Die Trump-Administration hat sich am Montag mit dem französischen Energiekonzern TotalEnergies auf einen Vertrag über fast 1 Milliarde Dollar geeinigt. Im Gegenzug gibt das Unternehmen zwei Offshore-Windflächen vor der US-Ostküste auf und will das Geld in fossile Projekte in den USA umlenken. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung in Houston von Patrick Pouyanné und Innenminister Doug Burgum.
Fast 1 Milliarde Dollar für den Rückzug aus Windprojekten
Das US-Innenministerium erstattet TotalEnergies 928 Millionen Dollar für zwei Offshore-Windpachten und erhält im Gegenzug den Verzicht auf die beiden Standorte sowie auf neue US-Offshore-Windprojekte.
Vier Gigawatt geplante Kapazität entfallen
Die beiden Projekte Attentive Energy und das Vorhaben vor North Carolina wären zusammen auf rund vier Gigawatt ausgelegt gewesen.
Fossile Projekte rücken in den Mittelpunkt
TotalEnergies will den gleichen Betrag 2026 in fossile Vorhaben investieren, vor allem in Rio Grande LNG in Brownsville, Texas.
Politischer Streit über Energiepreise und Windkraft
Doug Burgum stellte die Einigung als Kurswechsel hin, während Kritiker von politischem Theater sprachen und auf weiter steigende Energiepreise verwiesen.
Strategiewechsel nach gescheiterten Gerichtsstopps
Frühere Versuche der Trump-Administration, Offshore-Wind per Anordnung zu stoppen, scheiterten vor Bundesgerichten.
Die Trump-Administration hat am Montag mit dem französischen Energiekonzern TotalEnergies einen Vertrag im Umfang von fast 1 Milliarde Dollar unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, die beiden Offshore-Windpachten des Unternehmens vor der Ostküste der Vereinigten Staaten zu beenden und das Kapital stattdessen in die heimische Förderung fossiler Energieträger zu lenken. TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné und US-Innenminister Doug Burgum unterzeichneten die Vereinbarung am Rande der jährlichen CERAWeek in Houston, Texas. Das Innenministerium erstattet dem Unternehmen die vollen 928 Millionen Dollar, die es unter der Regierung von Joe Biden als Pachtzahlungen hinterlegt hatte. Im Gegenzug gibt TotalEnergies die beiden Standorte auf und verpflichtet sich, in den Vereinigten Staaten keine neuen Offshore-Windprojekte zu entwickeln. Das Unternehmen hat zugesagt, in diesem Jahr einen gleich hohen Betrag in fossile Energieprojekte zu investieren, vor allem in die LNG-Anlage Rio Grande in Brownsville im US-Bundesstaat Texas sowie in die konventionelle Ölproduktion im Golf von Amerika und die Schiefergasförderung.928 (million USD) — Erstattung für TotalEnergies für zwei Windstandorte Vier Gigawatt an geplanter Kapazität fallen wegDie beiden gestrichenen Projekte hätten zusammen eine Kapazität von rund vier Gigawatt gehabt. Das größere der beiden Vorhaben mit dem Namen Attentive Energy war ein Standort östlich von New Jersey im New York Bight mit einer geplanten Leistung von 3 GW. Entwickelt werden sollte es als Gemeinschaftsprojekt mit Corio Generation und Rise Light and Power, nachdem TotalEnergies die Pachtrechte 2022 gewonnen hatte. Das zweite Projekt vor der Küste von North Carolina war mit 1 GW geplant. TotalEnergies hatte beide Vorhaben bereits Ende 2024 auf Eis gelegt, nachdem Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. Das Unternehmen verwies damals darauf, dass Genehmigungen durch die neue Bundesregierung kaum zu erwarten seien. Pouyanné bezeichnete die Vereinbarung als pragmatische Lösung. Er grenzte seinen Kurs von dem anderer europäischer Energiekonzerne wie Orsted und Equinor ab, die gegen die Regierung geklagt haben statt zu verhandeln. „Angesichts der Tatsache, dass die Entwicklung von Offshore-Windprojekten nicht im Interesse des Landes liegt, haben wir beschlossen, auf die Offshore-Windentwicklung in den USA zu verzichten, im Austausch gegen die Erstattung der Pachtgebühren. Wir sind der Ansicht, dass dies ein deutlich effizienterer Einsatz von Kapital in den USA ist.” — Patrick Pouyanné via France 24 Pouyanné sagte zudem, TotalEnergies habe mit Glenfarne, dem führenden Entwickler des Alaska-LNG-Projekts, eine Absichtserklärung über die langfristige Abnahme von 2 Millionen Tonnen LNG pro Jahr über 20 Jahre unterzeichnet.Attentive Energy (New York Bight): 3, Standort in North Carolina: 1 Burgum nennt Windkraft „teuer und unzuverlässig“Die Vereinbarung wurde vor dem Hintergrund stark steigender globaler Energiepreise bekannt, die durch die seit dem 28. Februar 2026 laufende US-israelische Militärkampagne gegen Iran befeuert werden. Laut Suchergebnissen, die Reuters zitieren, sind die weltweiten Referenzpreise für Öl seit Beginn des Kriegs um mehr als 50 Prozent auf über 110 Dollar je Barrel gestiegen. Das setzt die Trump-Administration unter Druck, das inländische Energieangebot auszuweiten. Burgum stellte die Vereinbarung in Houston offen politisch dar. „Wir arbeiten mit TotalEnergies zusammen, um fast 1 Milliarde Dollar freizusetzen, die in einer Pachtkaution gebunden war und in die Subventionen der vorherigen Regierung gelenkt wurde, die teure, vom Wetter abhängige Offshore-Windkraft vorangetrieben haben.” — Doug Burgum via France 24 „Diese Regierung glaubt an die Realitäten der Energieversorgung, nicht an Klimafantasien.” — Doug Burgum via France 24 Kritiker reagierten mit scharfer Kritik auf das Timing. Sam Salustro, ein leitender Vizepräsident der windkraftfreundlichen Gruppe Oceantic Network, sagte in einer Erklärung, die Vereinbarung sei „politisches Theater, das verdecken solle, dass Offshore-Windkapazitäten aus der Pipeline genommen würden, obwohl die Energiepreise sprunghaft steigen und andere Offshore-Windprojekte weiterhin zuverlässigen und bezahlbaren Strom ins Netz einspeisen“. Gerichte stoppten frühere Wind-Blockaden; ein Projekt liefert bereits StromDie Vereinbarung mit TotalEnergies markiert einen strategischen Kurswechsel der Administration, nachdem frühere Versuche, den Bau von Offshore-Windanlagen per Exekutivmaßnahme zu blockieren, vor Bundesgerichten gescheitert waren. Im Dezember 2024 hatte die Regierung die Pachtverträge aller großen Offshore-Windprojekte gekündigt, die damals im Bau waren, und dies mit nationalen Sicherheitsbedenken wegen möglicher Störungen von Radarsystemen begründet. In der Folge erlaubten die Gerichte jedes dieser Projekte, nachdem Bundesstaaten und Entwickler Klage eingereicht hatten, zunächst weiterzuführen. Eines dieser Vorhaben, Revolution Wind vor der Küste von Rhode Island, liefert inzwischen Strom ins Netz von New England. Ein anderes Projekt, Vineyard Wind vor Massachusetts, hat die Bauarbeiten diesen Monat abgeschlossen, wie The Guardian berichtet. An vier weiteren Projekten — Sunrise Wind und Empire Wind vor New York, Coastal Virginia Offshore Wind und Vineyard Wind — wird weiter gearbeitet. Die Vereinigten Staaten hatten den Ausbau der Offshore-Windenergie unter dem früheren Präsidenten Joe Biden im Rahmen einer breiteren Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen beschleunigt. TotalEnergies hatte seine beiden Offshore-Windkonzessionen in diesem Zeitraum staatlicher Unterstützung für erneuerbare Energien im Jahr 2022 erhalten und dafür 928 Millionen Dollar an Gebühren gezahlt. Trump hat sich persönlich seit Langem gegen Windräder ausgesprochen und sie als „hässlich“ bezeichnet. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat seine Regierung versucht, den Sektor konsequent einzuschränken. Die LNG-Anlage Rio Grande, die TotalEnergies nun mitfinanzieren wird, ist mit einer geplanten Kapazität von 29 Millionen Tonnen vorgesehen. Pouyanné sagte, das dort produzierte Gas könne sowohl den europäischen Markt als auch US-Rechenzentren versorgen.TotalEnergies-Strategiewechsel in den USA: Investition in Windpacht (before: $928M in zwei Offshore-Windpachten (New York, North Carolina), after: Pachten aufgegeben; 928 Mio. Dollar in fossile Energien umgeleitet); Zentrales US-Projekt (before: Attentive Energy — 3 GW Offshore-Wind, New York Bight, after: Rio Grande LNG-Anlage, Brownsville, Texas (Kapazität 29 Mio. Tonnen)); Regulatorischer Ansatz (before: Projekte auf Eis gelegt, bis Bundesgenehmigungen vorliegen, after: Formelle Zusage, keine neuen Offshore-Windprojekte in den USA zu entwickeln)
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Doug Burgum — 55. sekretarz spraw wewnętrznych Stanów Zjednoczonych od 2025 roku
- Patrick Pouyanné — przewodniczący rady i dyrektor generalny TotalEnergies od 2014 roku
- Sam Salustro — przedstawiciel Oceantic Network
Sources: 12 articles
- Afacere anulată. Administrația Trump va plăti aproximativ 1 miliard de dolari unei companii franceze (Mediafax.ro)
- EEUU logra acuerdo con TotalEnergies para cambiar energía eólica por gas (France 24)
- Windparks gestoppt: Trump-Regierung trifft 928 Millionen Dollar-Deal mit TotalEnergies (Berliner Zeitung)
- US to pay TotalEnergies $1 billion to stop developing offshore wind in US (Ars Technica)
- TotalEnergies beendet Windpark-Projekte vor US-Ostküste (stern.de)
- US signs nearly $1 billion deal with France's TotalEnergies to end offshore wind projects (France 24)
- Le "deal" américain de TotalEnergies pour renoncer à l'éolien en mer et doper le gaz (France 24)
- Energie: Milliarden-Deal - TotalEnergies stoppt US-Windkraftprojekte (Handelsblatt)
- US to pay almost $1bn to French energy company to kill wind project plan (The Guardian)
- Plus de gaz, moins d'éoliennes en mer : le pacte inédit de TotalEnergies avec l'administration Trump (LesEchos.fr)