
Tadej Pogacar gibt Vuelta a España nach Sturz auf der 8. Etappe auf
Der Gesamtführende Tadej Pogacar musste die Vuelta a España während der 8. Etappe nach einem Massensturz mit Kopfverletzungen und einem mutmaßlichen Schlüsselbeinbruch aufgeben.
Der Massensturz auf der 8. Etappe
Der Gesamtführende der Vuelta a España, Tadej Pogacar, gab das Rennen am Samstag während der 8. Etappe auf, nachdem er etwa 30 bis 33 Kilometer vor dem Ziel in Xeraco gestürzt war. Der slowenische Radprofi, der die Etappe von Puçol nach Xeraco im Roten Trikot bestritt, verlor das Gleichgewicht, nachdem er auf einem geraden Streckenabschnitt einen Stein touchierte. Sein Rad driftete in das Fahrerfeld, kollidierte mit einem anderen Fahrer und löste einen Massensturz aus. Mehrere weitere Konkurrenten waren in den Vorfall verwickelt, darunter Ben Tulett und Magnus Cort Nielsen. Das Peloton verlangsamte das Tempo, während Rennleitung und medizinisches Personal am Unfallort eintrafen.
Medizinische Untersuchung und Krankenhauseinweisung
Pogacar versuchte zunächst, nach einer Hilfe am Straßenrand wieder auf sein Rad zu steigen, doch starke Schulterschmerzen und sichtbare Gesichtsverletzungen hinderten ihn am Fahren. Auf Sendebildern war zu sehen, dass der Radprofi Schnittwunden im Gesicht, eine Platzwunde über der linken Augenbraue und starke Prellungen aufwies. Medizinisches Personal legte seinen Arm in eine Schlinge, bevor es ihn zu Fuß zu einem Krankenwagen begleitete, der ihn in ein örtliches Krankenhaus brachte. Rennarzt Álvaro Ortiz untersuchte den 27-jährigen Radprofi direkt auf dem Asphalt vor dem Abtransport.
Es war ein heftiger Sturz; er hat ein Schädel-Hirn-Trauma, mehrere Prellungen und einen möglichen Schlüsselbeinbruch. Er versuchte, auf das Rad zu steigen, aber es ging nicht und er musste aufgeben.
Pogacar sollte im Krankenhaus umfassenden radiologischen Untersuchungen unterzogen werden, um zu bestätigen, ob er einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte.
Auswirkungen auf die Gesamtwertung
Der Vorfall ist das erste Mal in Pogacars Profikarriere, dass er ein mehrtägiges Etappenrennen aufgab. Vor der 8. Etappe hatte der Fahrer von UAE Team Emirates-XRG die Gesamtwertung fest im Griff und die Etappen 1, 4 und 6 gewonnen. Sein Sieg auf der 4. Etappe folgte auf einen langen Solo-Angriff, der seinen Vorsprung vor den Rivalen ausbaute. Zu Beginn der achten Etappe führte Pogacar mit einem Vorsprung von fast vier Minuten vor dem Zweitplatzierten Enric Mas.
- Pogacar gewinnt die Auftaktetappe und übernimmt die Gesamtführung
- Pogacar gewinnt nach einem Solo-Angriff und baut die Gesamtführung auf vier Minuten aus
- Pogacar sichert sich seinen dritten Etappensieg des Rennens
- Pogacar stürzt nahe Xeraco und gibt das Rennen auf
Nach Pogacars Ausstieg übernahm Mas das Rote Trikot als neuer Gesamtführender. Der Movistar-Fahrer hat einen Vorsprung von über einer Minute vor dem österreichischen Herausforderer Felix Gall. Auch der vierfache Vuelta-Sieger Primož Roglič bleibt im Kampf um den Gesamtsieg.
Grand-Tour-Ambitionen und späte Saisonplanung
Der Ausstieg stoppt Pogacars Versuch, eine Karriere-Sammlung der drei Grand Tours des Radsports zu vollenden. Der slowenische Fahrer gewann zuvor fünfmal die Tour de France (2020, 2021, 2024, 2025 und 2026) und den Giro d'Italia bei seinem Debüt 2024. Bei seiner einzigen bisherigen Vuelta-Teilnahme 2019 wurde er Dritter der Gesamtwertung. Ein Sieg in Spanien hätte ihn zum achten Radprofi der Geschichte gemacht, der im Laufe seiner Karriere Tour, Giro und Vuelta gewonnen hat.
Die in Xeraco erlittenen Verletzungen stellen auch Pogacars späten Rennkalender in Frage. Der slowenische Fahrer hatte geplant, Ende September an den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal teilzunehmen, gefolgt von der Lombardei-Rundfahrt im Herbst.


