US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Freitag eine globale Ausweitung der Seeblockade in der Straße von Hormus angekündigt. Gleichzeitig warnte er die europäischen und asiatischen Verbündeten vor einem Ende der einseitigen amerikanischen Schutzgarantien ohne entsprechende Gegenleistungen. Seit Beginn der Blockade am 8. April wurden nach US-Angaben bereits 34 Schiffe abgefangen.

Globale Ausweitung der Blockade

Die USA verstärken die Überwachung der Straße von Hormus durch einen zweiten Flugzeugträger und kontrollieren jeglichen Schiffsverkehr.

Kritik an europäischen Partnern

Hegseth wirft Europa Untätigkeit vor und fordert militärische Beiträge statt diplomatischer Konferenzen.

Mögliche NATO-Sanktionen

Interne Dokumente deuten auf Überlegungen hin, die NATO-Mitgliedschaft säumiger Partner wie Spanien zu suspendieren.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am Freitag, dass sich die amerikanische Seeblockade der Straße von Hormus „weltweit ausweite und verlängere“. Er warnte die europäischen und asiatischen Verbündeten, dass die Ära, in der man sich ohne gegenseitige Verpflichtungen auf den militärischen Schutz der USA verlassen konnte, vorbei sei. Auf einer Pressekonferenz im Pentagon erklärte Hegseth, kein Schiff verlasse die Meerenge ohne die Erlaubnis der US-Marine. Er bestätigte, dass seit Beginn der Blockade am 8. April 2026 im Rahmen der Operation Epic Fury insgesamt 34 (Schiffe) — Schiffe aus iranischen Häfen umgeleitet wurden. Hegseth kündigte zudem an, dass in Kürze ein zweiter Flugzeugträger zur Verstärkung des maritimen Absperrgürtels vor iranischen Häfen entsandt werde. Die Blockade werde so lange wie nötig aufrechterhalten, „was auch immer Präsident Donald Trump entscheidet“, wobei Washington keine Eile zeige, ein Abkommen mit Teheran zu schließen.

„Niemand segelt von der Straße von Hormus irgendwohin in der Welt ohne die Erlaubnis der Marine der Vereinigten Staaten.” — Pete Hegseth via Reuters

Hegseth fordert Europa zum Handeln statt zum Konferieren auf Hegseth richtete deutliche Kritik an die europäischen Regierungen und argumentierte, dass die Öffnung der Meerenge für sie weitaus wichtiger sei als für die Vereinigten Staaten, die über „eigene reichhaltige Reserven“ an Energie verfügten. Ein kürzlich in Paris abgehaltenes Treffen von etwa 30 internationalen Staats- und Regierungschefs – organisiert vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer – tat er als „dumm und hochtrabend“ ab, da es keine konkreten Ergebnisse geliefert habe. Die deutsch-britische Initiative hatte eine „neutrale“ Militärmission zur Begleitung von Handelsschiffen durch den Persischen Golf vorgeschlagen, die rein defensiv ausgerichtet sein sollte. Hegseth erklärte, er sehe keine „ernsthaften Bemühungen“ aus diesem Treffen hervorgehen und charakterisierte es als eine Zusammenkunft, bei der die Teilnehmer sich trafen, um „darüber zu sprechen, dass man vielleicht irgendwann einmal etwas tun wolle“. Washington würde dennoch einen echten militärischen Beitrag der Europäer begrüßen, da deren Energieversorgung in der aktuellen Krise am stärksten gefährdet sei.

„Wir zählen nicht auf Europa, aber sie brauchen die Straße von Hormus viel dringender als wir; vielleicht sollten sie anfangen, weniger zu reden, weniger prunkvolle Konferenzen in Europa abzuhalten und stattdessen ein Schiff besteigen. Dies ist in hohem Maße mehr ihr Kampf als unserer.” — Pete Hegseth via Deutsche Welle

Geleakte Pentagon-E-Mail bringt Ausschluss Spaniens aus der NATO ins Gespräch Hegseths Äußerungen fielen zeitlich mit dem Bekanntwerden einer mutmaßlichen internen E-Mail des Pentagons zusammen, die Optionen für Sanktionen gegen NATO-Verbündete skizzieren soll, welche die US-Bemühungen gegen den Iran nicht unterstützen. Darunter fällt offenbar auch eine mögliche Suspendierung Spaniens aus dem Bündnis. Hegseth ging auf der Pressekonferenz nicht direkt auf das Dokument ein, bekräftigte jedoch die Botschaft, dass Washington greifbare militärische Beiträge seiner Partner erwarte. „Europa und Asien haben jahrzehntelang von unserem Schutz profitiert, aber das Trittbrettfahrer-Dasein ist vorbei“, sagte er und bezeichnete die Untätigkeit der Verbündeten als strukturelles Versagen bei der Lastenteilung. Der Chef des Pentagons fügte hinzu, dass Länder ohne eigene militärische Kapazitäten Staaten wie dem Iran „ausgeliefert“ seien und nur das US-Militär der aktuellen Bedrohung begegnen könne. Die Kombination aus der geleakten E-Mail und Hegseths öffentlichen Erklärungen markiert eine erhebliche Eskalation des Drucks auf die europäischen Partner.

„Europa und Asien haben jahrzehntelang von unserem Schutz profitiert, aber das Trittbrettfahrer-Dasein ist vorbei.” — Pete Hegseth via eldiario.es

Iran erhält Zeit für Verhandlungen, doch USA signalisieren keine Dringlichkeit Trotz der verschärften Rhetorik deutete Hegseth an, dass der Iran weiterhin die Möglichkeit habe, den Konflikt diplomatisch zu lösen, sofern er einer überprüfbaren nuklearen Abrüstung zustimme. Teheran wisse, dass „das Fenster für eine kluge Entscheidung am Verhandlungstisch noch offen steht“; einzige Voraussetzung sei der glaubhafte Verzicht auf Atomwaffen. An der Seite des ranghohen US-Kommandeurs Dan Caine wiederholte Hegseth die Formulierung von Präsident Trump, wonach Washington „alle Zeit der Welt“ habe, was keinen unmittelbaren Druck für einen Abschluss der Verhandlungen signalisiert. Seit Beginn der Kriegshandlungen durch die USA und Israel am 28. Februar 2026 sind die globalen Energiepreise deutlich gestiegen, da der Tankerverkehr durch die Meerenge aufgrund iranischer Drohungen und der US-Seeblockade weitgehend zum Erliegen kam. Hegseth bezeichnete die Lage als „Weckruf für Länder weltweit“ und argumentierte, dass Nationen ohne eigene militärische Kapazitäten schutzlos und von der amerikanischen Macht abhängig seien.

Die Straße von Hormus steht im Zentrum des Konflikts, seit die USA und Israel am 28. Februar 2026 die Operation Epic Fury gegen den Iran starteten. Als Reaktion sperrte der Iran die Meerenge für den Tankerverkehr, was zu einem weltweiten Anstieg der Energiepreise führte. Die US-Seeblockade iranischer Häfen begann am 8. April 2026. Im Zuge des Konflikts kam auch der oberste Führer Irans, Ali Khamenei, bei ersten Angriffen ums Leben; sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde daraufhin im März 2026 in das Amt berufen.

Wichtige Ereignisse in der Krise an der Straße von Hormus: — ; — ; —

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