
Meloni und Giorgetti besprechen bewegliche Verbrauchsteuer, da italienische Kraftstoffpreise 1,97 € für Benzin und 2,16 € für Diesel erreichen
Premierministerin Giorgia Meloni traf am Freitag mit Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti zusammen, um über mögliche Maßnahmen zu sprechen, darunter die Aktivierung eines Mechanismus der beweglichen Verbrauchsteuer, während die Benzin- und Dieselpreise weiter stiegen.
Steigende Preise an der Zapfsäule
Am Freitag, den 24. Juli, erreichten die durchschnittlichen Selbstbedienungs-Benzinpreise auf Italiens nationalem Straßennetz 1,968 Euro pro Liter, ein Anstieg gegenüber 1,957 am Vortag. Diesel stieg auf 2,161 Euro, verglichen mit 2,141 am Donnerstag. Die Autobahnpreise waren noch höher: 2,059 für Benzin und 2,228 für Diesel. Die nationale Verbraucherunion UNC berechnete, dass Diesel innerhalb von 24 Stunden um 2 Cent gestiegen ist, was die Kosten für eine volle Tankfüllung um einen Euro erhöht.
Innerhalb von 24 Stunden kostet ein Liter Diesel 2 Cent mehr, und für eine Tankfüllung muss man genau 1 Euro mehr als gestern bezahlen.
- Benzin (24. Juli)
- 1.968 €/Liter
- Diesel (24. Juli)
- 2.161 €/Liter
Das Treffen im Palazzo Chigi
Premierministerin Giorgia Meloni traf am Freitag mit Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti im Palazzo Chigi zusammen. Das Gespräch behandelte die allgemeine wirtschaftliche Lage, konzentrierte sich aber besonders auf die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Regierungskreise sagten, die Exekutive „prüfe mögliche Maßnahmen, einschließlich der möglichen Aktivierung des Mechanismus der beweglichen Verbrauchsteuer." Weitere Treffen sind in den kommenden Tagen geplant.
Die Regierung prüft mögliche Maßnahmen, auch im Hinblick auf die eventuelle Aktivierung des Mechanismus der beweglichen Verbrauchsteuer.
Der Mechanismus der beweglichen Verbrauchsteuer
Das System der beweglichen Verbrauchsteuer wurde 2008 von der Regierung Prodi eingeführt und 2023 von Meloni reformiert. Es finanziert eine Senkung der Kraftstoffverbrauchsteuern durch die zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen, die bei steigenden Ölpreisen anfallen. Seit dem Ausbruch des Krieges im Iran hat die Regierung die Preise mit direkten Verbrauchsteuersenkungen abgefedert: zunächst 20 Cent pro Liter, dann 10 und zuletzt 5 Cent. Diese Maßnahmen kosteten Milliarden Euro und sind angesichts der hohen Staatsverschuldung Italiens nicht mehr tragbar.
- Erste Kürzung (20 Cent)
- 20 Cent/Liter
- Zweite Kürzung (10 Cent)
- 10 Cent/Liter
- Dritte Kürzung (5 Cent)
- 5 Cent/Liter
Einschränkungen und Zeitplan
Der bewegliche Mechanismus hat zwei Hauptnachteile. Die Preissenkung, die er bewirken kann, ist begrenzt und wird vom Wirtschaftsportal lavoce.info auf zwischen 7 und 10 Cent pro Liter geschätzt. Er wirkt zudem mit Verzögerung, da die Mehrwertsteuereinnahmen erst erhoben werden müssen, bevor die Verbrauchsteuersenkung angewendet werden kann. Die Mehrwertsteuerdaten für Juli werden um den 8. August erwartet, also in etwa zwei Wochen, was bedeutet, dass eine Entlastung nicht sofort eintreten würde. In der Zwischenzeit könnten andere Instrumente in Betracht gezogen werden, obwohl keine Einzelheiten genannt wurden. Auch Oppositionsführerin Elly Schlein hat sich für die Aktivierung des Mechanismus ausgesprochen.
EU- und Marktkontext
Nach einem erneuten Aufflammen am Donnerstag gaben die Ölpreise am Freitag leicht nach. Brent-Rohöl zur September-Lieferung fiel auf zwischen 96 und 97 Dollar pro Barrel, während WTI um 2,94 % auf 89,48 Dollar fiel, immer noch auf erhöhtem Niveau im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg. Die EU-Ölkoordinierungsgruppe erklärte, derzeit gebe es keine Versorgungsprobleme, räumte jedoch ein, dass sich Auswirkungen materialisieren könnten.

