
OpenAI beansprucht Lösung der Navier-Stokes-Gleichungen mit 10.000 KI-Agenten – Prioritätsstreit mit Forschern
OpenAI veröffentlichte einen KI-generierten Beweis, der das 90 Jahre alte Navier-Stokes-Existenz- und Glattheitsproblem lösen soll, und löste damit Vorwürfe unabhängiger Forscher aus, die zuvor OpenAI-Tools verwendet hatten.
Beweisanzeige und Rechenumfang
OpenAI gab am 8. September 2026 bekannt, dass ein unveröffentlichtes System der künstlichen Intelligenz das Navier-Stokes-Existenz- und Glattheitsproblem gelöst habe, eines von sechs ungelösten Millennium-Problemen des Clay Mathematics Institute. Das Unternehmen setzte zwischen dem 1. September und dem 5. September 2026 rund 10.000 gleichzeitige KI-Agenten über 88 Stunden ein, um einen 100-seitigen analytischen Beweis zu erstellen. Die Berechnung erzeugte 2,7 Millionen Nachrichten und rund 130 Milliarden Token, wobei die Rechenkosten in die Millionen Dollar gingen. OpenAI verwendete anschließend sein Modell GPT-6 Astra, um das Argument im Beweisassistenten Lean zu formalisieren und zu verifizieren, in einem weiteren 17-stündigen Durchlauf. Mark Chen, Forschungsleiter bei OpenAI, bezeichnete das Ergebnis als Demonstration automatisierten mathematischen Denkens.
Dies ist ein bedeutender Meilenstein für die KI-Forschung, und sein Versprechen für die Welt ist, dass noch mehr unserer schwierigsten Fragen beantwortet werden könnten.
- Beweiserstellung (10.000 Agenten)
- 88 Stunden
- Lean-Verifikation (GPT-6 Astra)
- 17 Stunden
Die mathematische Behauptung und der Millennium-Preis
Im 19. Jahrhundert von Henri Navier und George Gabriel Stokes formuliert, beschreiben die Gleichungen die Bewegung von Flüssigkeiten wie Wasser und Luft und dienen als Grundlage für Wettervorhersagen, Aerodynamik und Blutflussanalysen. Das Clay Mathematics Institute setzte im Jahr 2000 ein Preisgeld von 1 Million Dollar für einen rigorosen Beweis aus, der klärt, ob glatte Flüssigkeitsströmungen über endliche Zeit Singularitäten oder unendliche Geschwindigkeiten entwickeln können. OpenAI erklärte, dass sein Beweis zeigt, dass eine anfänglich glatte, ruhende Flüssigkeit unter Einwirkung einer äußeren glatten Kraft eine endliche Zeitsingularität entwickelt, wobei die Aussagen C und D der offiziellen Formulierung behandelt werden. Das Unternehmen veröffentlichte seine Ausarbeitung, das PDF-Papier und die Lean-Formalisierung am 8. September 2026 auf GitHub, gab jedoch an, dass es den Millennium-Preis von 1 Million Dollar nicht einfordern werde. Externe Mathematiker haben den Beweis nicht unabhängig verifiziert, ein Überprüfungsprozess, der normalerweise Monate dauert.
Prioritätsstreit und Forschervorwürfe
Der Ankündigung folgte eine öffentliche Herausforderung des Mathematikprofessors der New York University, Tristan Buckmaster, und des Anthropic-Forschers Levent Alpöge, die das Problem unabhängig voneinander untersucht hatten. Am 15. August 2026 erzielten Buckmaster und Alpöge einen Schritt in Richtung Navier-Stokes, indem sie auf Methoden aufbauten, die von den spanischen Mathematikern Diego Córdoba vom ICMAT und Luis Martínez-Zoroa von der CUNEF University entwickelt wurden. Der Fields-Medaillengewinner Terence Tao bewertete diese frühere Arbeit als bemerkenswerte Leistung ohne offensichtliche Hindernisse, die einer Ausweitung auf Navier-Stokes im Wege stünden. Stunden vor der Veröffentlichung des OpenAI-Papiers veröffentlichte Buckmaster eine Erklärung, in der er behauptete, OpenAI habe sein Projekt erst gestartet, nachdem es von ihrer privaten, unveröffentlichten Forschung erfahren habe. Buckmaster wies darauf hin, dass er und Alpöge OpenAI-Tools, darunter Codex und GPT-5.6 Sol, zur Erstellung ihrer Arbeit verwendet hätten, und stellte die Frage, ob ihre privaten Sitzungsdaten in das OpenAI-Modell eingeflossen seien.
Es stimmt, dass wir uns darauf eingelassen haben, weil es letzte Woche Gerüchte im Internet gab, dass Anthropic-Modelle ein Millennium-Problem gelöst hätten, und wir neugierig waren, ob unseres das auch könnte.
- Tristan Buckmaster und Levent Alpöge erzielen ein Teilergebnis für Lösungen der Strömungsgleichungen.
- OpenAI setzt 10.000 KI-Agenten ein, um Beweise für ungelöste Millennium-Probleme zu versuchen.
- Tristan Buckmaster kontaktiert OpenAI, nachdem er erfährt, dass Berichte über seine Forschung das Unternehmen erreicht haben.
- OpenAI-KI-Agenten schließen den 88-stündigen Beweiserstellungslauf ab.
- OpenAI veröffentlicht das 100-seitige Papier und den Lean-Beweis, nachdem Buckmaster eine öffentliche Erklärung abgegeben hat.
Datenzugriffsfragen und nächste Schritte
In seiner Erklärung beschrieb Buckmaster, dass er OpenAI gefragt habe, ob das Unternehmen seine Modelle auf privaten Codex-Sitzungen mit Entwurfskonzepten trainiert habe. OpenAI erklärte, dass das Modell während des Laufs nicht direkt auf private Benutzerdaten zugegriffen habe, räumte jedoch ein, dass anonymisierte Plattformdaten zum breiteren Modelltraining beigetragen haben könnten. Sebastien Bubeck, ein Forscher bei OpenAI, erklärte, dass das Rechenbudget für den 10.000-Agenten-Lauf die für frühere Mathematikprojekte bereitgestellten Ressourcen um den Faktor 1.000 überstiegen habe. OpenAI erläuterte, dass Buckmaster und Alpöge zwar eine Variante ohne äußere Kraft untersucht hätten, der OpenAI-Beweis jedoch auf einer extern angewendeten glatten Kraft beruhe. Die mathematische Gemeinschaft muss nun bewerten, ob diese Singularität unter Zwangsströmung die genauen Bedingungen erfüllt, die das Clay Mathematics Institute fordert.


