Frankreich hat erneut einen Rekord beim Stromexport gebrochen und im Jahr 2025 insgesamt 92 Terawattstunden ins Ausland geliefert. Laut dem französischen Übertragungsnetzbetreiber RTE schaffen günstige Bedingungen – wettbewerbsfähige Preise, niedrige Emissionen und große Stromverfügbarkeit – die Voraussetzungen für eine beschleunigte Elektrifizierung des Landes. Gleichzeitig bleibt der inländische Energieverbrauch etwa 6 % niedriger als der Durchschnitt der Jahre 2014-2019, was teilweise solch hohe Exportvolumen ermöglicht.

Rekordstromexport im Jahr 2025

Frankreich exportierte im Jahr 2025 92 TWh Strom und übertraf damit den Rekord des Vorjahres. Der Nettoexport bleibt auf hohem Niveau, was das Land als bedeutenden Exporteur in Europa positioniert.

Rückgang des inländischen Verbrauchs

Der inländische Stromverbrauch lag im Jahr 2025 etwa 6 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2014-2019. Bei großen industriellen Verbrauchern erreichte dieser Rückgang sogar 13 %, was Kapazitäten für den Export freisetzt.

Bedingungen für die Elektrifizierung

RTE weist darauf hin, dass wettbewerbsfähige Preise, ein emissionsarmer Energiemix und eine gute Kapazitätsverfügbarkeit günstige Bedingungen für eine beschleunigte Elektrifizierung der französischen Wirtschaft und Industrie schaffen.

Export kompensiert geringere Nachfrage

Die relativ geringe Inlandsnachfrage, die teilweise auf Energieeinsparungen zurückzuführen ist, ermöglicht es Frankreich, den hohen Export aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Der französische Netzbetreiber RTE hat bekannt gegeben, dass das Land im Jahr 2025 einen Rekord beim Stromexport aufgestellt hat und ein Volumen von 92 Terawattstunden erreichte. Dies ist geringfügig mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024. Die Daten stammen aus der am 25. Februar 2026 veröffentlichten Jahresbilanz. Das hohe Niveau des Nettoexports hält an, obwohl der inländische Stromverbrauch immer noch niedriger ist als vor der Pandemie – laut RTE um etwa 6 % im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014-2019. Im Bereich der Großindustrie war dieser Rückgang noch deutlicher und erreichte 13 %.

Frankreich ist seit Jahrzehnten ein Schlüsselakteur auf dem europäischen Strommarkt und stützt seinen Energiemix stark auf die Kernenergie, die historisch über 70 % der Erzeugung ausmachte. Das Exportniveau ist eng mit der Verfügbarkeit von Kapazitäten aus Kernkraftwerken verbunden, deren Rückgang in den letzten Jahren, z.B. aufgrund von Wartungsarbeiten oder Korrosion, zu Einschränkungen führte. Laut RTE schafft die derzeitige Marktsituation günstige Bedingungen für eine beschleunigte Elektrifizierung des Landes. Der Betreiber nennt drei Schlüsselfaktoren: wettbewerbsfähige Preise für französischen Strom im europäischen Vergleich, seinen emissionsarmen Charakter aufgrund der Dominanz von Atom- und erneuerbaren Energien sowie die allgemeine Fülle an verfügbarer Leistung. „„Les conditions sont réunies pour accélérer l'électrification de la France”” — RTE, laut Le Figaro. Der von RTE erwartete Anstieg des Stromverbrauchs im Land soll sich aus der Erholung der industriellen Aktivität sowie dem Rückgang des Verbrauchs von Gas und fossilen Brennstoffen zugunsten sauberen Stroms ergeben. Der Generaldirektor von RTE, Xavier Piechaczyk, betont im Gespräch mit „Le Monde”, dass dieser Export „einen wesentlichen Wert für die französische Wirtschaft darstellt”.

92 TWh — Von Frankreich im Jahr 2025 exportierter Strom Analysen deuten darauf hin, dass der derzeit hohe Export teilweise ein Effekt der geringen Inlandsnachfrage ist, die Kapazitätsüberschüsse freisetzt. Der im Jahr 2025 verzeichnete Konsumrückgang ist teilweise auf anhaltende Sparmaßnahmen nach der Energiekrise von 2022 und mildere Winter zurückzuführen. Der Export kompensiert somit geringere Einnahmen inländischer Erzeuger aus dem Verkauf auf dem heimischen Markt. Für die Stabilität des Energiesystems ist es wichtig, dass der für die Dekarbonisierung von Verkehr und Industrie notwendige Anstieg des Verbrauchs im Land mit Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten und die Modernisierung der Netze einhergeht.

Mentioned People

  • Xavier Piechaczyk — Generaldirektor des französischen Übertragungsnetzbetreibers RTE