
Wal erneut im Wismarer Hafen gesichtet – Behörden hoffen auf sichere Rückkehr ins offene Meer
Am Montagmorgen meldete die Wasserschutzpolizei einen etwa acht Meter langen Wal – die dritte Sichtung eines großen Wals entlang der deutschen Ostseeküste in den vergangenen Wochen.
Neue Sichtung in Wismar
Am Montag, dem 27. Juli 2026, wurde im Überseehafen von Wismar ein etwa acht Meter langer Wal gesichtet. Das Hafenamt alarmierte gegen 9 Uhr die Wasserschutzpolizei; das Tier wird seither beobachtet. Das Schweriner Umweltministerium beschrieb es als aktiv schwimmend, tauchend und regelmäßig auftauchend. Die Art ist noch nicht bestätigt, die Wasserschutzpolizei vermutet jedoch einen Buckelwal. Ein Sprecher der Stadt Wismar sagte dem NDR, die Haut des Wals sei in schlechtem Zustand, möglicherweise aufgrund des geringen Salzgehalts des Ostseewassers.
Das Tier wurde gegen 9 Uhr vom Hafenamt Wismar beim Revier der Wasserschutzpolizei Wismar gemeldet und wird seither überwacht.
Das Tier wirkt vital; solange sich sein Zustand nicht ändert, sind außer der Beobachtung keine unmittelbaren Eingriffe geplant.
Aktuelle Walaktivitäten in der Ostsee
- Buckelwal „Timmy“ dringt in den Wismarer Hafen ein, strandet später und wird gerettet
- Timmy in der Nordsee freigelassen; toter Wal Tage später vor Anholt gefunden
- Großer Wal vor Heiligenhafen gesichtet, Buckelwal an der Mündung der Kieler Förde bestätigt
- Buckelwal in der Flensburger Förde bestätigt, vermutlich dasselbe Tier aus Schottland, Dänemark und der Kieler Förde
- Unbekannter Wal, ca. 8 Meter, im Wismarer Hafen gesichtet
Erinnerungen an die „Timmy“-Episode
Der Vorfall erinnert unweigerlich an das dramatische Schicksal von „Timmy“, einem jungen Buckelwal, der am 3. März 2026 in den Wismarer Hafen eingedrungen war. Timmy strandete daraufhin mehrfach, am Timmendorfer Strand und nahe der Insel Poel, und sein Schicksal fesselte ein internationales Publikum. Eine private Rettungsinitiative hievte den Wal Ende April auf einen Lastkahn und setzte ihn Anfang Mai in der Nordsee aus. Ein toter Buckelwal mit einem Sender – identifiziert als Timmy – wurde kurz darauf, Mitte Mai 2026, vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
Behördenreaktion und Vorsichtsmaßnahmen
Die Wasserschutzpolizei ist vor Ort, und das Umweltministerium betonte, dass die Vermeidung einer Strandung oberste Priorität habe.
Ziel aller Maßnahmen ist es, dem Tier eine störungsfreie Rückkehr in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder sonstige Gefährdung des Tieres zu verhindern.
Bootsfahrer und Wassersportler wurden gebeten, Abstand zu halten. Die Behörden bleiben vorerst abwartend und hoffen, dass der Wal von selbst den Weg zurück ins offene Meer findet.

