Der US-Onlineversandhändler Amazon steht laut Medienberichten in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme des Satelliten-Kommunikationsunternehmens Globalstar. Das Geschäft wird mit etwa neun Milliarden US-Dollar bewertet und soll Amazons eigenes Satelliten-Internetprogramm Leo massiv beschleunigen. Nach Bekanntwerden der Pläne legte die Globalstar-Aktie im nachbörslichen Handel um 24 Prozent auf 85 US-Dollar zu.

Milliarden-Übernahme geplant

Amazon verhandelt über den Kauf von Globalstar für rund neun Milliarden Dollar, um sein Satellitenprojekt Leo zu stärken.

Verhandlungen mit Apple nötig

Da Apple 20 Prozent an Globalstar hält und den Großteil der Kapazitäten nutzt, ist eine Einigung mit dem iPhone-Hersteller Voraussetzung.

Wettlauf mit SpaceX

Gegenüber der Konkurrenz Starlink (SpaceX) weist Amazon mit nur etwa 200 Satelliten im Orbit einen massiven Rückstand auf.

Infrastruktur und Lizenzen

Die Übernahme bietet Amazon sofortigen Zugriff auf 88 aktive Satelliten sowie entscheidende Funkfrequenzen.

Amazon führt Gespräche über den Erwerb des Satelliten-Telekommunikationsunternehmens Globalstar zu einem Preis von rund neun Milliarden US-Dollar. Dies berichtete die Financial Times am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise. Infolge der Berichterstattung stiegen die Aktien von Globalstar laut Reuters im nachbörslichen Handel um 24 Prozent auf 85 US-Dollar, nachdem die Marktkapitalisierung zum vorherigen Börsenschluss bei 8,81 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Eine mögliche Übernahme würde die Bemühungen von Amazon erheblich beschleunigen, unter seinem Leo-Programm – ehemals Project Kuiper – einen wettbewerbsfähigen Satelliten-Internetdienst aufzubauen. Die Financial Times meldete weiter, dass beide Seiten nach langwierigen Verhandlungen noch immer über komplexe Aspekte des Geschäfts beraten. Weder Amazon noch Globalstar nahmen unmittelbar Stellung zu den Berichten. Apples 20-Prozent-Beteiligung erschwert den VerhandlungswegEin wesentlicher Erschwerungsfaktor in den Verhandlungen ist die 20-prozentige Beteiligung von Apple an Globalstar, die laut Financial Times parallele Abstimmungen zwischen Amazon und Apple erforderlich machte. Apple investierte im Jahr 2024 etwa 1,5 Milliarden US-Dollar in Globalstar, um die Satelliteninfrastruktur des Unternehmens zu stärken. Im Gegenzug verpflichtete sich Globalstar laut einem Bericht von Bloomberg dazu, 85 Prozent seiner Netzwerkkapazität für Apple-Dienste bereitzustellen. Dies ermöglicht iPhone-Nutzern das Versenden von Textnachrichten und Notrufen außerhalb der Mobilfunkabdeckung. Aufgrund des Umfangs des Engagements dürfte Apple ein Mitspracherecht bei der Zukunft von Globalstar haben, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Globalstar meldete für das Jahr 2025 einen Umsatz von 273 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, und verzeichnete Ende 2025 knapp 800.000 Abonnenten seiner mobilen Satellitendienste. Laut Il Sole 24 ORE hat sich der Marktwert des Unternehmens im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.Globalstar betreibt eine Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit und bietet Sprach-, Daten- und Ortungsdienste an. Bloomberg News berichtete im vergangenen Jahr, dass Globalstar einen Verkauf prüfte und erste Gespräche unter anderem mit SpaceX geführt hatte. Amazon gründete seine Tochtergesellschaft für Satelliteninternet 2019 unter dem Codenamen Project Kuiper und benannte sie im November 2025 in Amazon Leo um. Im Februar 2026 beantragte Amazon bei der US-Fernmeldebehörde FCC eine zweijährige Fristverlängerung für den Start von 1.600 Satelliten, der ursprünglich für Juli geplant war, und begründete dies mit fehlenden Startkapazitäten. Amazon liegt tausende Satelliten hinter Starlink zurückDie Lücke zwischen Amazon und dem Dienst Starlink von SpaceX bleibt substanziell. Während Amazon im Rahmen seines Leo-Programms laut Bloomberg bisher mehr als 200 Internetsatelliten platziert hat, betreibt Starlink über 9.600 Satelliten und bedient mehr als zehn Millionen aktive Nutzer. Laut dem Branchendienst Satellitemap, auf den sich newsORF.at bezieht, betreibt Globalstar selbst 88 aktive Satelliten. In der Endausbaustufe des Leo-Programms strebt Amazon den Betrieb von 3.200 Satelliten an, womit es zum größten Konkurrenten von Starlink aufsteigen würde, so newsORF.at. Langfristig hat Amazon das Ziel formuliert, mehr als 7.700 Satelliten in niedriger Umlaufbahn zu betreiben. Starlink trägt laut newsORF.at zwischen 50 und 80 Prozent zum Umsatz von SpaceX bei; zudem wird über einen rekordverdächtigen Börsengang von SpaceX spekuliert. Die Integration des bestehenden Netzwerks und der Frequenzlizenzen von Globalstar würde Amazon einen signifikanten Schub geben, um diesen Rückstand zu verringern. Antrag auf FCC-Verlängerung verdeutlicht Amazons SkalierungsdruckDas Interesse Amazons an Globalstar spiegelt die Dringlichkeit innerhalb des Konzerns wider, den Ausbau der Satellitenaktivitäten schneller voranzutreiben, als es das aktuelle Tempo der Raketenstarts erlaubt. Im Februar 2026 bat Amazon die FCC um eine Fristverlängerung von zwei Jahren für den Start von 1.600 Satelliten, da Kapazitätsengpässe bei Trägerraketen die Entwicklung verzögert hätten. Die Übernahme von Globalstar würde Amazon nicht nur zusätzliche Satelliten im Orbit sichern, sondern auch den Zugang zu wertvollen Frequenzlizenzen und einem Kundenstamm von fast 800.000 Abonnenten ermöglichen. Bloomberg hatte bereits im Oktober berichtet, dass Globalstar einen Verkauf prüfe und Gespräche mit SpaceX geführt habe. Damit ist das Vorgehen von Amazon Teil einer umfassenderen Wettbewerbsdynamik um die Kontrolle dieser Infrastruktur. Sollte das Geschäft zustande kommen, würde das Leo-Programm von Amazon zum direkten Konkurrenten von Starlink auf dem globalen Markt für Satellitenbreitband werden.

Mentioned People

  • Jeff Bezos — Założyciel Amazon i właściciel Blue Origin
  • Elon Musk — Dyrektor generalny SpaceX i Tesli

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