Bei einem Sondergipfel in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs der EU am 19. März 2026 über die Folgen des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran beraten. Im Mittelpunkt standen die Sicherheit der Energieversorgung, mögliche neue Fluchtbewegungen und die Stabilität in der Region. UN-Generalsekretär António Guterres forderte ein Ende der Kampfhandlungen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Guterres fordert Kriegsende

UN-Generalsekretär António Guterres rief die Vereinigten Staaten und Israel dazu auf, den Krieg zu beenden, und forderte Iran auf, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.

EU prüft Ölstrategie bei Hormus-Risiko

Die mögliche längere Schließung der Straße von Hormus gilt aus Sicht der EU als zentrales wirtschaftliches Risiko für Energiemärkte und Lieferketten.

Marineeinsatz nur mit UN-Mandat

Die EU-Spitzen verständigten sich darauf, dass ein möglicher europäischer Einsatz in der Region der Hormusstraße nur mit einem UN-Mandat erfolgen könne. Giorgia Meloni unterstützte diese Linie ausdrücklich.

Aspides im Roten Meer soll gestärkt werden

Die EU will die Marineoperation Aspides ausbauen, allerdings nur innerhalb des bestehenden Mandats, um Handelsrouten im Roten Meer besser zu sichern.

Sorge vor neuer Migrationskrise

Die Staats- und Regierungschefs warnten vor möglichen neuen Fluchtbewegungen und betonten, eine Wiederholung der Lage von 2015 vermeiden zu wollen.

Unterstützung für Zypern signalisiert

Die EU erklärte sich bereit, Zypern in Gesprächen mit London über britische Militärstützpunkte auf der Insel zu unterstützen.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sind am 19. März 2026 in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammengekommen, der sich mit dem sich ausweitenden Konflikt im Nahen Osten und dessen möglichen Folgen für Europas Energiesicherheit, Migration und regionale Stabilität befasste. An dem Treffen nahm auch UN-Generalsekretär António Guterres teil, der die Gelegenheit zu einem direkten Appell an alle Konfliktparteien nutzte. Guterres forderte die Vereinigten Staaten und Israel auf, den Krieg zu beenden, und rief den Iran dazu auf, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die EU-Spitzen und Guterres berieten über konkrete Möglichkeiten, die Lage im gesamten Nahen Osten zu verbessern. Der Gipfel brachte mehrere abgestimmte Positionen zu Sicherheits-, Energie- und humanitären Fragen hervor. Das Treffen spiegelte die wachsende Besorgnis der EU über die unmittelbaren wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen des fortdauernden Militärschlags der USA und Israels gegen Iran wider, der am 28. Februar 2026 begonnen hatte.

Schließung der Hormusstraße zwingt die EU zur Überprüfung ihrer Ölstrategie Die mögliche länger andauernde Schließung der Straße von Hormus erwies sich als das drängendste wirtschaftliche Thema des Gipfels. Die EU-Spitzen warnten, dies würde eine umfassende Neubewertung der europäischen Strategie zur Ölsicherheit erzwingen. Die Europäische Union machte deutlich, dass jede anhaltende Störung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge direkte Folgen für die europäischen Energiemärkte und Lieferketten hätte. Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich zudem darauf, eine Aussetzung von Angriffen auf Energie- und Wasserinfrastruktur im gesamten Nahen Osten zu fordern. Sie bezeichneten dies sowohl als humanitäre als auch als strategische Notwendigkeit. In der Frage einer möglichen europäischen Marinepräsenz in der Region der Hormusstraße gab es einen vorsichtigen Konsens: Die EU-Spitzen waren sich einig, dass ein solcher Einsatz ein UN-Mandat erfordern würde. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schloss sich dieser Position ausdrücklich an und erklärte, Italien werde sich an Einsätzen in der Straße von Hormus nur unter einem solchen Mandat beteiligen. „dort nur mit der UN” — Giorgia Meloni via ANSA

Die Straße von Hormus gilt seit langem als einer der strategisch sensibelsten Seewege der Welt. Iran hat in Phasen erhöhter Spannungen mit westlichen Staaten wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen, und diese Drohung als Druckmittel in diplomatischen Auseinandersetzungen genutzt. Der aktuelle Konflikt begann am 28. Februar 2026, als die Vereinigten Staaten und Israel die Operation Epic Fury gegen Iran starteten und bei den ersten Angriffen den Obersten Führer Ali Khamenei töteten. Dessen Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Seither hält Iran im Rahmen seiner Reaktion auf die Militärkampagne den Druck auf internationale Schifffahrtsrouten aufrecht.

Aspides-Mission im Roten Meer soll verstärkt werden Die EU-Spitzen vereinbarten, die Marineoperation Aspides im Roten Meer zu verstärken. Dabei wurde präzisiert, dass jede Ausweitung innerhalb des bestehenden Mandats der Operation bleiben solle. Die Entscheidung spiegelte die Sorge wider, dass Instabilität im Zusammenhang mit dem breiteren Konflikt im Nahen Osten die für Europas Handel wichtigen kommerziellen Schifffahrtsrouten zusätzlich bedrohen könnte. Die Staats- und Regierungschefs befassten sich außerdem mit dem Risiko einer neuen Migrationskrise. Sie betonten, eine Wiederholung der groß angelegten Fluchtbewegungen von 2015 vermeiden zu wollen, als Hunderttausende Menschen aus den Konfliktgebieten in Syrien und darüber hinaus nach Europa kamen. Der Gipfel brachte zudem eine Erklärung hervor, wonach die EU bereit sei, Zypern in dessen laufendem Dialog mit London über britische Militärstützpunkte auf der Insel zu unterstützen. Damit signalisierte sie Solidarität mit einem Mitgliedstaat, der sich in einer sensiblen bilateralen Frage bewegt. Die Bandbreite der beim Gipfel behandelten Themen verdeutlichte, wie stark sich der Krieg der USA und Israels gegen Iran gleichzeitig auf verschiedene Politikfelder Europas auswirkt – von Energie und Verteidigung bis hin zu Migration und Diplomatie.

Guterres dringt auf Deeskalation, während die Diplomatie stockt António Guterres, der seit 2017 UN-Generalsekretär ist, nutzte seinen Auftritt beim Gipfel in Brüssel, um alle Seiten zu einer Deeskalation zu drängen, und richtete einen gemeinsamen Appell sowohl an die Kriegsparteien als auch an Iran. Seine Forderung an die Vereinigten Staaten und Israel, die militärischen Operationen einzustellen, und an Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, war eine der bislang direktesten öffentlichen Interventionen des UN-Chefs seit Beginn des Konflikts. Die EU-Spitzen führten mit Guterres Gespräche mit dem Ziel, praktische Schritte zur Verbesserung der Lage im gesamten Nahen Osten zu identifizieren, ohne dass ein konkreter diplomatischer Durchbruch bekanntgegeben wurde. Die Schlussfolgerungen des Gipfels zu Hormus, Aspides, Migration und Angriffen auf Infrastruktur umrissen in ihrer Gesamtheit die strategischen Prioritäten der EU, während der Konflikt in seine vierte Woche geht. Dass die EU für jeden möglichen Einsatz in der Straße von Hormus auf einem UN-Mandat besteht, zeigt zudem den bewussten Versuch, europäisches Handeln in multilateralen Rechtsrahmen zu halten und die eigene Linie von dem einseitigen Vorgehen Washingtons und Tel Avivs abzugrenzen.

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