Die Schweizer Regierung hat Pläne angekündigt, um Informationsbarrieren zwischen den kantonalen Polizeien abzubauen. Derzeit erhalten Beamte leichter Daten aus Ländern der Europäischen Union als aus einem Nachbarkanton. Das Projekt sieht vor, alle Formationen an die gemeinsame Plattform Polap anzuschließen, was jedoch eine Verfassungsänderung und ein Referendum erfordert. Die neuen Vorschriften sollen den Kampf gegen organisierte Kriminalität und Cyberkriminalität effizienter gestalten.

Notwendigkeit verfassungsrechtlicher Änderungen

Die Reform erfordert eine Änderung der Bundesverfassung der Schweiz, was die Durchführung eines landesweiten Referendums zur Zustimmung der Bürger notwendig macht.

Polap-Plattform als Grundlage

Alle Polizeiformationen werden an das Polap-System angeschlossen, das derzeit nur föderale und EU-Daten verarbeitet.

Langer Implementierungszeitplan

Die Konsultationen dauern bis Mai 2026, und die volle Betriebsfähigkeit des Systems wird nicht vor 2029 erwartet.

Bekämpfung mobiler Kriminalität

Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, die Kantonsgrenzen nutzt, um von den Behörden unentdeckt zu bleiben.

Die Schweizer Regierung, vertreten durch den Bundesrat, hat entschiedene Schritte unternommen, um die Ära der Informationszersplitterung bei der Polizei zu beenden. Im derzeitigen föderalen System der Schweiz besitzt jeder der 26 Kantone seine eigene, separate Datenbank, was die Verfolgung von Straftätern, die Verwaltungsgrenzen überschreiten, erheblich erschwert. Paradoxerweise konnte ein Schweizer Polizist bisher schneller einen Verdächtigen in den Akten der Europäischen Union überprüfen als in einer benachbarten Region. Die Reform zielt auf die vollständige Implementierung der Abfrageplattform Polap ab, die derzeit nur für den Zugriff auf föderale und europäische Daten dient. Der Justiz- und Polizeiminister betonte, dass die Änderungen für einen effektiven Kampf gegen mobile Einbrechergruppen und Täter häuslicher Gewalt unerlässlich seien. Der Schweizer Föderalismus basiert auf einer weitreichenden Autonomie der Kantone, die seit dem 19. Jahrhundert die Sicherheitsstruktur des Landes prägt, im digitalen Zeitalter jedoch zu einer Barriere für Strafverfolgungsbehörden wird. Die Einführung eines gemeinsamen Systems erfordert nicht nur eine Änderung des Bundesgesetzes, sondern auch eine Anpassung der Bundesverfassung. Das bedeutet, dass das letzte Wort in dieser Sache den Bürgern durch ein Referendum zusteht. Der legislative und technische Prozess ist langfristig angelegt – die Konsultationen sollen am 26. Mai abgeschlossen sein, und die tatsächliche Implementierung des Systems wird erst für das Jahr 2029 erwartet. „Kriminalität kennt keine Kantonsgrenzen, daher muss die Polizei über Werkzeuge verfügen, die eine blitzschnelle Reaktion im ganzen Land ermöglichen.” — Bundesrat Die Probleme, die sich aus der derzeitigen Datenblockade ergeben, sind offensichtlich: Bei einer Welle von Phishing-Betrug können mehrere Kantone unabhängige Ermittlungen gegen dieselbe Person führen, ohne voneinander zu wissen. Die Kommunikation zwischen den Diensten basiert oft auf traditionellen Methoden wie Telefon oder E-Mail, was in lebensbedrohlichen Situationen äußerst ineffizient ist. Die neue Plattform soll einen sofortigen Zugriff auf Akten im ganzen Land ermöglichen, was nach Ansicht von Experten die Effektivität der kantonalen Polizeien im Kampf gegen moderne Kriminalität drastisch steigern wird. 2029 — Jahr der geplanten vollständigen Inbetriebnahme der Polap-Plattform Zugang der Polizei zu Informationen (aktuell vs. Plan): Zugang zu EU-Daten: Direkt (Schengen-Systeme) → Direkt (integriert); Daten anderer Kantone: Telefonische/E-Mail-Anfragen → Voller Zugang über Polap; Rechtsgrundlage: Zersplittertes kantonales Recht → Bundesverfassung und Bundesgesetz Liberale Medien betonen die Notwendigkeit der Modernisierung und Steigerung der Effizienz des Staates angesichts neuer digitaler Bedrohungen. | Konservative Medien weisen auf potenzielle Gefahren für die Autonomie der Kantone und die Privatsphäre der Bürger hin.