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Regierung·vor 3 Std.

Schweizer Stimmvolk stimmt knapp für Verschärfung des Zivildienstreglements zur Stärkung der Armee

Eine Reform, die den Zugang zum Zivildienst erschwert, wurde am Sonntag von 52,5 % der Schweizer Stimmberechtigten angenommen. Ziel ist es, die jährlichen Zulassungen von 7200 auf 4000 zu senken und das Militärpersonal zu stärken.

Referendumsergebnis

Die Schweizer Stimmberechtigten befürworteten die Reform beim Referendum vom 14. Juni mit einer knappen Mehrheit von 52,5 %. 1.690.343 Stimmen waren dafür, 1.531.878 dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 58 %. Das Ergebnis verschärft die Regeln für den zivilen Ersatzdienst, der ursprünglich als gewissensbasierte Ausnahme von der Wehrpflicht konzipiert war, als er 1996 eingeführt wurde.

Ein starkes Signal für die Armee.

Was die Reform beinhaltet

Das Paket umfasst sechs konkrete Maßnahmen. Alle Zivildienstleistenden müssen mindestens 150 Diensttage absolvieren, unabhängig von bereits geleisteten Militärtagen. Soldaten, die ihren Militärdienst abgeschlossen haben, können nicht mehr in den Zivildienst wechseln, um sich der obligatorischen Schießausbildung zu entziehen. Einsätze, die ein Medizinstudium erfordern, sind verboten, und Wehrpflichtige müssen mindestens eine Dienstperiode pro Jahr ableisten, bis alle Tage erfüllt sind. Wer sich vor oder während der Rekrutenschule zum Zivildienst anmeldet, muss seinen Langzeiteinsatz ab dem Jahr nach der Zulassung beginnen. Die Regierung erwartet, dass diese Maßnahmen die jährlichen Zivildiensteintritte um mehr als 40 % senken werden, von rund 7200 auf 4000.

Kantonale Unterschiede

Die Abstimmung offenbarte eine deutliche Stadt-Land- und Sprachgrenze. Die französischsprachigen Kantone Genf (56,2 % Nein), Waadt (53,8 % Nein), Neuenburg (55,9 % Nein) und Jura (60,7 % Nein) lehnten die Reform ab, während Freiburg und Wallis sie knapp befürworteten (50,2 % bzw. 57,1 % Ja). In der Deutschschweiz stimmte Basel-Stadt mit Nein (62 %), und Zürich lehnte sie mit nur 50,2 % ab, nachdem aus der Innenstadt späte Ergebnisse eingetroffen waren. Der Rest der Deutschschweiz unterstützte die Reform, wobei die Zustimmung in Graubünden 59,3 % und in St. Gallen 58,9 % erreichte. In der Stadt Bern lag die Ablehnung bei über 73 %.

Ja-Stimmen-Anteil nach Kanton (Auswahl) · %
Wallis
57.1 %
Graubünden
59.3 %
St. Gallen
58.9 %
Aargau
56.2 %
Luzern
56.9 %
Tessin
53.9 %
Freiburg
50.2 %
Bern
50.2 %
Zürich
49.8 %
Genf
43.8 %
Waadt
46.2 %
Neuenburg
44.1 %
Jura
39.3 %
Basel-Stadt
38 %

Reaktionen und Umsetzung

Befürworter aus dem bürgerlichen Lager begrüßten das Ergebnis als Schritt zur Erhaltung der militärischen Stärke angesichts geopolitischer Spannungen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin kündigte an, dass die neuen Regeln Mitte 2027 in Kraft treten werden. Kritiker, die genügend Unterschriften für das Referendum gesammelt hatten, sahen die Maßnahme als zu restriktiv an.

Der Zivildienst war keine Wahl, sondern eine Alternative für Menschen, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten wollen. In den letzten Jahren haben immer mehr Männer aus Bequemlichkeit den Zivildienst gewählt.

Bern

5 Quellen

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