
Oliver Zeidler gewinnt vierten Weltmeistertitel im Einer in Amsterdam
Der deutsche Skuller Oliver Zeidler gewann das Finale im Einer der Männer bei den Ruder-Weltmeisterschaften auf der Bosbaan in Amsterdam in 6:35,22 Minuten und beendete die Saison ungeschlagen.
Zeidler sichert sich vierten Weltmeistertitel
Oliver Zeidler gewann am Sonntag auf der Bosbaan-Regattastrecke in Amsterdam seine vierte Goldmedaille bei Weltmeisterschaften im Einer der Männer. Der 30-jährige Olympiasieger von Paris absolvierte die 2.000-Meter-Strecke in 6:35,22 Minuten und schloss damit eine ungeschlagene internationale Saison ab. Zeidler setzte sich bereits in den ersten 500 Metern vom Feld ab und behielt seine Führung bis ins Ziel. Jauheni Salaty aus Belarus, der unter neutraler Flagge startete, gewann Silber in 6:38,33 Minuten, 3,11 Sekunden zurück. Der Norweger Jonas Slettemark Juel sicherte sich Bronze in 6:44,03 Minuten, 8,81 Sekunden hinter Zeidler.
Zeidler führte seinen Erfolg auf sein Rennmanagement und den Endspurt zurück, bevor er sich auf dem Gelände mit seiner Familie und seiner Freundin Sofia zum Feiern traf.
Ich hatte einen sehr guten Rhythmus – und konnte am Ende einen Sprint hinlegen.
Meilensteine im Einer-Weltmeistertitel
Der Sieg erweitert Zeidlers Sammlung von Weltmeistertiteln nach seinen vorherigen Erfolgen in den Jahren 2019, 2022 und 2023. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Shanghai hatte Zeidler Silber hinter Stefanos Ntouskos aus Griechenland gewonnen, nachdem er sein Training reduziert hatte, um sich auf sein Studium in Lausanne zu konzentrieren. Ntouskos verpasste das A-Finale in Amsterdam und belegte den zehnten Platz. Vier Wochen vor Amsterdam gewann Zeidler seinen vierten Europameistertitel in Varese, Italien, mit einer Meisterschaftsrekordzeit von 6:36,39 Minuten. Zeidler hatte die Weltbestzeit von 6:30,74 Minuten des Neuseeländers Robert Manson aus dem Jahr 2017 ins Visier genommen, seine Siegerzeit in Amsterdam blieb jedoch dahinter zurück.
Zeidler fehlt nun noch ein Titel, um den Rekord von fünf Weltmeistertiteln im Einer der Männer zu erreichen, den Peter Michael Kolbe, Mahe Drysdale und Ondřej Synek gemeinsam halten.
Mit ihnen gleichzuziehen, wäre natürlich großartig.
- Peter Michael Kolbe
- 5 Titel
- Mahe Drysdale
- 5 Titel
- Ondřej Synek
- 5 Titel
- Oliver Zeidler
- 4 Titel
Para-Ruder-Titel und weitere deutsche Medaillen
Der Deutsche Ruderverband sammelte bei der Regatta in Amsterdam mehrere weitere Podestplätze. Im Para-Rudern verteidigten Kathrin Marchand und Valentin Luz am Freitagabend ihren Weltmeistertitel im PR3 Mixed-Doppelzweier. Ihr Rennen hatte sich um eine Stunde verzögert, nachdem Gewitter und starker Regen den Regattabetrieb unterbrochen hatten. Am Donnerstag hatten die Europameister Jasmina Bier und Paul Umbach im PR2 Mixed-Doppelzweier nach einem Endspurt gegen die Titelverteidiger aus China Gold gewonnen.
Marchand merkte an, dass die Streckenbedingungen die Endzeiten auf dem Wasser beeinflussten.
Das Wasser war wirklich gut, aber wegen des Rückenwinds reichte es nicht für eine Weltbestzeit.
Deutschland sicherte sich zudem zwei Silbermedaillen. Am Samstag belegte der deutsche Doppelvierer der Männer mit Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee den zweiten Platz hinter Italien. Im nicht-olympischen Leichtgewichts-Doppelzweier der Männer gewannen Maximilian Rühling und Naveen Shah Silber hinter Usbekistan. Im Einer der Frauen gewann die EM-Zweite von 2024, Alexandra Föster, das B-Finale und belegte damit den siebten Gesamtrang.
- Jasmina Bier und Paul Umbach gewinnen Gold im PR2 Mixed-Doppelzweier
- Kathrin Marchand und Valentin Luz verteidigen Gold im PR3 Mixed-Doppelzweier
- Doppelvierer der Männer gewinnt Silber hinter Italien
- Oliver Zeidler gewinnt Gold im Einer der Männer
Niederlande stellt Weltbestzeit im Achter
Im Achter der Männer belegte die deutsche Crew den vierten Platz und verpasste eine Medaille um etwa 2,5 Sekunden. Die deutsche Crew unter Schlagmann Frederik Breuer ruderte drei Rennen in weniger als 24 Stunden, nachdem die Halbfinals am Sonntagmorgen zum ersten Mal seit 2011 angesetzt worden waren. Die Crew hatte sich am Samstag über einen windbeeinflussten Einzelzeitlauf qualifiziert und dabei zwei Ersatzruderer aufgrund von Krankheit eingesetzt.
Das Gastgeberland und Titelverteidiger Niederlande gewann das Finale im Achter der Männer in einer Weltbestzeit von 5:17,57 Minuten im Fotofinish und unterbot damit die bisherige Bestmarke der Deutschen aus dem Jahr 2017. Olympiasieger Großbritannien gewann Silber, Australien Bronze. Deutschland absolvierte die 2.000 Meter in 5:20,71 Minuten. Der deutsche Frauenachter belegte den neunten Gesamtrang.


