
Belgische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wise Europe wegen verdächtiger Transaktionen in Höhe von 500 Millionen Euro – Aktien stürzen um 18 % ab
Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag ein fortgeschrittenes Geldwäscheverfahren gegen Wise Europe, bei dem es um verdächtige Transaktionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro geht, die mit Betrug, Korruption und Drogenhandel in Verbindung gebracht werden.
Die Untersuchung
Die belgische Justiz führt ein Geldwäscheverfahren gegen Wise Europe, die kontinentale Tochtergesellschaft des britischen Zahlungsgiganten. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag, dass die 2025 eröffnete Untersuchung nun in einem fortgeschrittenen Stadium und kurz vor dem Abschluss steht. Der Fall umfasst verdächtige Transaktionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro, wie Le Soir, De Standaard und das Mediennetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) berichten.
Die Untersuchung befindet sich heute in einem fortgeschrittenen Stadium und geht zu Ende.
Die Ermittlungen konzentrieren sich in erster Linie auf die Nutzung von Wise-Konten für kriminelle Zwecke, mit Hinweisen auf Verstöße gegen die Geldwäschebekämpfungsvorschriften, insbesondere aufgrund einer mangelnden Identifizierung der Kunden und ihrer Aktivitäten. Wise Europe taucht Berichten zufolge in Hunderten von Strafakten auf, die über internationale Rechtshilfeersuchen aus rund dreißig europäischen Ländern nach Belgien gelangen.
Gemeldete Straftaten
Die Staatsanwaltschaft bringt die verdächtigen Transaktionen mit verschiedenen zugrunde liegenden Straftaten in Verbindung, darunter Online-Betrug, Korruption, illegale Casinos und Drogenhandel. Die belgische Justiz prüft, ob die Dienste von Wise Europe von kriminellen Organisationen, darunter auch internationalen, genutzt wurden. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft erklärte, sie bereite die Abgabe des Falles an das Strafgericht vor, allerdings könnte die Tochtergesellschaft auch eine strafrechtliche Transaktion mit der Staatsanwaltschaft aushandeln.
Die Untersuchung betrifft hauptsächlich die Nutzung von Wise-Konten für kriminelle Zwecke, mit Hinweisen auf Verstöße gegen die Geldwäschebekämpfungsvorschriften, insbesondere aufgrund einer mangelnden Identifizierung der Kunden und ihrer Aktivitäten.
Wises Reaktion
Wise hat sich gegen die Implikationen der Untersuchung zur Wehr gesetzt. Das Unternehmen erklärte, die Ermittlungen in Belgien seien „an sich kein Hinweis auf eine Nichteinhaltung der Geldwäschebekämpfungsvorschriften oder ein Fehlverhalten". Das Unternehmen betonte, dass die Bekämpfung von Finanzkriminalität eine branchenweite Herausforderung sei und es die Angelegenheit äußerst ernst nehme. Etwa ein Drittel seiner weltweiten Belegschaft sei dem Schutz der Kunden vor Finanzkriminalität gewidmet. Wise wies auch darauf hin, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei und dem Unternehmen bisher keine konkreten Ergebnisse mitgeteilt worden seien.
Der Kampf gegen Finanzkriminalität ist eine branchenweite Herausforderung, die Wise äußerst ernst nimmt.
Marktauswirkungen
Die Anleger reagierten am Montag scharf auf die Nachricht. Die Aktien von Wise brachen an der Londoner Börse um bis zu 18 % ein, was rund eine Milliarde Pfund vom Marktwert des Unternehmens tilgte. Das Fintech-Unternehmen, das von den estnischen Geschäftsleuten Kristo Käärmann und Taavet Hinrikus gegründet wurde, hat sich zu einem globalen Zahlungsriesen entwickelt, der im vergangenen Jahr rund 200 Milliarden Euro für 19 Millionen aktive Kunden überwies und einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielte. Das Unternehmen wickelt täglich etwa 4,7 Millionen Transaktionen ab.
- Belgische Staatsanwaltschaft eröffnet gerichtliche Untersuchung gegen Wise Europe
- Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Untersuchung in einem fortgeschrittenen Stadium und kurz vor dem Abschluss steht
- Wise-Aktie fällt nach Bekanntwerden der Nachricht an der Londoner Börse um bis zu 18 %
- Staatsanwaltschaft bereitet Abgabe des Falles an das Strafgericht oder Aushandlung einer strafrechtlichen Einigung vor
Wie es weitergeht
Nach dem Brexit wickelt die Brüsseler Tochtergesellschaft von Wise alle Zahlungen und Kunden für den europäischen Binnenmarkt ab, weshalb die belgischen Richter die verschiedenen europäischen Strafakten koordinieren. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft bereitet nun entweder die Abgabe des Falles an das Strafgericht oder die Aushandlung einer Einigung vor. Der Ausgang könnte einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Fintech-Plattformen für die Einhaltung der Geldwäschebekämpfungsvorschriften in der gesamten Europäischen Union zur Rechenschaft gezogen werden.


