
Warschau gedenkt des 82. Jahrestags des Aufstands mit Messe; Nawrocki zu den Aufständischen: ‚Warschau, du hast gesiegt‘
Am 31. Juli 2026 nahmen Präsident Karol Nawrocki, Bürgermeister Rafał Trzaskowski und hochrangige Vertreter auf dem Plac Krasińskich an einer Messe und dem Apel Pamięci zum 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands teil, verbunden mit Aufrufen zur nationalen Einheit angesichts russischer Bedrohungen.
Vorabend des Gedenkens
Am 31. Juli 2026, am Vorabend des 82. Jahrestags des Warschauer Aufstands, versammelten sich Polens Spitzenvertreter auf dem Plac Krasińskich zu einer Messe und dem Apel Pamięci. Zu den Anwesenden gehörten Präsident Karol Nawrocki, Senatsmarschallin Małgorzata Kidawa-Błońska, Sejm-Vizemarschall Krzysztof Bosak, Kulturministerin Marta Cienkowska, Minister-Koordinator der Sonderdienste Tomasz Siemoniak, Bürgermeister Rafał Trzaskowski, Oppositionspolitiker Mariusz Błaszczak und Mitglieder des diplomatischen Korps. Der Warschauer Aufständischenverband unter Vorsitz von Janusz Maksymowicz führte die Veteranen-Delegation an. Die Zeremonie gab den Ton für die stadtweite Schweigeminute am 1. August um 17 Uhr vor.
- Messe und Apel Pamięci am Denkmal des Warschauer Aufstands, Plac Krasińskich
- Janusz Maksymowicz, Präsident Nawrocki und Bürgermeister Trzaskowski wenden sich an die Teilnehmer
- Die Stadt gedenkt der W-Stunde mit einer Schweigeminute
Präsident Nawrocki: ein Drama der Notwendigkeit
Präsident Nawrocki widersprach entschieden der Auffassung, der Aufstand von 1944 sei ein emotionaler Impuls gewesen.
Der Ausbruch des Warschauer Aufstands war kein impulsiver Romantizismus oder bloße Emotion. Das kann nur sagen, wer vergisst, dass das Urteil über Warschau und Polen bereits 1939 gesprochen wurde, und dass die Polen seit 1939 durch organische, positivistische Arbeit den größten Untergrundstaat der Welt aufgebaut haben – mit eigenen Gerichten, Bildungswesen, Kultur, Kunst und der größten Untergrundarmee – das ist kein impulsiver Romantizismus.
Er bezeichnete den Aufstand als eine antike Tragödie, ein „Drama der Notwendigkeit“, in dem es keine richtige Wahl gab. Dennoch seien die Aufständischen Helden gewesen, die bereit waren, ihr Leben für Würde, Menschlichkeit und Polens Souveränität zu opfern. In der polnischen Geschichte, so Nawrocki, seien Statistik und Kalkül stets von der tief in der „polnischen Seele“ verwurzelten Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit besiegt worden. Diese Verbundenheit, fügte er hinzu, sei Polens Beitrag zur Europäischen Union, eine Eigenschaft, die die Welt respektiere. Abschließend sagte er zu den Überlebenden: „Warschau, du hast gesiegt.“
Trzaskowski: Sie sind unsere Lehrer
Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski wandte sich direkt an die Aufständischen und betonte, Polen brauche keine Mythologie, sondern Treue zu den von ihnen vermittelten Werten.
Warschau und Polen brauchen keine Mythologie, um ihre Träume und Bestrebungen zu verwirklichen. Sie brauchen Treue zu den Werten, die Sie uns eingepflanzt haben. Sie waren und bleiben Lehrer für uns alle.
Er stellte fest, dass Denkmäler verwittern mögen, die von den Aufständischen übermittelten Werte jedoch ewig seien. Trzaskowski sagte, seine Generation errichte nicht nur Denkmäler, sondern folge auch dem, was die Aufständischen gelehrt hätten, und gelobte, dass Warschau jedes Jahr am 1. August um 17 Uhr innehalten werde, um ihnen zu huldigen.
Maksymowicz‘ Appell zur Einheit
Janusz Maksymowicz, Vorsitzender des Warschauer Aufständischenverbands, eröffnete die Reden mit dem Hinweis, dass Hitlers Plan, Warschau von der Landkarte zu tilgen, gescheitert sei und die Stadt zu einer modernen europäischen Hauptstadt wiederaufgebaut wurde. Er appellierte direkt an die Politik: „Wir rufen alle politischen Kräfte zur Einheit in Fragen der Sicherheit und des Friedens auf“ und bezog sich dabei auf die Bedrohung durch Russland. Maksymowicz äußerte Vertrauen in die polnischen Streitkräfte und die NATO-Garantien und unterstrich, dass das Opfer der Aufständischen heute in nationaler Einheit münden müsse.


