Die Deutsche Bahn hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Vor allem Abschreibungen bei der Fernverkehrstochter belasteten das Ergebnis. Zugleich meldete der bundeseigene Konzern erstmals seit Jahren wieder ein positives operatives Ergebnis und sprach von einer beginnenden Wende.

Verlust steigt trotz besserem operativen Ergebnis

Die Deutsche Bahn meldet für 2025 einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig kehrt das bereinigte EBIT mit 297 Millionen Euro in den positiven Bereich zurück.

DB Fernverkehr und Infrastruktur belasten das Ergebnis

Vor allem Abschreibungen bei DB Fernverkehr in Höhe von 1,4 Milliarden Euro drücken das Ergebnis. Als Ursache nennt der Konzern die schwache Infrastruktur und geringere Erwartungen für künftige Erlöse.

DB Schenker-Verkauf senkt Schulden deutlich

Durch den Verkauf von DB Schenker sinkt die Verschuldung auf 20,7 Milliarden Euro. Der Konzern verliert damit aber auch einen wichtigen Gewinnträger.

Palla spricht von beginnender Wende

Evelyn Palla verweist auf bessere operative Zahlen und auf Fortschritte bei DB Regio und DB Fernverkehr. Eine vollständige Erholung erwartet der Konzern aber erst bis 2036.

Die Deutsche Bahn hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen, wie der bundeseigene deutsche Bahnkonzern am Freitag in Berlin mitteilte. Damit fiel das Minus um rund 0,5 Milliarden Euro höher aus als im Vorjahr. Hauptursache waren 1.4 (Milliarden Euro) — Abschreibungen bei der Tochter DB Fernverkehr bei der Tochter DB Fernverkehr, die wegen anhaltender Probleme mit der Infrastruktur künftig deutlich geringere Erlöse erwartet. Der Zustand des Schienennetzes und die Pünktlichkeit erholten sich nach Angaben des Unternehmens nur langsam. Eine vollständige Sanierung sei erst 2036 zu erwarten.

Operatives Ergebnis nach Jahren der Verluste wieder im Plus Der Umsatz stieg 2025 um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT verbesserte sich um 630 Millionen Euro auf 297 Millionen Euro und lag damit wieder im positiven Bereich. Palla, die am 1. Oktober 2025 die Führung der Deutschen Bahn von Richard Lutz übernommen hat, wertete die Zahlen trotz des ausgewiesenen Verlusts als Zeichen eines spürbaren Fortschritts. Die Sparte des Regionalverkehrs, DB Regio, erzielte das stärkste Segmentergebnis, das operative Ergebnis stieg auf 191 Millionen Euro. Das Busgeschäft von DB Regio schrieb erstmals seit acht Jahren wieder schwarze Zahlen. Im Fernverkehr meldete DB Fernverkehr ein operatives Ergebnis von 45 Millionen Euro. Das war eine deutliche Wende gegenüber einem Verlust von 96 Millionen Euro im Jahr 2024, auch wenn die Fahrgastzahl von 1,93 Milliarden — ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber 2024 — unter den internen Erwartungen blieb.

„Erst wenn wir wieder dauerhaft Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft finanzieren können, haben wir unser Ziel erreicht.” — Evelyn Palla via stern.de

Wichtige Finanzkennzahlen der Deutschen Bahn 2024 und 2025: Nettoverlust (before: rund 1,8 Milliarden Euro (2024), after: 2,3 Milliarden Euro (2025)); EBIT (bereinigt) (before: minus 333 Millionen Euro (2024), after: plus 297 Millionen Euro (2025)); Umsatz (before: rund 26,2 Milliarden Euro (2024), after: rund 27 Milliarden Euro (2025)); Operatives Ergebnis DB Fernverkehr (before: minus 96 Millionen Euro (2024), after: plus 45 Millionen Euro (2025))

Verkauf von DB Schenker senkt Schulden, kostet aber einen Ertragsbringer Der 2025 abgeschlossene Verkauf der Logistiktochter DB Schenker hat die Gesamtverschuldung des Konzerns um knapp 12 Milliarden Euro gesenkt. Sie liegt nun bei 20.7 (Milliarden Euro) — Gesamtverschuldung der Deutschen Bahn nach dem Verkauf von Schenker. Die Erlöse aus dem Verkauf flossen nahezu vollständig in den Schuldenabbau und nicht in operative Investitionen. Zugleich verlor der Konzern damit einen seiner verlässlichsten Gewinnträger und ist stärker auf die Schwächen des eigenen Bahngeschäfts angewiesen. Das Sanierungsprogramm für die Infrastruktur, das nach Unternehmensangaben bis 2036 laufen soll, wird die Pünktlichkeit und die Fernverkehrserlöse noch über Jahre belasten. Palla räumte ein, dass angesichts der Ergebnisse von Zufriedenheit keine Rede sein könne. Zugleich verwies sie auf die verbesserten operativen Zahlen als Grundlage für die Erholung.

Die Deutsche Bahn kämpft mit einem zunehmend maroden Schienennetz, das die Pünktlichkeit und das Vertrauen der Fahrgäste im Fernverkehr belastet. Nach Prognosen, auf die sich das Unternehmen im Dezember 2025 berief, hatte der Konzern im Jahr vor 2025 bereits einen operativen Verlust von 333 Millionen Euro verbucht. Richard Lutz war von März 2017 bis zum 30. September 2025 Vorstandsvorsitzender, ehe Evelyn Palla die Funktion übernahm. Der Konzern steht unter Druck der Bundesregierung als Alleineigentümerin, seine hohe Verschuldung zu verringern und wieder auf einen finanziell tragfähigen Kurs zu kommen.

DB Regio: 191, DB Fernverkehr: 45, EBIT der DB-Gruppe (bereinigt): 297

Sanierung bis 2036, die Rückkehr zur Pünktlichkeit liegt weiter in der Ferne Die Infrastrukturprobleme der Deutschen Bahn bleiben das zentrale Hindernis für eine nachhaltige finanzielle Erholung. Das Unternehmen hat eingeräumt, dass der schlechte Zustand des Schienennetzes die Pünktlichkeit der ICE-Fernzüge noch über Jahre beeinträchtigen wird. Das wirkt sich direkt auf die Abschreibungsberechnung bei DB Fernverkehr aus. Die Wertminderung von 1,4 Milliarden Euro in dieser Sparte ist der formale buchhalterische Ausdruck dafür, dass die erwarteten künftigen Erlöse wegen des langsamen Fortschritts bei der Netzsanierung nach unten korrigiert wurden. Palla hat nach Berichten vom Januar 2026 erkennen lassen, dass das Unternehmen durch Kostensenkungen jährlich bis zu 500 Millionen Euro einsparen wolle. Der Weg zurück zu jährlichen Überschüssen und zur Eigenfinanzierung des Investitionsprogramms sei nach Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden weiterhin noch nicht erreicht. Auf die Bundesregierung als Alleineigentümerin bleibt damit der Druck bestehen, die Infrastrukturerneuerung mitzufinanzieren, während das Unternehmen versucht, seine operativen Finanzen zu stabilisieren.

Mentioned People

  • Evelyn Palla — Prezes Deutsche Bahn AG od 1 października 2025 roku
  • Richard Lutz — Były prezes zarządu Deutsche Bahn AG (2017–2025)

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