-Iran ceasefire: Why Tehran wants to charge ships for crossing the Strait of Hormuz (France 24)
- Pagar un peaje a Irán por cruzar el estrecho de Ormuz: una moderna piratería contraria al derecho internacional (EL PAÍS)
- Iranul pregătește taxe în criptomonede pentru petrolierele care traversează Strâmtoarea Ormuz (adevarul.ro)
- Iran's proposal to collect tolls in the Strait of Hormuz violates trade norms (The Independent)
- FT: Iranul vrea să introducă taxe de trecere prin Strâmtoarea Ormuz, care să fie plătite numai în criptomonede - Știrile ProTV (Stirile ProTV)
- Iran Demands Bitcoin and Crypto for Strait of Hormuz Toll Payments (Gizmodo)
- Iran Tightens Its Grip on Hormuz Despite Cease-Fire (The Wall Street Journal)
- Los peajes en el estrecho de Ormuz desafían el derecho internacional (The New York Times)
- Hormuz, il passaggio costerà un dollaro al barile... in bitcoin (Tgcom24)
- Is Iran cashing in millions from Strait of Hormuz blockade? (Deutsche Welle)