KI-generiert·Mehr erfahren
© forsal.pl
Wirtschaft·vor 2 Std.

EuGH schränkt Zinsforderungen für Frankenkreditnehmer ein, Generalanwalt drängt auf umfassendere gerichtliche Prüfung

Der Gerichtshof der Europäischen Union entschied am Donnerstag, dass Inhaber von Hypothekarkrediten in Schweizer Franken Verzugszinsen erst dann verlangen können, wenn sie den genauen geforderten Betrag angeben. Gleichzeitig erklärte der Generalanwalt, dass polnische Gerichte Kreditverträge auf alle Informationsmängel prüfen müssen, nicht nur auf die vom Verbraucher vorgebrachten.

EuGH schränkt Zinsforderungen für CHF-Kreditnehmer ein

Der EuGH entschied, dass polnische Frankenkreditnehmer Anspruch auf gesetzliche Verzugszinsen erst dann haben, wenn sie den genauen geforderten Betrag klar angeben. Das Urteil betraf ein Ehepaar, das 2008 einen CHF-Hypothekarkredit bei der Santander Bank Polska aufnahm und später die Ungültigkeit des Vertrags sowie Rückerstattung verlangte. Das Gericht befand, dass die Angabe eines bestimmten Betrags es der Bank ermöglicht, die Forderung zu prüfen, und die Verbraucher nicht übermäßig belastet, da diese Zahlungen über Kontoverlauf oder Bankbescheinigung überprüfen können.

Der EuGH bestätigte nationale Vorschriften, wonach die Zahlungsaufforderung einen bestimmten geforderten Betrag enthalten muss.

Generalanwalt fordert umfassende gerichtliche Prüfung

In einem separaten Verbraucherkreditfall gab Generalanwalt Dean Spielmann eine Stellungnahme ab, dass nationale Gerichte von Amts wegen alle Informationsanforderungen eines Kreditvertrags prüfen müssen, nicht nur die vom Verbraucher vorgebrachten. Der Fall, vom Bezirksgericht Białystok vorgelegt, betrifft einen Kredit aus dem Jahr 2017 und die Sanktion des kostenlosen Kredits (SKD) – die der Bank Zinsen und Gebühren entziehen kann, wenn Offenlegungspflichten verletzt werden. Der Finanzombudsmann Michał Ziemiak begrüßte die Stellungnahme als verbraucherfreundlich.

Ihr verbraucherfreundlicher Charakter bestätigt die Bedeutung, die das EU-Recht den Informationspflichten gegenüber Verbrauchern beimisst.

Rechtsanwältin mec. Pilawska sagte, falls das endgültige Urteil der Stellungnahme folge, könnte dies Richter dazu verpflichten, Dutzende ruhender SKD-Fälle aktiv zu prüfen, auch über die spezifischen Beschwerden der Verbraucher hinaus.

Unterschiedliche Richtungen für beide Seiten

Rechtsexperten sehen einen Kontrast zwischen den beiden Entwicklungen am Donnerstag. Während das EuGH-Urteil zu Zinsrückständen eine klare Grenze für Banken setzt – Zinsen erst nach einer genau bezifferten Forderung – würde die Stellungnahme des Generalanwalts, falls angenommen, die Pflichten der Gerichte in Verbraucherkreditstreitigkeiten erweitern. Anna Cudna-Wagner, Rechtsberaterin, stellte fest, dass das Zinsurteil mit der bestehenden polnischen Rechtsprechung übereinstimmt, die AG-Stellungnahme jedoch eine mögliche Verschiebung markiert. Der Finanzombudsmann betonte, dass die Stellungnahme nicht bindend sei und das endgültige Urteil noch Monate dauern könne.

Hintergrund der beiden Fälle

Das Zinsurteil stammt von einem Fall des Warschauer Regionalgerichts. Im September 2008 nahm ein Ehepaar einen CHF-Hypothekarkredit in Höhe von 50.000 Złoty bei der Santander Bank Polska für den Hausbau auf. Im Juli 2022 reichten sie eine Reklamation ein, behaupteten, der Vertrag sei aufgrund unfairer Währungsklauseln ungültig, und forderten Rückerstattung der Zahlungen. Nachdem die Bank ablehnte, verklagten sie sie im November 2022 auf 54.200 Złoty zuzüglich Zinsen. Das Gericht legte die Frage vor, ab wann Verzugszinsen laufen sollten.

Der SKD-Fall begann mit einem Verbraucherkredit aus dem Jahr 2017. Das Gericht in Białystok stellte dem EuGH drei Fragen, darunter, ob Gerichte den gesamten Vertrag auf Verstöße prüfen müssen. Der Generalanwalt befasste sich nur mit der ersten Frage zur Gerichtspflicht.

Schlüsselereignisse in polnischen Kreditfällen vor dem EuGH
  1. Ehepaar nimmt CHF-Hypothekarkredit über 50.000 Złoty bei der Santander Bank Polska auf
  2. Verbraucher nimmt Kredit nach Verbraucherkreditrecht auf (später mit SKD-Sanktion)
  3. CHF-Kreditnehmer senden Reklamation an Bank, fordern Vertragsungültigkeit
  4. Klage beim Bezirksgericht Warschau auf Rückerstattung plus Zinsen eingereicht
  5. Bezirksgericht Białystok legt Fragen zu Informationspflichten dem EuGH vor (Rechtssache C-831/24)
  6. EuGH-Urteil zum Zinsbeginn; Stellungnahme des Generalanwalts zur umfassenden gerichtlichen Prüfung

Reaktionen und praktische Auswirkungen

Der Polnische Bankenverband (ZBP) begrüßte das Zinsurteil als Bestätigung des nationalen Rechts und sagte, es verhindere, dass Verbraucher Zinsen ab einem unklaren Beschwerdedatum fordern. Verbrauchergruppen und einige Anwälte begrüßten die AG-Stellungnahme und sagten, sie könne Kreditnehmer schützen, die unvollständige Forderungen gestellt haben. Pilawska bemerkte, dass selbst Verbraucher, die von Anwälten vertreten werden, profitieren würden, da die Pflicht des Gerichts nicht von der Qualität des rechtlichen Vortrags abhänge. Das endgültige EuGH-Urteil im SKD-Fall wird in den kommenden Monaten erwartet, und der Finanzombudsmann wird das Verfahren beobachten.

Warschau · Białystok · Luxemburg

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft