KI-generiert·Mehr erfahren
© adevarul.ro
Diplomatie·vor 3 Std.

Xi Jinping besucht Nordkorea erstmals seit 2019 – Peking will Einfluss auf Pjöngjang zurückgewinnen

Der chinesische Präsident Xi Jinping wird am 8. und 9. Juni auf Einladung von Kim Jong Un nach Nordkorea reisen. Es ist seine erste Auslandsreise in diesem Jahr und sein erster Besuch in Pjöngjang seit fast sieben Jahren.

Eine seltene Auslandsreise

Der chinesische Präsident Xi Jinping wird Nordkorea vom 8. bis 9. Juni besuchen, gaben die Staatsmedien beider Länder am Freitag bekannt. Es ist Xis erster Besuch in Pjöngjang seit Juni 2019 und seine erste Auslandsreise in diesem Jahr. Der 72-jährige Staatschef, der seltener ins Ausland reist, war zuletzt Ende Oktober in Südkorea und traf dort auch US-Präsident Donald Trump. Die nordkoreanische Staatsagentur KCNA teilte mit, Xi werde auf Einladung von Kim Jong Un einen Staatsbesuch abstatten. In Peking erfolgte die Ankündigung durch die internationale Abteilung der Kommunistischen Partei und nicht durch das Außenministerium – ein Detail, das die südkoreanische Agentur Yonhap als Hinweis auf die parteipolitische Dimension der Beziehungen wertet.

Pekings Botschaft an Moskau

Peking bemüht sich, Pjöngjang wieder enger an sich zu binden, nachdem die Covid-19-Pandemie den Austausch eingefroren und Kim die Beziehungen zu Moskau durch die Entsendung von Truppen und Waffen zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vertieft hatte. China bleibt Nordkoreas einziger formeller Bündnispartner, gebunden durch einen gegenseitigen Verteidigungspakt, der in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen feiert.

Die implizite Botschaft der chinesischen Seite ist … wir sind immer noch der Hauptakteur, wenn es um Nordkorea geht. Eine der Zielgruppen ist Russland.

Der Besuch folgt auf separate Gipfeltreffen, die Xi letzten Monat in Peking mit Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abhielt. Ein südkoreanischer Präsidentenbeamter erklärte, Seoul betrachte die Reise nicht als koordinierten Schritt zwischen China, Russland und Nordkorea und sehe keinen direkten Zusammenhang mit dem US-chinesischen Gipfel.

Nuklearer Hintergrund

Kim besichtigte diese Woche eine neu in Betrieb genommene Anlage zur Produktion von Kernmaterial und forderte eine exponentielle Ausweitung der Nuklearstreitkräfte des Landes, wie Staatsmedien berichteten. Nordkorea gab zudem eine neue Urananreicherungsanlage bekannt. Analysten zufolge soll die Enthüllung den Nuklearstatus des Landes kurz vor Xis Ankunft untermauern.

Da Chinas internationaler Einfluss wächst, wird Peking wahrscheinlich versuchen, Pjöngjang aktiver in seinen diplomatischen Orbit einzubinden – als Partner bei der Gestaltung einer multipolareren Weltordnung.

Chinas jüngstes Weißbuch zur Nichtverbreitung ließ den Begriff der Denuklearisierung als explizites Ziel für die koreanische Halbinsel fallen, was Spekulationen nährt, Peking könnte ein atomar bewaffnetes Nordkorea im Namen der regionalen Stabilität stillschweigend akzeptieren.

Kims Wünsche

Kim wird voraussichtlich auf einen Ausbau des Handels über die Landgrenze und mehr chinesische Touristen für Nordkoreas neu errichtete Strand- und Skiresorts drängen. Der Personenzugverkehr zwischen Peking und Pjöngjang wurde im März nach einer sechsjährigen pandemiebedingten Unterbrechung wieder aufgenommen, und Air China nahm später Flüge zwischen den Hauptstädten wieder auf. Die Buchungen bleiben auf einige Geschäftsreisende und Austauschstudenten beschränkt, chinesische Touristen sind weiterhin ausgeschlossen. Peking ist Pjöngjangs größter Handelspartner und seine wichtigste wirtschaftliche Lebensader.

Seouls Hoffnungen

Südkoreas Vereinigungsminister Chung Dong-young sagte, er glaube, dass Xi und Kim über die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und Nordkorea sprechen werden. Seoul hofft, dass Xi als Vermittler auftritt und Pjöngjang zu einem Dialog mit Seoul und Washington drängt. Während des Treffens zwischen Trump und Xi im letzten Monat bekräftigten die beiden Staatschefs das gemeinsame Ziel der Denuklearisierung Nordkoreas, wie aus einem Fact Sheet des Weißen Hauses hervorgeht. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bestätigte diese Vereinbarung auf Nachfrage nicht direkt und sagte lediglich, Chinas Position habe Kontinuität und Beständigkeit. Kim hat Südkorea als Todfeind bezeichnet und seit der Erklärung des Endes der Wiedervereinigungsbemühungen im Dezember 2024 jegliche Kommunikation mit Seoul eingestellt.

Schlüsselmomente in den Beziehungen zwischen China und Nordkorea
  1. Xi Jinping besucht Pjöngjang als Vizepräsident, trifft Kim Jong Il
  2. Xi reist als Präsident zum einzigen Mal nach Nordkorea, trifft Kim Jong Un
  3. Kim nimmt in Peking an einer Militärparade neben Xi und Putin teil
  4. Xi besucht Südkorea, trifft Trump am Rande des Gipfels
  5. Personenzüge zwischen Peking und Pjöngjang nehmen nach sechsjähriger Unterbrechung den Betrieb wieder auf
  6. Chinas Außenminister Wang Yi besucht Pjöngjang, trifft Kim
  7. Xi Jinping beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Nordkorea
Pjöngjang · Peking · Seoul

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft
New York · Hongkong