WM-Eröffnung mit Shakira, Präsidenten-Boykott und tödlichem Kartellangriff am Vorabend des Turniers
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startete mit einer schwungvollen Eröffnungszeremonie im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt, bei der Shakira den offiziellen Song präsentierte, während Präsidentin Claudia Sheinbaum dem Spektakel fernblieb – ein überraschender Boykott. Zudem tötete ein Kartellangriff im Westen des Landes fünf Polizisten.
Eröffnungszeremonie
Am Donnerstagabend fand im historischen Aztekenstadion ein 30-minütiges Spektakel mit sieben Songs statt, das indigene Folklore mit futuristischem Flair verband und mit Shakira und Burna Boy gipfelte, die den offiziellen WM-Song ‚Dai Dai‘ vortrugen. Weitere Künstler wie Danny Ocean, J Balvin, Lila Downs und Alejandro Fernández betraten vor dem ersten Spiel die Bühne. Die Botschaft der Zeremonie, die im ganzen Stadion widerhallte, lautete: Fußball vereint alles.
Fußball vereint alles.
Präsidentin bleibt fern
Präsidentin Claudia Sheinbaum fehlte auffällig auf der VIP-Tribüne. Sie verschenkte ihre Eintrittskarte – ein überraschender Schritt, der als kritisches Signal gedeutet wurde. Zuvor hatte sie den gesicherten Präsidentenpalast verlassen, im Stadion erschien sie jedoch nicht. Es gab zunächst keine offizielle Erklärung, doch der Boykott erfolgte, obwohl die Regierung betont hatte, die Sicherheit der Fans sei nicht gefährdet.
Sicherheit im Schatten der Gewalt
Am Mittwoch, dem Vorabend des Turniers, wurden fünf Polizisten getötet und fünf weitere verletzt, als unbekannte Angreifer das Feuer auf ihr Fahrzeug im Bezirk Nahuatzen im Bundesstaat Michoacán eröffneten, einem Gebiet, in dem das Jalisco-Kartell Nueva Generación aktiv ist. Das Fahrzeug war von Kugeln durchsiebt. Eine groß angelegte Fahndung folgte; die Behörden erklärten, der Angriff rund 300 Kilometer von Mexiko-Stadt und Guadalajara entfernt gefährde die WM-Sicherheit nicht.
- Fünf Polizisten bei einem Kartellangriff in Michoacán getötet
- Halbstündige Eröffnungszeremonie mit Shakira und Burna Boy im Aztekenstadion
- Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika angepfiffen
Ruhe trotz Protestbefürchtungen
Lehrkräfte, Mütter von Verschwundenen und Angestellte von Ölfirmen hatten Störungen der Eröffnung angekündigt, doch die Atmosphäre blieb bemerkenswert ruhig. Nur wenige Proteste materialisierten sich, sodass die Stadt den Turnierstart ohne größere Zwischenfälle feiern konnte.
Erweitertes Turnier
Die 23. Auflage der WM ist die erste mit 48 Mannschaften und 104 Spielen in drei Gastgeberländern – Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada. Das Aztekenstadion, das nach 1970 und 1986 zum dritten Mal eine WM-Endrunde und sein 20. WM-Endrundenspiel ausrichtet, war der Ort, an dem sowohl Pelé als auch Maradona den Pokal in die Höhe stemmten. Während die Feierlichkeiten in Mexiko-Stadt einen festlichen Ton vorgaben, bleiben Fans und Experten skeptisch, ob das aufgeblähte Format neben Quantität auch Qualität liefern kann.


