Verkehr · Urda, Toledo und Palma
Zugunglück bei Urda (Toledo) fordert mindestens 69 Tote und mehr als 100 Verletzte
Zwei Züge stießen am Mittwoch, 28. Oktober, bei Urda in der Provinz Toledo zusammen. Nach Angaben vom Donnerstag, 29. Oktober, waren 42 ausländische Staatsangehörige betroffen; Spaniens Regierung und Opposition übernehmen sich gegenseitig die Verantwortung für die Ursache.
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Kurz gefasst
Europa Press meldete am Donnerstag, 29. Oktober, mindestens 69 Tote und mehr als 100 Verletzte, nachdem frühere Berichte von 68 Toten ausgegangen waren.
Das spanische Außenministerium teilte mit, mindestens 42 ausländische Staatsangehörige aus sieben Ländern seien betroffen, 24 von ihnen mit weiterhin ungeklärtem Status.
Die Regierung verwies auf mögliches menschliches Versagen, während PP-Abgeordneter Rafael Hernando ihr Nachlässigkeit und Unfähigkeit vorwarf.
Italiens Außenministerium teilte mit, eine von drei vermissten italienischen Frauen sei am Donnerstag, 29. Oktober, nach Kontaktaufnahme mit dem Konsulat in Madrid gefunden worden.
Andalusiens Verkehrsrat Mario Muñoz-Atanet verwies auf einen relativen Rückgang der Wartungsinvestitionen auf der Strecke Madrid–Sevilla um 26 Prozent zwischen 2019 und 2024.
- 28.10.Zwei Züge stoßen am Mittwoch bei Urda (Toledo) zusammen
- 29.10.Am Morgen Schweigeminute am Intermodalen Bahnhof in Palma
- 29. Oktober, Cecopi-TreffenPedro Sánchez nimmt an der Koordinierungssitzung des Cecopi mit Emiliano García Page teil
Der Zusammenstoß und die Reaktion der Krankenhäuser
Zwei Züge stießen am Mittwoch, 28. Oktober, bei Urda in der Provinz Toledo zusammen. Europa Press meldete am Donnerstag, 29. Oktober, mindestens 69 Tote und mehr als 100 Verletzte, nachdem frühere Berichte von 68 Toten ausgegangen waren. Die Rettungsdienste warnten die Krankenhäuser vorab, sodass das Hospital Universitario de Toledo in einer ohnehin überfüllten Notaufnahme Kapazitäten freimachen konnte. Auch Beschäftigte in Ciudad Real und im Hospital Mancha Centro in Alcázar de San Juan beteiligten sich an der Versorgung, wie die Gesundheitsgewerkschaft CSIF mitteilte; der regionale Gesundheitsdienst Sescam habe Notfallpläne aktiviert und einen Anstieg der Blutspenden gemeldet.
Reaktion der Regierung und die Sicherheitsdebatte
Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, die Behörden würden jedes Detail des Unglücks aufklären und die Sicherheit so stärken, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederhole. Er äußerte sich nach einer Sitzung des Koordinierungszentrums Cecopi, das den Einsatz leitet, an der Seite des Präsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García Page. Am Tag zuvor hatte Sánchez gesagt:
„Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Land wie Spanien innerhalb eines Jahres zwei Hochgeschwindigkeitsunfälle mit jeweils hoher Zahl an Todesopfern hat.“
Die Regierung hat mögliches menschliches Versagen als Ursache des Zusammenstoßes genannt. Rafael Hernando, stellvertretender Sprecher der oppositionellen Partido Popular im Kongress, warf der Regierung Nachlässigkeit und Unfähigkeit beim Schienennetz vor und sagte, das neue Sicherheitssystem hätte seit Januar in Betrieb sein müssen, fünf Jahre nach seiner Ausschreibung.
„Die Probleme mit dem Sicherheitssystem sind seit Langem bekannt.“
Politische Reaktionen und die Debatte über die Wartung
Irene Montero, Podemos-Kandidatin bei den Wahlen am 29N, kritisierte die Konzentration auf den Fehler eines einzelnen Beschäftigten.
„Jeder kann sehen, dass das System versagt.“
Montero argumentierte, die teilweise Liberalisierung des Schienenverkehrs habe Folgen für die Sicherheit – eine Warnung, die nach ihren Worten Lokführer und Fachleute bereits erhoben haben. Compromís nannte das Durchsickern von Audioaufnahmen der Kommunikation zwischen Adif-Beschäftigten und Lokführern verwerflich; der Abgeordnete Alberto Ibáñez sagte, es werde politische Konsequenzen geben. Andalusien Verkehrsrat Mario Muñoz-Atanet forderte eine Verdreifachung der Investitionen in die Wartung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla und verwies auf Regionaldaten, die zwischen 2019 und 2024 einen relativen Rückgang von 26 Prozent zeigen; anhand der Informationen von Adif könne er dies allerdings nicht überprüfen.
Ausländische Staatsangehörige und konsularische Reaktion
Das spanische Außenministerium unter José Manuel Albares meldete mindestens 42 betroffene ausländische Staatsangehörige aus sieben Ländern: 10 unverletzt, sieben verletzt und 24 mit weiterhin ungeklärtem Status. Das Außenministerium Argentiniens bestätigte den Tod einer argentinischen Staatsangehörigen und eine weitere Person unbekannten Aufenthalts. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sagte, zwei japanische Staatsangehörige stünden auf den Passagierlisten; zu ihrem Zustand machte sie keine Angaben. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung bestätigte, dass südkoreanische Staatsangehörige unter den Verletzten sind; die Botschaft entsandte einen Konsul an den Unglücksort. Italiens Außenministerium teilte mit, neun italienische Staatsangehörige seien an Bord gewesen; eine von drei zunächst vermissten Frauen sei am Donnerstag nach Kontaktaufnahme mit dem Konsulat in Madrid gefunden worden, sodass noch zwei fehlen.
- Unverletzt
- 10 Personen
- Verletzt
- 7 Personen
- Status unbekannt
- 24 Personen
- Tote (argentinisch)
- 1 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Schweigeminute in Palma
Am Donnerstagmorgen versammelten sich rund hundert Vertreter von Behörden, Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften und Rettungsdiensten zu einer Schweigeminute am Intermodalen Bahnhof in Palma. Anwesend waren unter anderem die Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, der Präsident des Inselrats von Mallorca, Llorenç Galmés, und Palmas Bürgermeister Jaime Martínez.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- europa pressArzt, der die Verletzten in Toledo behandelte: „Es ist eine komplizierte Situation..."Médico que atendió a heridos en Toledo: "Es una situación complicada... · Original auf Spanisch
- europa pressHernando (PP) sagt, die Regierung „wusste von den Problemen..."Hernando (PP) dice que el Gobierno "sabía de los problemas de... · Original auf Spanisch
- ANSA.itEine von drei nach dem Zugunglück in Toledo vermissten Italienerinnen wurde gefundenOne of three Italian women missing after Toledo rail disaster has been located - TopNews · Original auf Englisch
- europa pressIrene Montero kritisiert die Konzentration auf menschliches Versagen, wenn...Irene Montero critica que se ponga el foco en el error humano cuando... · Original auf Spanisch
- Pedro Sánchez
- Ministerpräsident Spaniens, der die Reaktion der Regierung auf das Unglück leitet
- Rafael Hernando
- Stellvertretender Sprecher der Partido-Popular-Fraktion im Kongress, der die Regierung kritisierte
- Irene Montero
- Podemos-Kandidatin bei den Wahlen am 29N, die die Konzentration auf menschliches Versagen kritisierte
- Emiliano García Page
- Präsident von Kastilien-La Mancha, der an der Cecopi-Sitzung mit Sánchez teilnahm
- José Manuel Albares
- Spanischer Minister, der das Außenministerium leitet, das über die ausländischen Staatsangehörigen berichtete
- Sanae Takaichi
- Japans Ministerpräsidentin, die sagte, zwei japanische Staatsangehörige stünden auf den Passagierlisten
- Lee Jae Myung
- Südkoreas Präsident, der bestätigte, dass südkoreanische Staatsangehörige verletzt wurden
- Marga Prohens
- Präsidentin der Balearenregierung, die an der Schweigeminute in Palma teilnahm
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