Das US-Finanzministerium hat Sanktionen für iranisches Öl, das bereits auf Tankern auf See verladen wurde, vorübergehend ausgesetzt. Die Lieferung und der Verkauf sind damit bis zum 19. April 2026 möglich. Washington will damit den starken Anstieg der Energiepreise infolge des Kriegs mit Iran dämpfen. Zugleich bestreitet Teheran, dass überhaupt entsprechende zusätzliche Mengen verfügbar seien.

Sanktionen für iranisches Öl befristet ausgesetzt

Das US-Finanzministerium erlaubt den Verkauf und die Lieferung bereits auf See verladenen iranischen Öls bis zum 19. April 2026.

Washington erwartet 140 Millionen Barrel für den Weltmarkt

Finanzminister Scott Bessent sagte, durch die Genehmigung könnten rund 140 Millionen Barrel rasch auf den Weltmarkt gelangen und vorübergehende Engpässe mindern.

Iran widerspricht den US-Angaben

Das iranische Ölministerium erklärte, es gebe derzeit weder überschüssige Rohölbestände auf See noch zusätzliche Mengen für internationale Märkte.

Auch russische Lieferungen wurden befristet ausgenommen

Für bereits auf See befindliche russische Öllieferungen gilt eine gesonderte US-Ausnahme bis zum 11. April 2026.

Ölpreise geben nach, bleiben aber deutlich erhöht

Brent fiel von 119 auf etwa 107 Dollar je Barrel, liegt damit aber immer noch rund 49 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn.

Das US-Finanzministerium hat Sanktionen für iranisches Öl, das bereits auf Tankern auf See verladen wurde, vorübergehend ausgesetzt und damit dessen Verkauf und Auslieferung bis zum 19. April 2026 erlaubt. Ziel der Maßnahme ist es, die globalen Energiepreise zu entlasten, die infolge des anhaltenden Kriegs mit Iran deutlich gestiegen sind. Finanzminister Scott Bessent hatte den Schritt am Donnerstag bereits angedeutet, bevor die formelle Ankündigung am Freitag erfolgte. Die Regierung bezeichnete die Genehmigung als „eng begrenzt“ und strikt vorübergehend. Sie gelte ausschließlich für Rohöl und Erdölprodukte, die sich bereits auf See befänden. Der Schritt ist eine der unmittelbarsten Interventionen der USA in die globalen Energiemärkte seit Beginn des Kriegs mit Iran am 28. Februar 2026. Präsident Donald Trump hatte andere Staaten, die von Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängen, zuvor dazu aufgerufen, Bemühungen zur Sicherung der Schifffahrt in der Region zu unterstützen.

140 Millionen Barrel sollen den Weltmarkt erreichen Scott Bessent erklärte, die Genehmigung werde es ermöglichen, dass rund 140 (million barrels) — iranisches Öl den Weltmarkt erreichen soll rasch auf die globalen Märkte gelangten. Damit sollten nach seiner Darstellung vorübergehende Versorgungsengpässe gemildert werden, die durch den Konflikt entstanden seien. Das Finanzministerium teilte mit, die Maßnahme ermögliche für den genehmigten Zeitraum die Lieferung und den Verkauf von iranischem Rohöl und Erdölprodukten. Bessent erklärte zudem, iranisches Öl fließe weiterhin aus dem Persischen Golf nach Indien und China, die die wichtigsten Käufer iranischen Rohöls blieben. Die Genehmigung ist mit Einschränkungen verbunden. So sind Verkäufe unter Beteiligung von Akteuren in Nordkorea oder Kuba untersagt. Die USA hatten zudem erst vor Kurzem eine gesonderte befristete Ausnahmeregelung für russische Öllieferungen erlassen, die sich bereits auf See befinden; sie gilt bis zum 11. April 2026. Zur Begründung wurden ähnliche Sorgen um die Versorgungslage genannt. Beide Maßnahmen zeigen, dass die Regierung in einer Phase erheblicher Marktstörungen infolge des Kriegs das globale Ölangebot erhöhen will.

US Sanctions Waivers on Stranded Oil Shipments: Frist für Ausnahmeregelung bei iranischem Öl (before: Sanktionen in Kraft, after: Ausgesetzt bis 19. April 2026); Frist für Ausnahmeregelung bei russischem Öl (before: Sanktionen in Kraft, after: Ausgesetzt bis 11. April 2026); Beschränkungen der Iran-Ausnahmeregelung (before: Keine (vollständige Sanktionen), after: Verkäufe nach Nordkorea oder Kuba verboten)

Iran bestreitet zusätzliche Ölvorräte auf See Das iranische Ölministerium wies die Ankündigung aus den USA deutlich zurück. Ein Sprecher erklärte am Freitag, das Land verfüge derzeit weder über überschüssige Rohölbestände auf See noch über Mengen, die für die Belieferung internationaler Märkte verfügbar seien. Der Sprecher schrieb im Onlinedienst X, die Aussagen von Scott Bessent dienten „lediglich dazu, Käufern Hoffnung zu machen“ und spiegelten kein tatsächlich verfügbares Angebot wider. Das Dementi schafft Unsicherheit darüber, ob das vom Finanzministerium erwartete Ölvolumen tatsächlich auf dem Weltmarkt ankommen wird. Sollte die iranische Darstellung zutreffen, würde dies die praktische Wirkung der Sanktionsaussetzung deutlich mindern. Der Streit über die Frage, ob gestrandete iranische Ölvorräte überhaupt existieren, verleiht dem Schritt zusätzliche Unklarheit, obwohl die Trump-Regierung ihn als konkreten Eingriff auf der Angebotsseite dargestellt hat. Eine unabhängige Überprüfung des Umfangs iranischer Ölmengen, die sich derzeit auf See befinden, lag in den zugrunde liegenden Materialien nicht vor.

2026-02-27: 72, 2026-03-19: 119, 2026-03-20: 107

Ölpreise fallen deutlich, liegen aber weiter klar über dem Vorkriegsniveau Der Preis für Brent-Rohöl sank nach Bekanntwerden der Sanktionsaussetzung von 119 (USD per barrel) — Brent-Rohölpreis vor Ankündigung der Sanktionsaussetzung am Donnerstag auf etwa 107 Dollar je Barrel am Freitagvormittag. Vor Beginn des Kriegs mit Iran hatte der Preis bei rund 72 Dollar je Barrel gelegen. Damit liegt er trotz des Rückgangs vom Freitag noch immer etwa 49 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Der nahezu zum Stillstand gekommene Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gilt als Hauptgrund für den Preisanstieg, da die Meerenge zu den wichtigsten Engpässen des weltweiten Öl- und Gashandels zählt. Auch die Erdgaspreise verharren nach einem Bericht von in.gr auf erhöhtem Niveau. Der doppelte Ansatz der Regierung, gestrandete Ölmengen sowohl aus Iran als auch aus Russland durch befristete Lockerungen zugänglich zu machen, deutet darauf hin, dass Washington Sanktionserleichterungen als kurzfristiges Instrument zur Preissteuerung einsetzt. Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, ist etwa 167 Kilometer lang und gilt seit Langem als eine der strategisch sensibelsten Wasserstraßen des globalen Energiehandels. Die militärische Kampagne der USA und Israels gegen Iran mit der Bezeichnung Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 und führte bei den ersten Angriffen zum Tod des Obersten Führers Ali Khamenei. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Die Störung des Verkehrs durch Hormus hat die Öl- und Gaspreise auf Niveaus getrieben, die seit Jahren nicht mehr erreicht worden waren, und in Washington Notmaßnahmen ausgelöst.

Mentioned People

  • Scott Bessent — 79. sekretarz skarbu Stanów Zjednoczonych od 2025 r.
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych