
West-Nil-Fälle in Italien auf 46 in 20 Regionen gestiegen, ECDC meldet 81 lokale Infektionen in Europa
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten hat in diesem Jahr 46 lokal erworbene West-Nil-Virus-Infektionen in Italien registriert, ein Anstieg gegenüber den 21 von der WHO bestätigten Fällen. Auch Griechenland, Nordmazedonien, Rumänien, Spanien und Frankreich melden Fälle.
Ausbruch in Italien weitet sich aus
Italien zählt laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) nun 46 registrierte Fälle von West-Nil-Fieber in 20 Regionen, darunter die Metropolregionen Mailand und Rom. Das ist mehr als doppelt so viele wie die 21 bestätigten Infektionen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich genannt hatte. Die Datenaktualisierung umfasst Meldungen, die das ECDC bis zum vergangenen Mittwoch, dem 22. Juli 2026, erhalten hat. Die Gesundheitsbehörden weisen darauf hin, dass die Sommermonate typischerweise einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen mit sich bringen.
Europa verzeichnet 81 lokal erworbene Infektionen
In ganz Europa hat das ECDC in diesem Jahr bisher 81 lokal erworbene West-Nil-Infektionen registriert, was bedeutet, dass die Patienten von infizierten Mücken auf dem Kontinent und nicht auf Reisen gestochen wurden. Neben den 46 Fällen in Italien meldete Griechenland 21, Nordmazedonien 5, Rumänien 5, Spanien 3 und Frankreich 1. Deutschland hat im Jahr 2026 zwei Fälle registriert, die jedoch beide auf Auslandsreisen zurückzuführen sind und nicht auf eine lokale Übertragung, bestätigt das Robert Koch-Institut (RKI).
- Italien
- 46
- Griechenland
- 21
- Nordmazedonien
- 5
- Rumänien
- 5
- Spanien
- 3
- Frankreich
- 1
Übertragung und Symptomprofil
Das Virus zirkuliert hauptsächlich zwischen Mücken und Vögeln. Infizierte Mücken können es auf Menschen übertragen, wobei das Hauptübertragungsfenster von Juli bis September reicht. Die meisten Infizierten bemerken nichts, und das RKI geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt grippeähnliche Symptome, die 2 bis 14 Tage nach dem Stich auftreten. In seltenen Fällen kann die Infektion das Nervensystem angreifen und eine Enzephalitis oder Meningitis verursachen.
Das Risiko einer schweren Erkrankung ist für die meisten Menschen gering.
Längere Sommer, längere Mückensaison
Das WHO-Regionalbüro für Europa mit Sitz in Kopenhagen weist darauf hin, dass heißere und längere Sommer die Mückensaison verlängern und die Übertragungswahrscheinlichkeit erhöhen. Es rät, bei hohem Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit sofort einen Arzt aufzusuchen. Auf Reisen empfiehlt die Behörde Schutz durch Kleidung, Anti-Mücken-Sprays und andere Maßnahmen.
Deutscher Kontext und Ausblick
Die beiden importierten Infektionen in Deutschland markieren die derzeitige nördliche Grenze des Ausbruchs, und das RKI hat keinen autochthonen Fall gemeldet. Die ECDC-Zahlen erfassen eine sich noch entwickelnde Situation, da die sommerliche Übertragungssaison noch lange nicht vorbei ist. Die Gesundheitsbehörden betonen, dass persönlicher Schutz und sofortige ärztliche Behandlung bei Warnsignalen die wirksamsten Abwehrmaßnahmen bleiben, während die Überwachung fortgesetzt wird.


