Der US-Technologiekonzern Amazon hat am Dienstag die Übernahme von Globalstar für rund 11,57 Milliarden US-Dollar angekündigt. Damit intensiviert das Unternehmen seine Bemühungen, den dominierenden Satelliten-Internetdienst Starlink von SpaceX herauszufordern. Der Abschluss der Transaktion wird für das Jahr 2027 erwartet.
Milliarden-Deal
Amazon kauft Globalstar für 11,57 Milliarden Dollar, um im Wettbewerb gegen SpaceX Starlink aufzuholen.
Spektrum-Strategie
Der Hauptwert der Übernahme liegt im lizenzierten Funkspektrum für die direkte Anbindung von Mobilgeräten an Satelliten.
Apple-Partnerschaft
Die bestehende Zusammenarbeit zwischen Apple und Globalstar für Notruf-Funktionen wird unter Amazon fortgeführt.
Ausbauprobleme
Mit nur 243 Satelliten im Orbit liegt Amazon weit hinter den 10.000 Einheiten von Starlink zurück.
Amazon gab am Dienstag bekannt, Globalstar im Rahmen eines 11,57 Milliarden US-Dollar schweren Geschäfts zu erwerben. Dies markiert den bisher aggressivsten Schritt des Unternehmens im Wettbewerb gegen den marktführenden Dienst Starlink von SpaceX. Gemäß den Vertragsbedingungen können Globalstar-Aktionäre wählen, ob sie pro Aktie 90 US-Dollar in bar oder 0,3210 Amazon-Stammaktien erhalten möchten. Durch die Übernahme erhält Amazon Zugriff auf das Netzwerk von Globalstar, das derzeit aus etwa zwei Dutzend Satelliten im niedrigen Erdorbit besteht, sowie auf lizenziertes Funkspektrum. Analysten bewerten dieses Spektrum als strategisch wertvoller als die Satellitenhardware selbst. Das Geschäft steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und soll 2027 abgeschlossen werden, sofern Globalstar bestimmte Meilensteine bei der Satellitennutzung erreicht. Nach der Ankündigung stiegen die Globalstar-Aktien im vorbörslichen Handel um mehr als 9 Prozent, während Amazon-Papiere um etwa 1 Prozent zulegten.
11.57 (Milliarden USD) — Kaufpreis für Globalstar durch Amazon
Globalstar wurde 1991 als Telekommunikationsunternehmen in Louisiana gegründet und betreibt Netzwerke von Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen. Amazon startete seine eigenen Bemühungen für Satelliten-Internet im Jahr 2019 unter dem Codenamen „Project Kuiper“, das im November 2025 in „Amazon Leo“ umbenannt wurde. Apple investierte rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Globalstar, erwarb damit etwa 20 Prozent des Unternehmens und nutzt das Netzwerk für die Notruf-SOS-Funktion des iPhones sowie der Apple Watch.
Partnerschaft mit Apple bleibt trotz Übernahme bestehen Parallel zur Übernahme unterzeichneten Amazon und Apple eine Vereinbarung zur Fortführung der satellitengestützten Sicherheitsfunktionen – darunter „Notruf SOS“ und „Wo ist?“ – für Nutzer von iPhones und Apple Watches. Globalstar bildet bereits das Rückgrat dieser Dienste, weshalb die Beziehung zu Apple ein zentrales Element des strategischen Werts dieses Geschäfts darstellt. Amazon machte keine Angaben zu den finanziellen Details der Partnerschaft mit Apple. Panos Panay, Amazons Senior Vice President für Geräte und Dienste, erklärte, Kunden könnten künftig einen schnelleren und zuverlässigeren Dienst an mehr Standorten erwarten. „„Durch den Zusammenschluss mit Amazon werden beide Unternehmen Innovationen in der digitalen Konnektivität vorantreiben“” — Paul Jacobs via The New York Times. Amazon plant, die erweiterte Infrastruktur ab 2028 für Sprach-, Daten- und Nachrichtendienste zu nutzen.
Rückstand gegenüber Starlink bleibt strukturelles Problem Analysten warnten jedoch, dass die grundlegende Herausforderung für Amazon – das Tempo beim Ausbau der Satellitenflotte – weiterhin ungelöst bleibe. Amazon hat bisher erst 243 (Satelliten) — Amazon-Leo-Satelliten im Orbit, von insgesamt 3.236 geplanten Einheiten stationiert, zu denen es sich beim Projektstart 2019 verpflichtet hat. Im Gegensatz dazu betreibt Starlink von SpaceX ein Netzwerk von etwa 10.000 Satelliten und bedient weltweit mehr als 9 Millionen Nutzer. Amazon hat bereits bei der Federal Communications Commission eine zweijährige Fristverlängerung für einen Termin im Juli 2026 beantragt, bis zu dem die Hälfte der Konstellation einsatzbereit sein müsste. Eine Entscheidung steht noch aus. FCC-Vorsitzender Brendan Carr kritisierte im vergangenen Monat Amazons Ausbautempo, erklärte jedoch gegenüber CNBC am Dienstag, die Behörde stehe der Globalstar-Übernahme „sehr offen“ gegenüber. Der Mangel an verfügbaren Raketenkapazitäten zwang Amazon zuletzt sogar dazu, für einige Starts auf Falcon-9-Raketen des Konkurrenten SpaceX zurückzugreifen.
Blue Origins New Glenn erreicht noch nicht die nötige Schlagzahl Langfristig setzt Amazon auf Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos. Die dort entwickelte Schwerlastrakete New Glenn absolvierte im Januar 2025 ihren Jungfernflug, befindet sich aber noch in der Testphase. Sie hat bisher nicht die Startfrequenz erreicht, die für einen großflächigen Ausbau von Amazons Satellitennetz erforderlich wäre. Diese Abhängigkeit von externen Anbietern begrenzt die Geschwindigkeit, mit der Amazon die Lücke zu Starlink schließen kann. Der Wert von Globalstar liegt weniger in der kleinen Flotte als vielmehr im lizenzierten Frequenzspektrum. Diese exklusiv zugewiesenen Funkfrequenzen reduzieren Störungen und ermöglichen Amazon den Einstieg in die Direktverbindung zum Endgerät („Direct-to-Device“), an der auch Starlink arbeitet. „„Solange Amazon die Probleme bei der Startfrequenz nicht löst, bleibt der Rückstand struktureller Natur und nicht nur eine Frage der Zahlen.“” — Gregory Radisic via Reuters Amazon plant, bis 2029 etwa 3.200 Satelliten im All zu haben, was dem ursprünglichen Ziel entspräche.
Mentioned People
- Panos Panay — Starszy wiceprezes Amazon ds. urządzeń i usług, kierujący działem elektroniki użytkowej, w tym markami Alexa i Kindle.
- Jeff Bezos — Założyciel i prezes wykonawczy Amazon.
Sources: 38 articles
- Amazon met la main sur Globalstar pour rattraper Starlink dans les communications Internet par satellite (Le Monde.fr)
- Opinion | The Wireless Space Wars Get Interesting (The Wall Street Journal)
- Amazon's $11.6 Billion Globalstar Deal Amps Up Rivalry With Musk (Bloomberg Business)
- Amazon to spend $11bn on satellite firm in growing Starlink rivalry (BBC)
- Amazon to merge with Globalstar, become iPhone's primary satellite provider (Ars Technica)
- Amazon quiere dar caza a Starlink donde más le duele: comprando el "caramelito" de Globalstar por 9.000 millones de dólares (Xataka)
- Amazon Enters Starlink's Orbit With $11.6 Billion Satellite Deal (Bloomberg Business)
- En rachetant Globalstar, Amazon se relance face à SpaceX dans l'internet spatial (Le Figaro.fr)
- Amazon's $11.6 billion Globalstar deal will not fix rocket launch bottleneck, analysts say (Reuters)
- Amazon Buys Globalstar for $10.8 Billion, Movingto Expand Its Satellite Internet Service (The New York Times)