
Zentralafrikanische Republik schließt Goldmine Zamboye nach Einsturz – über 100 Tote befürchtet
Die Behörden der Zentralafrikanischen Republik ordneten die sofortige Schließung einer inoffiziellen Goldmine in Zamboye nahe der Grenze zu Kamerun an, nachdem am 18. August ein Einsturz Dutzende Arbeiter getötet und über 100 Todesbefürchtungen ausgelöst hatte.
Tunneleinsturz an der Grenze
Am Morgen des Dienstag, 18. August 2026, gegen 10:00 Uhr brachen mehrere unterirdische Tunnel in einer handwerklichen Goldmine im westlichen Dorf Zamboye ein. Die Mine erstreckt sich über mehrere Hektar entlang des Flusses Kades nahe der Grenze zu Kamerun, etwa 50 Kilometer von der Stadt Baboua in der Unterpräfektur Nana-Mambere entfernt. Starke Regenfälle hatten das umliegende Gelände in den vorangegangenen 72 Stunden durchtränkt und den Hang geschwächt, bevor ein großer Erdbrocken nachgab. Videomaterial von der Unglücksstelle zeigte Bergleute, die den Hügel hinaufkletterten, kurz bevor Tonnen von Schlamm und Gestein abbrachen und die Arbeiter darunter begruben. Der handwerkliche Bergmann Wilfried Ngoloyangue berichtete, dass die Arbeiter in ihrem Bereich tätig waren, als sie den Erdrutsch und Hilferufe hörten.
Unterschiedliche Opferzahlen und Sucharbeiten
Rettungskräfte und Freiwillige des örtlichen Roten Kreuzes setzten am Donnerstag, 20. August 2026, die Grabungen durch die Trümmer fort und bargen am Morgen mehr als zehn Leichen. Offizielle Zahlen der Regierung der Zentralafrikanischen Republik gehen von mindestens 49 Toten aus, während lokale Behörden, kamerunische Medien und Hilfskräfte erklären, dass mindestens 107 Leichen geborgen wurden. Der lokale Radiosender Radio Ndeke Luka berichtete, dass etwa 100 Menschen weiterhin unter den Trümmern vermisst werden. Der Rotkreuz-Freiwillige Gervais Ganagoro erklärte, dass stündlich neue Leichen entdeckt werden, während der handwerkliche Bergmann Florian Gaguendem feststellte, dass die Wahrscheinlichkeit, zwei Tage nach dem Unglück Überlebende zu finden, sinkt.
- Unterirdische Tunnel stürzen in der Goldmine Zamboye nach 72 Stunden starkem Regen ein
- Örtliche Notfallmaßnahmen beginnen, grenzüberschreitende Berichte sprechen von über 100 Opfern
- Rotkreuz-Mitarbeiter bergen mehr als zehn weitere Leichen aus dem Schlamm
- Bergbauminister Rufin Benam-Beltoungou besucht die Unglücksstelle, zählt 49 Tote und ordnet die Schließung der Mine an
Missachtete Warnungen und unregulierte Betriebe
Angehörige der zentralafrikanischen Streitkräfte hatten die Bergleute vor dem Einsturz angewiesen, die Grube wegen des instabilen, regendurchtränkten Bodens zu räumen, doch die Arbeiter setzten die Grabungen fort. Bergbauminister Rufin Benam-Beltoungou besuchte die Unglücksstelle gemeinsam mit technischem Personal, um die Lage zu bewerten, bevor er eine vorläufige Schließung der Anlage ankündigte.
Die zentralafrikanischen Streitkräfte forderten sie auf, dieses Loch zu verlassen, weil der Boden sehr locker war. Es hatte hier praktisch 72 Stunden geregnet. Leider kamen diese Landsleute dem nicht nach, wie sie selbst einräumten. Letztlich gruben sie weiter. Der Boden gab nach und es kam zu einem Erdrutsch, der sie begrub.
Bürgerrechtler und religiöse Persönlichkeiten wiesen auf langjährige Regulierungsversäumnisse in inoffiziellen Minen hin. Schwester Elvira Tutolo, eine italienische Missionarin, die seit mehr als 30 Jahren im Land arbeitet, prangerte das Fehlen geologischer Studien und Sicherheitskontrollen an. Paul Crescent Beninga, Generalsekretär der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft, erklärte, dass die öffentlichen Behörden trotz wiederholter tödlicher Erdrutsche keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen hätten.
Schmerz und Wut. So sehr. Wir können nicht akzeptieren, dass wir weiterhin auf diese Weise Leben verlieren, insbesondere Jungen, junge Menschen und vielleicht sogar Kinder. Es gibt keine Bodenuntersuchung, es gibt keinerlei Kontrollen.
Grenzüberschreitende Opfer und rechtliche Ermittlungen
Der Einsturz betraf Arbeiter aus mehreren zentralafrikanischen Ländern, die zu inoffiziellen Lagerstätten entlang der Grenze migrieren. Von den 49 vom Bergbauministerium offiziell gezählten Toten waren 34 zentralafrikanische Staatsbürger, 13 kamerunische und zwei tschadische. Verletzte Bergleute wurden in medizinische Zentren in Baboua und jenseits der Grenze in Garoua-Boulai, Kamerun, gebracht. Das kamerunische Bergbauministerium entsandte eine Delegation in die Grenzregion, während der Bürgermeister von Garoua-Boulai, Abdon Adamou, den Tod kamerunischer Staatsangehöriger bestätigte. Die Staatsanwaltschaft in Baboua leitete ein formelles strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein, um die rechtliche Verantwortung zu klären, die Opfer zu identifizieren und die nicht lizenzierten Betreiber vor Ort zu bewerten.
- Zentralafrikanische Republik
- 34 Tote
- Kamerun
- 13 Tote
- Tschad
- 2 Tote


