Am 7. April 2026 berichtete Bloomberg News über ein Telefonat zwischen dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. In dem Gespräch vom 17. Oktober 2025 soll Orbán angeboten haben, Moskau „auf jede Weise“ behilflich zu sein, unter anderem durch die Ausrichtung eines Friedensgipfels in Budapest. Diese Enthüllungen werden nur fünf Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April 2026 bekannt, bei der Orbán vor seiner größten Herausforderung seit 16 Jahren steht.

Zusage zur Zusammenarbeit

Viktor Orbán bot Wladimir Putin in einem vertraulichen Telefonat an, Russland in jeder Weise zu unterstützen.

Geplanter Friedensgipfel

Budapest wurde als Treffpunkt für Putin und Trump diskutiert, was letztlich an ungelösten Ukraine-Forderungen scheiterte.

Wahlkampf-Kontext

Die Enthüllung erfolgt unmittelbar vor der ungarischen Parlamentswahl und belastet Orbáns Neutralitätsversprechen.

Bloomberg News berichtete am 7. April 2026, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán in einem Telefonat am 17. Oktober 2025 gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärt habe: „Ich stehe Ihnen zu Diensten“. Er bot Russland demnach Unterstützung „auf jede Weise“ an, einschließlich der Ausrichtung eines Gipfeltreffens in Budapest zur Beilegung des Krieges in der Ukraine. Bloomberg berief sich auf ein von der ungarischen Regierung erstelltes Protokoll des Gesprächs, dessen Authentizität von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person unter der Bedingung der Anonymität bestätigt wurde. Weder ein ungarischer Regierungssprecher noch der Kreml nahmen unmittelbar zu den Anfragen Stellung. Die Nachrichtenagentur Reuters gab an, das Protokoll nicht unabhängig verifizieren zu können. Die Veröffentlichung erfolgte fünf Tage vor der ungarischen Parlamentswahl am 12. April 2026, die laut Umfragen die schwierigste Wiederwahl für Orbán in dessen 16-jähriger Amtszeit darstellt. Zeitgleich traf US-Vizepräsident JD Vance am 7. April in Budapest ein, um Orbán zu besuchen – eine Geste, die weithin als Unterstützung für den ungarischen Premier im Wahlkampf gewertet wurde.

Fabel von Maus und Löwe untermauerte Orbáns Zusage an Putin Das Telefonat, das inklusive Dolmetscherzeiten weniger als 15 Minuten dauerte, wurde von Bloomberg primär als diplomatischer Austausch über gegenseitige Wertschätzung und die Aussicht auf ein Treffen zwischen Donald Trump und Putin in Budapest beschrieben. Orbán bemühte eine in Ungarn bekannte Äsop-Fabel, in der eine Maus einen Löwen aus dem Netz eines Jägers befreit, nachdem dieser ihr zuvor das Leben gespart hatte, um Ungarns Bereitschaft zur Unterstützung Russlands zu verdeutlichen. „„Aber gestern ist unsere Freundschaft auf ein so hohes Niveau gestiegen, dass ich in jeder Hinsicht helfen kann – es gibt eine Geschichte in unseren ungarischen Bilderbüchern, in der eine Maus einem Löwen hilft. Ich bin bereit, sofort zu helfen... In jeder Angelegenheit, in der ich behilflich sein kann, stehe ich Ihnen zu Diensten.“” — Viktor Orbán via Bloomberg News Dem Protokoll zufolge lachte Putin über diesen Vergleich. Orbán erinnerte zudem daran, dass ihre Freundschaft seit einem ersten Treffen in St. Petersburg im Jahr 2009 stetig gewachsen sei, und bedauerte, dass sich beide Staatschefs seit der Pandemie nicht mehr so regelmäßig persönlich treffen könnten wie zuvor. Sowohl Orbán als auch Putin hatten am Tag vor dem Gespräch am 17. Oktober separat mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, um die Möglichkeit eines Gipfels in Budapest zu erörtern. Budapest sei „„vielleicht das einzige europäische Land, das ein akzeptabler Ort ist“” — Vladimir Putin via Bloomberg News, so beschrieb Putin einen potenziellen Treffpunkt mit Trump.

Geplanter Gipfel scheiterte an Moskauer Forderungen zur Ukraine Das vorgeschlagene Treffen in Budapest fand letztlich nicht statt, da sich die Vereinigten Staaten und Russland laut Bloomberg nicht auf Moskaus Forderungen bezüglich der Ukraine einigen konnten. Putin lobte während des Telefonats Orbáns Haltung zum Ukraine-Krieg als „unabhängig und flexibel“ und äußerte Unverständnis darüber, dass diese Position von anderen europäischen Regierungen kritisiert werde. Ungarn hatte zu diesem Zeitpunkt erklärt, man werde Putin die sichere Einreise garantieren, ungeachtet eines vom Internationalen Strafgerichtshof gegen ihn erlassenen Haftbefehls. Diese Zusage wurde dadurch erleichtert, dass die Regierung Orbán derzeit den Austritt Ungarns aus dem IStGH vorbereitet. Das Gespräch thematisierte auch Donald Trump, wobei beide Politiker positive Einschätzungen über den US-Präsidenten austauschten. Bloomberg wertete den Inhalt des Telefonats als weiteren Beleg dafür, dass die Unterstützung Russlands eine Politik sei, die auf höchster Ebene der ungarischen Regierung gesteuert werde. Das Gespräch endete Berichten von Adnkronos unter Berufung auf den Guardian zufolge mit einem Gruß Orbáns an Putin auf Russisch.

Geleakte Aufzeichnungen belasten Orbáns Russland-Beziehungen vor der Wahl Der Bloomberg-Bericht ist die jüngste in einer Reihe von Veröffentlichungen, die kurz vor der Wahl am 12. April den Fokus auf Ungarns Verhältnis zu Moskau lenken. Ein Investigativ-Konsortium, dem unter anderem die Portale FRONTSTORY, VSquare und The Insider angehören, veröffentlichte im März ein Protokoll, das den ungarischen Außenminister Péter Szijjártó bei Gesprächen über EU-Sanktionen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zeigt. Lawrow erwartete demnach von Szijjártó Bemühungen zur Aufhebung von Sanktionen gegen Gulbahor Ismailova, die Schwester des russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Szijjártó wies diese Berichte als das Ergebnis ausländischer Geheimdienstaktivitäten zurück. Der ehemalige ungarische Außenminister und EU-Kommissar Péter Balázs erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Orbán sei „Putins wertvollster Agent im Westen“. Der Kreml habe keinen besseren Mann, um russische Interessen im Kern der EU und der NATO zu vertreten. Orbán weist Vorwürfe einer pro-russischen Politik konsequent zurück und betont, ausschließlich im Interesse Ungarns zu handeln. Dennoch blockiert Budapest seit Wochen neue EU-Sanktionen gegen Russland sowie einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für Kiew. Die Regierung verknüpft diese Blockadehaltung offen mit der Forderung nach Freigabe von EU-Mitteln, die wegen Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit zurückgehalten werden.

Viktor Orbán ist seit 2010 Ministerpräsident von Ungarn und bekleidete das Amt bereits von 1998 bis 2002. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 hält er engere Kontakte zum Kreml als jeder andere Regierungschef der EU oder NATO. Ungarn ist weiterhin stark von russischen Energieimporten abhängig, und Budapest nutzt regelmäßig sein Vetorecht in Brüsseler Institutionen, um Maßnahmen gegen Russland abzumildern. Der Haftbefehl des IStGH gegen Wladimir Putin steht im Zusammenhang mit der mutmaßlichen rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder.

Wichtige Ereignisse im Vorfeld der Bloomberg-Enthüllung: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Viktor Orbán — Premier Węgier sprawujący urząd od 2010 roku
  • Vladimir Putin — Prezydent Rosji sprawujący urząd od 2012 roku
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych

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