Die Preise für Strom auf dem spanischen Großhandelsmarkt fallen bis zu acht Stunden am Tag auf null oder sogar darunter, hauptsächlich nachts. Dennoch spiegeln die Rechnungen der Endverbraucher diese verbilligte Energie nicht vollständig wider. Experten verweisen auf die starren Fixkosten im System, darunter Netzentgelte und Steuern, die den Großteil des Endpreises ausmachen. Spanische Medien veröffentlichen täglich detaillierte Stunden-Tarife, um Verbrauchern bei der Verbrauchsplanung und beim Sparen zu helfen.

Energiepreis fällt auf null

Auf dem spanischen Day-Ahead-Markt fällt der Strompreis bis zu acht Stunden am Tag auf null oder negative Werte, hauptsächlich nachts und in den frühen Morgenstunden, aufgrund des Überangebots aus erneuerbaren Energien.

Rechnungen spiegeln Rückgänge nicht wider

Trotz niedriger Großhandelspreise sinken die Rechnungen privater Haushalte nicht proportional, da Fixkosten wie Netzentgelte, Steuern und Zuschüsse für erneuerbare Energien den Großteil der Endabrechnung ausmachen.

Spartipps

Medien veröffentlichen Stunden-Tarife, die die günstigsten Stunden (z.B. 3:00-6:00 Uhr) und die teuersten (z.B. 21:00-22:00 Uhr) anzeigen, damit Verbraucher energieintensive Tätigkeiten verschieben und ihre Rechnungen senken können.

Überangebot an erneuerbarer Energie

Die Hauptursache für die niedrigen Preise ist die hohe Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, insbesondere Wind und Sonne, die in manchen Perioden die Nachfrage übersteigt.

Die Preise für Strom auf dem spanischen Großhandelsmarkt fallen regelmäßig auf null und nehmen sogar negative Werte für einen erheblichen Teil des Tages an. Dieses Phänomen, das besonders nachts und in den frühen Morgenstunden sichtbar ist, ist das Ergebnis eines Überangebots an Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne. Obwohl der Großhandelspreis für Strom acht Stunden am Tag bei null liegt, spüren Endverbraucher keine proportionalen Vorteile auf ihren Rechnungen. Der Hauptgrund ist die Struktur des Endpreises für Energie beim Verbraucher. Wie Experten erklären, sind die Kosten für die Energie selbst nur eine von mehreren Komponenten der Rechnung. Einen deutlich größeren Teil machen starre, regulierte Entgelte für die Nutzung des Verteilungs- und Übertragungsnetzes, verschiedene Arten von Steuern sowie Zuschüsse zum Fördersystem für erneuerbare Energien aus. Diese Fixkosten hängen nicht vom schwankenden Preis an der Strombörse ab. Daher zahlt der Verbraucher selbst dann, wenn die Energie im Großhandel "kostenlos" ist, für die Infrastruktur, die ihre Lieferung ermöglicht. Das spanische Energiesystem hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen bedeutenden Wandel durchlaufen und setzt auf Wind- und Solarenergie. Im Jahr 2024 deckten erneuerbare Quellen bereits mehr als die Hälfte der Stromerzeugung des Landes. Eine solche Struktur des Energiemixes, obwohl umweltfreundlich, führt aufgrund der Abhängigkeit von Wetterbedingungen zu großer Volatilität im System. Spanische Tageszeitungen wie "El Mundo" und "La Razón" veröffentlichen täglich detaillierte Stunden-Tarife für den folgenden Tag. Diese Daten sollen Haushalten bei der Verbrauchsplanung helfen. Analysen vom 25. Februar 2026 zufolge fallen die günstigsten Stunden auf die Nacht und den frühen Morgen, zwischen 3:00 und 6:00 Uhr, wenn der Preis pro Megawattstunde auf null fällt. Die Spitzenzeiten, wie 21:00-22:00 Uhr, sind dagegen durch die höchsten Preise gekennzeichnet, die bis zu 100 Euro pro MWh erreichen können. Experten raten, energieintensive Tätigkeiten wie Wäschewaschen oder das Laden eines Elektroautos genau in diesen günstigsten Zeitfenstern durchzuführen. Beispielhafter Energiepreis in Spanien am 25.02.2026: 03:00: 0, 06:00: 0, 09:00: 45, 12:00: 60, 15:00: 55, 18:00: 70, 21:00: 95, 00:00: 20 Das Phänomen negativer Energiepreise ist in Europa nicht neu, gewinnt in Spanien aber an Stärke. Es weist auf die Herausforderungen bei der Integration großer Mengen volatiler erneuerbarer Energien in das System hin. Wenn der Wind stark weht und die Sonne scheint, produzieren Wind- und Photovoltaikkraftwerke mehr Energie, als der aktuelle Bedarf ist. Um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden, müssen Netzbetreiber konventionelle Kraftwerke zeitweise abschalten oder sogar Verbraucher für den Strombezug bezahlen, was zu einem negativen Preis an der Börse führt. Für Verbraucher bedeutet dies ein Paradoxon: Energie ist in der Erzeugung günstig, aber teuer in der Lieferung nach Hause.