Warschauer Bus stürzt nach Zusammenstoß mit Straßenbahn und 14 Autos in Unterführung; sechs Verletzte
Ein Solaris-Urbino-18-Stadtbus der Linie 186 geriet am Sonntagabend außer Kontrolle, rammte eine Straßenbahn, 14 Autos und schließlich eine Unterführung nahe dem Rondo Zesłańców Syberyjskich. Sechs Menschen wurden verletzt, zwei kamen ins Krankenhaus.
Der Vorfall
Am 5. Juli 2026 gegen 18:20 Uhr kollidierte ein Warschauer Stadtbus (Solaris Urbino 18, Flottennummer 7717) der Linie 186 an der Kreuzung Banacha und Grójecka mit einer Straßenbahn, fuhr dann etwa einen Kilometer entlang der Bitwy Warszawskiej 1920 roku weiter, beschädigte 14 Pkw und die Straßeninfrastruktur. Der Bus prallte schließlich gegen das Dach einer Fußgängerunterführung nahe dem Rondo Zesłańców Syberyjskich und kam zum Stillstand. Sechs Menschen wurden verletzt: eine Frau mit einer Beckenverletzung und ein Kind mit Kopfverletzungen wurden ins Krankenhaus gebracht; vier weitere erlitten leichtere Verletzungen.
- Bus verlässt die Wendeschleife Szczęśliwice zur Fahrt auf der Linie 186.
- An der Kreuzung Banacha/Grójecka rammt der Bus eine Ampel und kollidiert mit einer Straßenbahn.
- Bus fährt entlang der Bitwy Warszawskiej 1920 roku weiter und beschädigt 14 Autos und Infrastruktur.
- Notruf geht ein; Bus prallt gegen das Dach der Unterführung und bleibt stehen.
- Rettungseinsatz beginnt; sechs Verletzte, zwei ins Krankenhaus gebracht.
Ermittlungen eingeleitet
Die Staatsanwaltschaft Warschau-Ochota leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verursachung einer Landverkehrskatastrophe ein. Staatsanwalt Antoni Skiba erklärte, der Fahrer, ein 58-jähriger Pole, werde am Montag als Zeuge vernommen. Der Fahrer war nüchtern und wurde negativ auf Drogen getestet. Er gab gegenüber der Polizei an, der Bus könnte einen technischen Defekt gehabt haben und er habe Probleme mit dem Bremsen gehabt.
Wir prüfen die technischen Möglichkeiten des Fahrzeugs, und dies ist in diesem Stadium eine der Haupthypothesen, die wir in Betracht ziehen. Die beste Aufklärung dessen, was passiert sein könnte, wird jedoch eine fachmännische Untersuchung und ein Gutachten über die elektronischen Aufzeichnungen des Bordcomputers sein.
Die Staatsanwaltschaft wird auch Aufnahmen der Stadtüberwachung auswerten und einen Sachverständigen zur Beurteilung der Verletzungen der Opfer bestellen. Eine verletzte Person hat Knochenbrüche an den Gliedmaßen.
MZA und Solaris wehren sich gegen Spekulationen
Die Miejskie Zakłady Autobusowe (MZA), der städtische Betreiber, gab am Montag eine Erklärung heraus, in der sie Online-Spekulationen über einen Gaspedaldefekt oder eine Fernsteuerung des Busses zurückwies. Sprecher Adam Stawicki sagte, in der Baureihe seien keine derartigen Ausfälle registriert worden und ein Potentiometerfehler würde das Fahrzeug stilllegen, nicht beschleunigen.
Wir betrachten jede Spekulation über einen Gaspedaldefekt als unberechtigte mögliche Ursache des Schadens. In der Baureihe, aus der das Fahrzeug mit der Nummer 7717 stammt, wurden keine Ausfälle dieses Geräts registriert. Ein potenzieller Potentiometerfehler würde nach unserem Kenntnisstand zur Stilllegung des Fahrzeugs führen, nicht zu seiner Beschleunigung.
Die MZA dementierte auch jede Möglichkeit einer Fernsteuerung, eine Aussage, die vom Hersteller Solaris Bus & Coach bestätigt wurde. Solaris-Vertreter Mateusz Figaszewski bezeichnete Spekulationen über einen Bremsversagen als unbegründet.
Wir möchten unmissverständlich betonen, dass Spekulationen über ein Versagen des Bremssystems zu diesem Zeitpunkt nicht auf realen Daten aus dem Fahrzeug beruhen und eine unbegründete Meinung darstellen.
Inoffizielle Erkenntnisse deuten auf Elektronik hin
Nach inoffiziellen Berichten, auf die sich TVN Warszawa und Życie Warszawy berufen, vermuten Experten bei der Untersuchung des Wracks einen Defekt des Gaspedalgebers. Der elektronische Sensor habe angeblich ein konstantes Vollgassignal an das Motorsteuergerät gesendet, wodurch der Bus unkontrolliert beschleunigte. Zeugen berichteten, dass der Motor mit sehr hohen Drehzahlen lief. Vertreter der MZA deuteten an, dass der Fahrer die Situation möglicherweise als Bremsversagen interpretiert habe, weil das Bremssystem die volle Motorleistung nicht überwinden konnte. Die Ermittler prüfen, ob die Notbremse betätigt wurde, und stützen sich auf Daten des Bordrecorders und gesicherte Überwachungsaufnahmen.

