
Genfer Proteste gegen G7-Gipfel werden gewalttätig: Tesla angezündet, UN-Fenster zertrümmert, 20.000 marschieren vor Evian-Gesprächen
Ein weitgehend friedlicher Marsch von etwa 20.000 Menschen gegen den G7-Gipfel in Evian wurde am Sonntag gewalttätig: Demonstranten setzten einen Tesla in Brand, zertrümmerten Fenster von UN-Büros und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte.
Protest wird gewalttätig
Ein Protest gegen den bevorstehenden G7-Gipfel begann am Sonntagnachmittag friedlich in Genf, eskalierte aber zu Zusammenstößen nahe dem UN-Hauptquartier. Schätzungsweise 20.000 Menschen nahmen teil, einige Gruppen warfen Flaschen, Steine, Betonbrocken und Feuerwerkskörper auf die Polizeilinien. Die Beamten antworteten mit Tränengas, um die Menge zu zerstreuen. Der Polizeisprecher Alexandre Brahier sagte, nach mehreren Vorfällen sei 'den Demonstranten die Auflösung angeordnet worden'.
Ziele: Tesla, UN und Firmengebäude
Demonstranten setzten einen Tesla in Brand und zertrümmerten Fenster von UN-Büros. Auch die Gebäude von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wurden angegriffen. Anderswo auf der Route wurden hölzerne Geländer an der Place Banque du Leman niedergerissen. Die Bereitschaftspolizei riegelte eine Sicherheitszone ab, während die Feuerwehr das brennende Fahrzeug löschte.
- 20.000-köpfiger Protest in Genf wird gewalttätig, Tesla in Brand gesetzt und UN-Fenster zertrümmert.
- G7-Gipfel beginnt in Evian-les-Bains, Frankreich. Staatschefs diskutieren über Nahen Osten, Ukraine und Iran.
- Gipfel soll enden.
Organisatoren und Teilnehmer
Der Marsch zog eine breite Koalition an, darunter Umweltschützer, Feministinnen, Unterstützer palästinensischer Rechte, Verteidiger unabhängiger Medien und selbsternannte Feinde des Imperialismus. Darunter waren rund 600 Militante des sogenannten Schwarzen Blocks, viele mit Kapuzenpullovern und Masken. Die Demonstranten trugen Schilder gegen den Krieg in Gaza, gegen den Iran und gegen Sexismus sowie Banner, die Donald Trump verurteilten. Die Organisatoren verteilten ein Handbuch mit Karten des Sicherheitsperimeters und Ratschlägen, wie man sich bei einer Festnahme verhalten soll.
Die Demonstranten wurden nach mehreren Vorfällen zur Auflösung aufgefordert.
G7-Gipfel in Sicht
Der Gipfel der Gruppe der Sieben ist für den 15. bis 17. Juni im französischen Kurort Evian-les-Bains, direkt am gegenüberliegenden Seeufer von Genf, geplant. Die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens, Kanadas, Deutschlands, Italiens, Japans und der Vereinigten Staaten sowie Vertreter der EU werden voraussichtlich die Kriegsschauplätze im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die diplomatischen Bemühungen im Iran in den Mittelpunkt stellen. Die Schweizer und französischen Behörden haben tausende Polizisten eingesetzt, Straßen gesperrt und nicht genehmigte Versammlungen verboten.
Trump, Musk und wirtschaftliche Missstände
Der Protest fand nur wenige Tage statt, nachdem Tesla-Eigentümer Elon Musk als erster Mensch zum Billionär wurde – ein Meilenstein, der nach Ansicht der Demonstranten die Besorgnis über Ungleichheit neu entfacht habe. Musk ist Berater des US-Präsidenten Donald Trump, der an dem Gipfel teilnehmen wird. Beide waren häufige Ziele des Zorns der Demonstranten.

