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Diplomatie·vor 3 Std.

Xi Jinping besucht Nordkorea zum ersten Mal seit sieben Jahren und vereinbart mit Kim Jong Un Vertiefung der bilateralen Beziehungen

Der chinesische Präsident Xi Jinping traf am Montag zu einem zweitägigen Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang ein, seinem ersten Besuch des Landes seit 2019. Die beiden Führungspersönlichkeiten gelobten, die Zusammenarbeit auszubauen und ihre gemeinsamen Sicherheitsinteressen zu wahren.

Ein seltener Besuch und ein großer Empfang

Der chinesische Präsident Xi Jinping landete am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Pjöngjang, seinem ersten in Nordkorea seit 2019 und seiner ersten Auslandsreise in diesem Jahr. Er wurde am Flughafen von Kim Jong Un und seiner Frau Ri Sol Ju mit einer Zeremonie empfangen, die einen roten Teppich, eine militärische Ehrengarde und Kinder, die Blumen überreichten, umfasste. Ein Banner am Flughafen trug die Aufschrift „Wir heißen Genossen Xi Jinping herzlich willkommen“ und lobte die „unzerbrechliche Freundschaft“ der beiden Nationen, wie aus einer von AFP zitierten Übersetzung hervorgeht.

In der Hauptstadt fand ein massiver, choreografierter Empfang statt. Tausende Menschen säumten die Straßen und füllten den Kim-Il-Sung-Platz, schwenkten chinesische und nordkoreanische Flaggen und ließen Ballons steigen. Riesige Porträts der beiden Führer waren zu sehen, und es wurden 21 Salutschüsse abgefeuert, berichtete Xinhua. Xi‘s Autokolonne wurde von Menschenmengen bejubelt, während sie durch die Stadt fuhr.

Zusagen strategischer Zusammenarbeit

Während ihrer Gespräche bekundete Xi die Bereitschaft Chinas, die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Landwirtschaft, Bauwesen und Technologie auszubauen, wie der chinesische Staatsfernsehsender CCTV berichtete. Er betonte, dass die beiden Länder die strategische Zusammenarbeit verstärken und ihre jeweiligen Souveränitäts- und Sicherheitsinteressen entschlossen verteidigen sollten.

Ich bin sehr erfreut und empfinde auch ein besonderes Gefühl der Nähe.

Xi sagte Kim auch, dass Beijings feste Unterstützung für die Führung des nordkoreanischen Führers und die sozialistische Sache der DVRK „sich nicht ändern werde“, ebenso wenig wie seine Entschlossenheit, gemeinsame Interessen und ein günstiges strategisches Umfeld zu verteidigen, wie aus einer offiziellen chinesischen Zusammenfassung des Treffens hervorgeht.

Kims Antwort und die Haltung zu Taiwan

Kim Jong Un bezeichnete den Besuch als klaren Beweis für die „unzerbrechliche“ Natur der bilateralen Beziehungen. Er nannte die Festigung einer neuen Ära der Freundschaft zwischen den beiden Ländern die „unveränderliche strategische Wahl“ Nordkoreas.

Kim bekräftigte auch seine volle Unterstützung für das „Ein-China-Prinzip“, wie die nordkoreanische Staatsmedien KCNA berichteten, womit er sich auf Beijings Position bezieht, dass Taiwan ein untrennbarer Teil des chinesischen Hoheitsgebiets ist. Er gelobte anhaltende Unterstützung für Chinas Bemühungen, seine Kerninteressen zu verteidigen.

Geopolitischer Kontext und der Russland-Faktor

Das Gipfeltreffen findet statt, während Peking versucht, seinen Einfluss auf Pjöngjang, seinen einzigen formellen gegenseitigen Verteidigungspaktpartner, wieder geltend zu machen. Die Beziehungen waren während der Pandemie abgekühlt, als Nordkorea seine Grenzen abriegelte. In jüngerer Zeit hat Pjöngjang seine Annäherung an Moskau vertieft, unter anderem durch die Lieferung von Munition und mehr als 12.000 Soldaten zur Unterstützung des russischen Krieges in der Ukraine, wie die Washington Post berichtet.

Peking möchte nie wirklich, dass sich Nordkorea zu weit aus seinem Einflussbereich entfernt. Gleichzeitig möchte Nordkorea nie in das Vakuum der chinesischen Macht hineingezogen werden. Das ist ihre historische Dynamik, und das ist auch jetzt ihre Dynamik.

Analysten gehen davon aus, dass Peking die ausgeweitete Zusammenarbeit als Instrument des Einflusses in breiteren geopolitischen Verhandlungen nutzen könnte. Offiziell wurde der Besuch als Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Freundschaftsvertrags von 1961 zwischen den beiden Ländern angekündigt.

Bankett und ein „neuer historischer Ausgangspunkt“

Im Anschluss an die offiziellen Gespräche gab Kim ein Bankett für Xi und seine Frau im Mokran-Haus in Pjöngjang. Xi erklärte, dass die bilateralen Beziehungen an einem „neuen historischen Ausgangspunkt“ stünden und dass während der Gespräche ein „wichtiger Konsens“ erzielt worden sei, wie Staatsmedien berichteten.

Xi wird von hochrangigen Beamten begleitet, darunter Außenminister Wang Yi und der faktische Stabschef Cai Qi. Der Besuch erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Xi sowohl den US-Präsidenten Donald Trump als auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking empfangen hatte – zwei Akteure mit entscheidendem Einfluss auf die nordkoreanische Außenpolitik.

Schlüsselmomente von Xi Jinpings Besuch in Nordkorea
  1. Xi Jinping trifft in Pjöngjang ein, wird von Kim Jong Un und Ri Sol Ju mit einer Zeremonie am roten Teppich begrüßt.
  2. Offizielle Gespräche finden statt; Xi sagt erweiterte Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Landwirtschaft, Bauwesen und Technologie zu.
  3. Kim Jong Un bekräftigt die Unterstützung für das „Ein-China-Prinzip“ und bezeichnet die Freundschaft als „unveränderliche strategische Wahl“.
  4. Kim gibt ein Bankett für Xi im Mokran-Haus; Xi sagt, die Beziehungen stünden an einem „neuen historischen Ausgangspunkt“.
  5. Der zweitägige Besuch endet.
Pjöngjang

8 Quellen

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