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Lokal·vor 3 Std.

Zürcher Wähler lehnen drei Wohninitiativen ab, erste Hochrechnung zeigt; Gegenvorschläge gewinnen an Boden

Alle drei Volksinitiativen zur Bekämpfung der akuten Wohnungsknappheit in Zürich steuerten am Sonntag einer Niederlage entgegen, wie eine erste Hochrechnung des kantonalen statistischen Amtes ergab. Die vom Kantonsrat vorgelegten Gegenvorschläge hingegen zeichneten sich als erfolgreich ab.

Wohninitiativen abgelehnt

Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich waren am 14. Juni dabei, drei konkurrierende Wohnungsvorlagen an der Urne zu verwerfen. Die deutlichste Ablehnung erfuhr die Wohneigentumsinitiative des Hauseigentümerverbands (HEV), die es Familien mit mittlerem Einkommen erleichtern sollte, eine eigene Wohnung zu kaufen. Die erste Hochrechnung des statistischen Amtes ergab einen Nein-Anteil von 73,7 Prozent. Die Wohninitiative, die eine kantonale gemeinnützige Wohnbaugesellschaft zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum forderte, stand mit 58,2 Prozent Gegenstimmen vor dem Scheitern. Die Mieterschutzinitiative, die verhindern sollte, dass Vermieter Mietverhältnisse kündigen, um ein Gebäude für Renovation oder Verkauf zu räumen, lag mit 54,7 Prozent Nein zurück.

Voraussichtliche Ablehnung der Zürcher Wohninitiativen · %
Wohneigentum
73.7 %
Wohnbaugesellschaft
58.2 %
Mieterschutz
54.7 %

Gegenvorschläge gewinnen an Boden

Während die Initiativen selbst zu kämpfen hatten, fanden die offiziellen Gegenvorschläge des Kantonsparlaments eine Mehrheit. Der Gegenvorschlag der Regierung zur Wohninitiative schien deutlich anzukommen, während der Gegenvorschlag zur Mieterschutzinitiative laut Hochrechnung mit 51 Prozent Ja auf des Messers Schneide stand. Die doppelten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wähler bereit waren, ein moderateres Paket zu akzeptieren, anstatt die von den Initiativkomitees geforderten weitreichenden Änderungen.

Eine Wohnungskrise ohne schnelle Lösung

Die Abstimmung fand vor dem Hintergrund eines der angespanntesten Wohnungsmärkte seit zwei Jahrzehnten statt. Die Leerstandsquote des Kantons ist auf nur 0,48 Prozent gefallen, den tiefsten Stand seit der Jahrtausendwende. Die Mieten sind stark gestiegen, und die Wohnungsknappheit hat sich von der Stadt Zürich auf die Nachbargemeinden ausgeweitet. Die drei Initiativen versuchten, verschiedene Enden des Problems anzugehen: die Förderung von Wohneigentum, den Ausbau des öffentlichen Wohnungsbestands und die Stärkung der Rechte von Bestandsmietern. Da alle drei vor dem Scheitern stehen, bleibt der strukturelle Mangel eine zentrale politische Herausforderung.

Weitere Abstimmungsvorlagen

Zwei weitere kantonale Vorlagen standen zur Abstimmung und beide wurden voraussichtlich angenommen. Eine Verfassungsänderung zur Ermöglichung von Stellvertretungen im Kantonsrat bei Mutterschaft, Krankheit oder Unfall steuerte mit 64,8 Prozent auf ein klares Ja zu. Eine separate Volksinitiative namens «Stopp Prämien-Schock», eingebracht von der Schweizerischen Volkspartei (SVP), war mit 54 Prozent ebenfalls auf dem Weg zur Annahme. Sie würde verlangen, dass der Steuerabzug für Krankenkassenprämien alle zwei Jahre an das Prämienwachstum angepasst wird, anstatt wie bisher an die allgemeine Teuerung.

Voraussichtliches Ja zu anderen kantonalen Vorlagen · %
Parlamentarische Stellvertretung
64.8 %
Stopp Prämien-Schock
54 %
Zürich

2 Quellen

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