Die Europäische Union und Australien haben ihre Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die Einigung wurde am 24. März 2026 in Canberra von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Australiens Premierminister Anthony Albanese bekanntgegeben. Neben Zollsenkungen und leichterem Marktzugang umfasst das Paket auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft.

Abschluss nach rund acht Jahren

Die EU und Australien haben ihre Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen am 24. März 2026 in Canberra abgeschlossen.

1 Milliarde Euro weniger Zölle

Die EU-Kommission erwartet, dass europäische Unternehmen durch das Abkommen jährlich 1 Milliarde Euro an Zöllen einsparen.

Rohstoffe als strategischer Kern

Australien ist für die EU wegen Lithium, seltener Erden und weiterer kritischer Rohstoffe von zentraler Bedeutung.

Neue Sicherheitskooperation

Neben dem Handelsabkommen wurde auch eine Partnerschaft zu Cyberrisiken, hybriden Bedrohungen und ausländischer Informationsmanipulation angekündigt.

Ratifizierung steht noch aus

Bevor das Abkommen vollständig wirksam werden kann, muss es noch vom Europäischen Parlament ratifiziert werden.

Die Europäische Union und Australien haben ihre Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen am 24. März 2026 abgeschlossen. Bekanntgegeben wurde die Einigung in Canberra gemeinsam von EU-Kommission-Präsidentin Ursula von der Leyen und dem australischen Premierminister Anthony Albanese. Das Abkommen, das nach rund acht Jahren Verhandlungen zustande kam, soll Zölle und andere Handelshemmnisse für ein breites Spektrum an Waren und Dienstleistungen abbauen. Die EU-Kommission rechnet damit, dass europäische Unternehmen dadurch jährlich Zölle in Höhe von 1 Milliarde Euro einsparen.

EU-Unternehmen erhalten mit dem Abkommen leichteren Zugang zum australischen Markt, unter anderem bei freiberuflichen Dienstleistungen, im Seeverkehr und bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Australien erhält im Gegenzug erweiterte Exportrechte für Wein, Meeresfrüchte und Agrarprodukte einschließlich Rindfleisch. Parallel zum Handelsabkommen wurde zudem eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft angekündigt. Sie umfasst Cyberrisiken, hybride Bedrohungen und ausländische Informationsmanipulation. Von der Leyen stellte die Einigung als unmittelbare Reaktion auf das veränderte globale Handelsumfeld dar, das durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und ein selbstbewusster auftretendes China geprägt sei.

„Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Unruhe Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind” — Ursula von der Leyen via SRF News

Die Handelsgespräche zwischen der EU und Australien begannen nach Websuchergebnissen ungefähr 2018, gerieten in den folgenden Jahren jedoch wiederholt ins Stocken und brachen zeitweise ab. Die politische Unsicherheit infolge von Trumps Zollpolitik habe den Abschluss deutlich beschleunigt, berichtete der SRF-News-Korrespondent Urs Wälterlin. Das Abkommen mit Australien ist das zweite große Handelsabkommen, das die Europäische Kommission im Jahr 2026 abgeschlossen hat, nach einer früheren Einigung mit Indien. Das EU-Mercosur-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay soll am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten. Das CETA-Abkommen mit Kanada, das 2017 in Kraft trat, ließ das bilaterale Handelsvolumen laut N-tv um 25 Prozent steigen und spart jährlich 590 Millionen Euro an Zöllen ein.

Australische Rohstoffe sind für die EU strategisch bedeutsam Die strategische Bedeutung des Abkommens reicht deutlich über den klassischen Marktzugang hinaus. Im Zentrum der Überlegungen der EU steht Australiens Rolle als Lieferant kritischer Rohstoffe. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen fördert Australien nahezu die Hälfte des weltweiten Lithiums und ist zudem ein bedeutender Produzent seltener Erden. Das Land kann die EU demnach mit zwei Dritteln jener Rohstoffe versorgen, die Brüssel als strategisch und kritisch eingestuft hat. Das Abkommen sichert der EU nicht nur den Zugang zu australischen Lagerstätten. Es schafft auch eine Zusammenarbeit bei der Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe, ein Bereich, der derzeit nahezu vollständig von China dominiert wird. Australien ist bereits jetzt der größte Lithiumlieferant der EU. Das Metall ist für die Batterieproduktion in der Automobilindustrie und in Bereichen der Energiewende unverzichtbar. Die Einigung ermöglicht es der EU damit, ihre Abhängigkeit zugleich von zwei schwierigen Partnern zu verringern: von den Vereinigten Staaten im Handel und von China bei der Rohstoffverarbeitung. Zu den Branchen, die nach Einschätzung der EU-Kommission besonders profitieren dürften, zählen Maschinenbau, Chemieindustrie, Automobilindustrie und Landwirtschaft.

Beim Zollabbau nennen verschiedene Quellen unterschiedliche Zahlen Über das Ausmaß der Zollsenkungen berichten verschiedene Quellen unterschiedlich, und beide Angaben sind relevant. Websuchergebnisse unter Berufung auf Reuters melden, dass das Abkommen mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien beseitigen werde. N-tv verweist hingegen auf das CETA-Beispiel, um zu zeigen, wie sich Handelsvolumen entwickeln können, ohne die Marke von 99 Prozent unmittelbar auf das Australien-Abkommen zu übertragen. Die von der EU-Kommission erwartete jährliche Zolleinsparung von 1 Milliarde Euro für europäische Exporteure wurde von N-tv aufgegriffen. Australien mit einer Bevölkerung von rund 27 Millionen Menschen steht nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen derzeit auf Rang 20 unter den wichtigsten Handelspartnern der EU. Das macht das Land zu einem wirtschaftlich eher begrenzten, politisch und symbolisch jedoch bedeutsamen Partner. Das Abkommen muss noch vom Europäischen Parlament ratifiziert werden. Dieser Schritt birgt politisches Risiko, weil grüne Europaabgeordnete die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens zuvor verzögert hatten.

CETA (Canada): 590,000,000, EU-Australia (projected): 1,000,000,000

Die EU baut ihr Netz an Handelspartnern mit hoher Geschwindigkeit aus Die Einigung mit Australien fügt sich in eine breitere und sich beschleunigende Strategie der EU ein, Handelsbeziehungen als Reaktion auf Trumps Zollpolitik gegenüber Partnern weltweit zu diversifizieren. Die Frankfurter Allgemeine schrieb, dass die Verhandlungen mit Thailand, Malaysia, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten unter hohem Druck vorangetrieben würden. Die Kommission bezeichne 2026 bereits jetzt als erfolgreiches Jahr der Handelspolitik, unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche. N-tv zog eine Parallele zu einer Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney beim World Economic Forum in Davos. Dort rief Carney mittelgroße Volkswirtschaften, darunter Kanada, Deutschland und Australien, dazu auf, ihre Handelsbeziehungen und ihre Zusammenarbeit in der gegenwärtigen Phase zu vertiefen.

In Australien kam von rechtsgerichteten Oppositionspolitikern Kritik. Sie argumentierten, australische Landwirte hätten bei den Rindfleischexporten schlechtere Konditionen erhalten als angestrebt: 30.000 Tonnen pro Jahr statt der geforderten 50.000 Tonnen. Zugleich seien die europäischen Produktionsrechte für Prosecco geschützt worden. Auch europäische Landwirtschaftsverbände dürften die erweiterten Fleischimportregelungen genau prüfen. Trotz dieser Spannungen kam die Süddeutsche Zeitung zu dem Schluss, dass die Chancen des Abkommens die Risiken überwiegen und dass das wachsende Handelsnetz der EU strategisch der richtige Kurs für die Staatengemeinschaft ist.

EU trade deal milestones in 2025-2026: — ; — ; —

Mentioned People

  • Ursula von der Leyen — przewodnicząca Komisji Europejskiej od 2019 roku
  • Anthony Albanese — 31. premier Australii od 2022 roku
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 roku
  • Mark Carney — 24. premier Kanady od 2025 roku
  • Friedrich Merz — 10. kanclerz Republiki Federalnej Niemiec od maja 2025 roku

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