Die deutsche Politik intensiviert ihre Maßnahmen angesichts der Wohnungskrise. Die Grünen haben vorgeschlagen, für Mieter, die die Mietpreisbremse durchsetzen, ein fünfjähriges Kündigungsverbot bei Eigenbedarf einzuführen. Parallel dazu treibt die Berliner Linke das "Sicher-Wohnen-Gesetz" voran, das große Vermieter zwingen soll, einen festen Anteil ihrer Wohnungen für Personen mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) vorzuhalten, um so den steigenden Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt entgegenzuwirken.
Schutz vor Kündigung
Die Grünen fordern ein 5-jähriges Eigenbedarfsverbot für Mieter, die für niedrigere Mieten kämpfen.
Quoten für WBS-Inhaber
Die Linke schlägt verpflichtende Wohnungsquoten für Personen mit niedrigem Einkommen in Berlin vor.
Kampf gegen Einsamkeit
Politiker fordern den Ausbau der sozialen Infrastruktur, um Isolation in Städten zu verringern.
Der deutsche Wohnungsmarkt wird zum Schauplatz immer schärferer politischer Auseinandersetzungen, und neue Vorschläge von Regierungs- und Oppositionsparteien gehen deutlich über bisherige Regelungen hinaus. Die Grünen, Teil der Bundesregierung, bewerten den aktuellen Entwurf von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) als unzureichend. Sie fordern, dass Mieter, die erfolgreich die Mietpreisbremse durchsetzen, einen fünfjährigen Schutz vor Kündigung wegen sogenannten Eigenbedarfs des Vermieters erhalten. Dies soll Vergeltungsmaßnahmen von Vermietern verhindern, die diese rechtliche Lücke oft nutzen, um unbequeme Mieter loszuwerden. Die Institution der Eigenbedarfskündigung ist tief im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verwurzelt, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1900 reichen. Obwohl das Recht Privateigentum schützt, hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Eigentümer und die soziale Funktion des Wohnraums auszubalancieren versucht. Parallel dazu hat die Berliner Linke den Gesetzentwurf "Sicher-Wohnen-Gesetz" vorgestellt. Dieser sieht vor, dass große Immobilieneigentümer verpflichtet werden, einen festen Prozentsatz ihrer Wohnungen für Personen mit einem WBS bereitzustellen. Die Partei argumentiert, dass der Berliner Senat unter Kai Wegner zu wenig tue, um die Bewohner vor "durchgewunkenen" Mieterhöhungen und sozialer Isolation zu schützen. „Kai Wegners Senat tut viel zu wenig, um die Mieterinnen und Mieter in unserer Stadt vor dreisten Vermietern und teuren Mieten zu schützen” — Führende Kandidatin der Berliner Linken bei den kommenden Wahlen, Mitautorin des Wohnungsgesetzes. Neben rein wirtschaftlichen Fragen weist die Linke auf das Problem der Einsamkeit in Metropolen hin und fordert die Schaffung öffentlicher Räume ohne Konsumzwang. Kritik kommt auch von Medien und Experten, die darauf hinweisen, dass der deutsche Mietmarkt derzeit einem "Schweizer Käse" voller rechtlicher Schlupflöcher gleiche. Trotz der Existenz von Mietbremsen steigen die realen Mieten in Großstädten weiter, was zu Forderungen nach noch stärkeren staatlichen Eingriffen in die Marktwirtschaft des Immobiliensektors führt.
Mentioned People
- Stefanie Hubig — Bundesjustizministerin der SPD, Autorin des aktuellen Entwurfs zur Mietrechtsreform.
- Elif Eralp — Führende Kandidatin der Berliner Linken bei den kommenden Wahlen, Mitautorin des Wohnungsgesetzes.
- Kai Wegner — Regierender Bürgermeister von Berlin (CDU), von der Opposition für eine unzureichende Wohnungspolitik kritisiert.