Amazon hat den Erwerb des Satellitenbetreibers Globalstar für rund 11,57 Milliarden US-Dollar angekündigt. Das Geschäft markiert den bisher deutlichsten Angriff auf die Marktführerschaft von SpaceX und dessen Dienst Starlink. Es ist nach der Übernahme von Whole Foods die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte des Online-Versandhändlers.

Milliarden-Übernahme

Amazon kauft Globalstar für 11,57 Milliarden US-Dollar, um das eigene Satellitennetzwerk auszubauen.

Apple-Partnerschaft

Apples Satelliten-Notruffunktion wird künftig über die Amazon-Infrastruktur betrieben.

Logistisches Defizit

Amazon fehlen weiterhin ausreichende Raketenkapazitäten, um mit der Startgeschwindigkeit von SpaceX mitzuhalten.

Amazon gab am 14. April 2026 den Abschluss einer Vereinbarung zur Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar bekannt. Gemäß den Vertragsbedingungen können Globalstar-Aktionäre wählen, ob sie pro Aktie 90 US-Dollar in bar oder 0,3210 Amazon-Stammaktien erhalten möchten. Die Transaktion soll voraussichtlich im Jahr 2027 abgeschlossen werden. Durch den Kauf sichert sich Amazon wichtige Funkfrequenzlizenzen und die notwendige Infrastruktur, um seine Amazon Leo-Konstellation als ernsthafte Konkurrenz auf dem wachsenden Markt für Satelliten-Internet zu etablieren.

Globalstar-Deal mit Apple bringt namhaften Kunden ein Durch die Übernahme übernimmt Amazon die gesamte Infrastruktur von Globalstar, einschließlich der Betriebsstandorte in Louisiana, Georgia, Dublin, Paris, Rio de Janeiro und zwei Standorten in Kalifornien. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Covington, Louisiana, ist vor allem als technisches Rückgrat für die Notruf-SOS-Funktion von Apple bekannt, die iPhone- und Apple Watch-Nutzern seit 2022 zur Verfügung steht. Amazon bestätigte am Dienstag, dass dieser Dienst künftig über das Amazon-Leo-Netzwerk laufen wird. Damit gewinnt Amazon einen prominenten Partner für seine Konstellation, die bei der Gewinnung von Großkunden bislang hinter SpaceX zurückgeblieben war. Amazon-Chef Andy Jassy erklärte bereits in seinem jährlichen Aktionärsbrief, dass für Leo bereits Zusagen von Delta Airlines, JetBlue, AT&T, Vodafone, DIRECTV Latin America, dem australischen National Broadband Network und der NASA vorlägen. Zudem plant Amazon für das Jahr 2028 den Start eines Direct-to-Device-Satellitendienstes, der Mobilfunkverbindungen unabhängig von klassischen Sendemasten ermöglichen soll.

„„Kunden können einen schnelleren und zuverlässigeren Service an mehr Orten erwarten, der sie mit den Menschen und Dingen verbindet, die für sie am wichtigsten sind“” — Panos Panay via Bloomberg

Mangel an Trägerraketen bleibt strukturelles Problem Analysten gaben trotz des Umfangs der Transaktion zu bedenken, dass die Übernahme das grundlegende Problem von Amazon nicht löst: den Mangel an verfügbaren Raketenstarts, um Satelliten in konkurrenzfähiger Geschwindigkeit ins All zu bringen. Seit dem Start des Projekts im Jahr 2019 hat Amazon lediglich 243 der geplanten 3.236 Satelliten in den erdnahen Orbit befördert. Das Unternehmen sah sich gezwungen, Kapazitäten bei der Konkurrenz zu buchen und nutzt Falcon-9-Raketen von SpaceX. Amazon hat zudem bei der US-Fernmeldebehörde FCC eine Fristverlängerung von zwei Jahren beantragt, um die Vorgabe zu erfüllen, bis Juli 2026 etwa die Hälfte der Konstellation im All zu haben. Im Vergleich dazu verfügt Starlink bereits über ein Netzwerk von 10.000 Satelliten für 10 Millionen Nutzer und profitiert von der hohen Startfrequenz der SpaceX-eigenen Raketen.

„„Sofern Amazon die Bereitstellungsgeschwindigkeit und den Zugang zu Starts nicht löst, bleibt die Lücke struktureller Natur und ist nicht nur eine Frage der Zahlen“” — Gregory Radisic via Reuters

11.57 (Milliarden USD) — Amazons Kaufpreis für Globalstar

Prüfung durch die FCC und Hoffnung auf Blue Origin Der Deal steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Prüfungen. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr, der zuvor Amazons langsames Tempo kritisiert hatte, äußerte sich gegenüber CNBC dahingehend, dass die Kommission der Übernahme „sehr aufgeschlossen“ gegenüberstehe. Eine langfristige Lösung für das Startproblem könnte Blue Origin bieten. Das von Jeff Bezos gegründete Raumfahrtunternehmen entwickelt derzeit die Schwerlastrakete New Glenn. Nach ihrem Erstflug im Januar 2025 befindet sich die Rakete in weiteren Testphasen; sie hat jedoch noch nicht die erforderliche Frequenz erreicht, um den großflächigen Ausbau des Amazon-Netzwerks zu stützen. Laut Bloomberg könnte sich der Markt für Satelliten-Internet in den kommenden Jahren auf 200 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Die für Globalstar-Aktionäre angebotene Prämie liegt fast 117 Prozent über dem Aktienkurs von Ende Oktober, bevor erste Berichte über Verkaufsabsichten laut wurden.

Globalstar wurde 1991 gegründet und betreibt eine Satellitenkonstellation für Telefonie, Datenübertragung und Erdbeobachtung. Apple erwarb 2024 eine Beteiligung von 20 Prozent an dem Unternehmen. Amazons Projekt Kuiper wurde 2019 gestartet und später in Amazon Leo umbenannt.

Mentioned People

  • Andy Jassy — Prezes i dyrektor generalny Amazon od lipca 2021 roku, następca założyciela Jeffa Bezosa
  • Panos Panay — Kieruje działem elektroniki użytkowej w Amazon, w tym markami Alexa, Echo i Kindle
  • Brendan Carr — Przewodniczący Federalnej Komisji Łączności (FCC)
  • Elon Musk — Szef firmy SpaceX

Sources: 44 articles