
Zelenskyy und Tusk erörtern US-Vorschlag für trilaterale Gespräche und Energieverteidigung im Winter
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy hat am 5. Oktober mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk gesprochen. Themen waren der Schutz des Stromnetzes im Winter, Munition für F-16-Kampfjets und ein geplantes persönliches Treffen.
Trilaterale Gespräche und diplomatische Abstimmung
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy hat am 5. Oktober in einem Telefonat mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk die diplomatische Strategie abgestimmt und über internationale Verhandlungsformate beraten. Zelenskyy informierte Tusk über laufende Vorbereitungen für vorgeschlagene trilaterale Treffen auf technischer Ebene zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Russland. Washington hatte vorgeschlagen, diese technischen Gespräche noch vor Ende Oktober zu organisieren – einen Zeitplan, den Zelenskyy am 4. Oktober bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Bundeskanzler Friedrich Merz bekannt gab. Die ukrainische Führung erklärte, Kiew sei bereit, sich ohne Vorbehalte an dem Prozess zu beteiligen, sofern es der amerikanischen Regierung gelingt, die russische Seite zur Teilnahme zu bewegen. Zelenskyy betonte, eine gegenseitige Abstimmung unter den europäischen Partnern bleibe notwendig, um die Verhandlungsbereitschaft aller Seiten sicherzustellen.
Von unserer Seite gibt es keine Hindernisse, aber es ist wichtig, dass die amerikanische Seite auf ihrer Seite vorbereitet und Russlands Bereitschaft sicherstellt.
Schutz des Energienetzes und Pläne für ein persönliches Gipfeltreffen
Das bilaterale Gespräch zwischen Zelenskyy und Tusk drehte sich auch um die ukrainische Energieinfrastruktur, während das Land sein Stromnetz für den kommenden Winter rüstet. Beide Regierungschefs erörterten den technischen Bedarf des ukrainischen Versorgungsnetzes sowie weitere sensible Sicherheitsfragen, die nicht vollständig aus der Ferne geklärt werden konnten. Angesichts dieser komplexen operativen Fragen vereinbarten die beiden Amtsträger, in naher Zukunft ein persönliches Treffen zu arrangieren. Diesem geplanten Treffen ging ein früheres bilaterales Gespräch zwischen Zelenskyy und Tusk am 18. September in der Oblast Iwano-Frankiwsk in der Ukraine voraus. Zelenskyy betonte, die europäische Einheit sei der wichtigste Mechanismus, um russische militärische Vorstöße auf dem Kontinent einzudämmen.
Jeden Tag entscheidet sich Russland für Eskalation statt für Frieden. Wir sind Polen sehr dankbar, dass es in einer so schwierigen Zeit die nötige Hilfe leistet. Heute habe ich mit Ministerpräsident Donald Tusk gesprochen und ihm persönlich für Solidarität und Unterstützung gedankt.
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Munitionskoordinierung und Warschaus diplomatische Haltung
Die Verteidigungslogistik war ein weiterer Schwerpunkt der jüngsten Gespräche zwischen Kiew, Warschau und anderen europäischen Hauptstädten. Die ukrainischen Verteidigungsbehörden bemühen sich, eine tägliche Lieferung von 5.000 bis 6.000 Schuss 20-mm-Munition für die F-16-Kampfflugzeugflotte der Ukraine sicherzustellen. Zelenskyy erklärte, ukrainische Vertreter hätten die polnische Regierung am 4. Oktober wegen dieser Munitionslieferung kontaktiert; weitere Gespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron seien geplant. Unterdessen veröffentlichte das polnische Außenministerium am 4. Oktober eine Erklärung, in der Warschau sein Bekenntnis zur Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine bekräftigte. Das polnische Außenministerium versprach, den Druck auf den Kreml gemeinsam mit internationalen Verbündeten aufrechtzuerhalten und zugleich entschlossen auf gefährliche russische Handlungen zu reagieren. Polnische Vertreter bestätigten zudem, dass die polnische Botschaft in Kiew ihren Betrieb trotz russischer Warnungen an ausländische Diplomaten, die Hauptstadt zu verlassen, normal aufrechterhält.


