Film & Medien · Venedig und Tel Aviv
Dokumentarfilm 'NAZA' erhält 25-minütige Standing Ovation bei den Filmfestspielen von Venedig – israelische Whistleblower schildern Gaza-Luftfeldzug
Yuval Abraham und Rachel Szor haben ihren Gaza-Dokumentarfilm am 10. September 2026 bei den 83. Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Der Film enthält Berichte von 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern über KI-gestützte Zielerfassungsprotokolle.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, de Volkskrant, Franceinfo und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Yuval Abraham und Rachel Szor haben 'NAZA' am 10. September 2026 bei den 83. Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt und eine 25-minütige Standing Ovation erhalten.
Der Film zeigt 24 anonyme israelische Soldaten und Geheimdienstoffiziere, die KI-gesteuerte Zielerfassungsprotokolle mit einer Obergrenze für Kollateralschäden von bis zu 500 Zivilisten pro Angriff beschreiben.
Am 11. September 2026 wies das israelische Militär die Vorwürfe des Films kategorisch zurück und bestritt die Zuverlässigkeit der anonymen Aussagen.
- 10.09.Weltpremiere von 'NAZA' bei den 83. Filmfestspielen von Venedig erhält Standing Ovation
- 11.09.Israelisches Militär gibt Stellungnahme ab, die die Vorwürfe des Dokumentarfilms kategorisch zurückweist
- 1.10.Geplanter Kinostart des Dokumentarfilms in deutschen Kinos
Festivalpremiere in Venedig
Der Dokumentarfilm "NAZA" der israelischen Investigativjournalisten Yuval Abraham und Rachel Szor erhielt bei seiner Weltpremiere am Donnerstagabend, dem 10. September 2026, bei den 83. Filmfestspielen von Venedig eine 25-minütige Standing Ovation. Die Dauer, die von einigen Medien mit 24 Minuten angegeben wurde, übertraf den 24-minütigen Applaus, der im Vorjahr in Venedig für "The Voice of Hind Rajab" verzeichnet worden war. Nach der Vorführung entrollten Zuschauer im Festsaal palästinensische Flaggen, während Abraham und Szor zusammen mit dem ausführenden Produzenten Jonathan Glazer auf der Bühne blieben. Der Film wurde kurzfristig in den Hauptwettbewerb aufgenommen und konkurriert mit 20 weiteren Beiträgen, darunter "Possible Love" des südkoreanischen Filmemachers Lee Chang-dong, um den Goldenen Löwen.
Whistleblower-Aussagen über militärische KI
Die Produktion konzentriert sich auf ein minimalistisches Format, das auf den Dächern von Tel Aviv gedreht wurde, wo zwei Stühle und eine einzige Kamera an mehreren Abenden 24 anonyme israelische Soldaten und Geheimdienstoffiziere aufzeichneten. Die Befragten beschreiben den Einsatz einer Künstliche-Intelligenz-Software, die ganze Wohnblocks im Gazastreifen kartierte und die Bewohner jedes Haushalts erfasste. Den Aussagen zufolge arbeiteten die Angriffskommandeure mit einer genehmigten Fehlertoleranz von 15 % und genehmigten Kollateralschäden von bis zu 500 Zivilisten für einen einzigen anvisierten Kämpfer. Die Zeugen berichteten, dass die Mobiltelefone der Zielpersonen, ihrer Ehefrauen und Kinder abgehört wurden, während Bombardierungen nachts in Privathäusern und nicht an militärischen Standorten durchgeführt wurden. Mehrere Berichte schilderten, dass Soldaten die Angriffe wie ein Videospiel behandelten, auf Zivilisten in der Nähe von Lebensmittelausgabestellen schossen und Hunde an Massengräbern fressen sahen.
„Es war überraschend, wie viele Menschen in ihren Gesprächen Bezug auf den Holocaust nahmen.“
Produktionshintergrund und investigativer Kontext
Das Projekt entstand aus investigativen Berichten, die zuvor von der britischen Zeitung The Guardian und dem israelisch-palästinensischen Magazin +972 Magazine veröffentlicht wurden. Abraham und Szor, die Teil des Kollektivs hinter dem oscarprämierten Dokumentarfilm "No Other Land" aus dem Jahr 2024 waren, arbeiteten mit The Guardian als Koproduktionspartner zusammen. Produzent Paul Wilson, der 2025 in Venedig den Silbernen Löwen gewann, merkte an, dass der Film kurz vor dem Festival fertiggestellt wurde, weil umfangreiche digitale Verfahren zur Anonymisierung des Militärpersonals erforderlich waren. Auf einer Pressekonferenz am Freitag, dem 11. September 2026, erläuterten die Regisseure die Bedeutung der direkten mündlichen Aussagen derjenigen, die die Zielerfassungssysteme entworfen und betrieben haben.
„Es ist wichtig festzustellen, dass ein Teil dessen, was Sie im Film sehen, bereits bekannt ist. Aber es war notwendig, diese Aussagen auch in einem Film festzuhalten. Es fühlt sich anders an, wenn man auch die Menschen hört, die mit diesem System gearbeitet und es entworfen haben.“
Militärische Reaktion und Veröffentlichungstermin
Das israelische Militär veröffentlichte am Freitag, dem 11. September 2026, eine offizielle Stellungnahme, in der es die im Dokumentarfilm erhobenen Vorwürfe kategorisch zurückwies und die Zuverlässigkeit anonymer Quellen anzweifelte. Die Streitkräfte erklärten, ihre Operationen richteten sich ausschließlich gegen Mitglieder militanter Organisationen, und sie unternähmen umfangreiche Maßnahmen, um zivile Opfer während der Kämpfe im Gazastreifen zu begrenzen. Die Premiere des Films fand statt, als die gemeldete Zahl der Todesopfer im Gazastreifen seit Beginn der Militäroffensive nach dem Angriff vom 7. Oktober 2023 die Marke von 73.000 Palästinensern überschritten hatte. Nach seiner Festivalvorführung soll "NAZA" am 1. Oktober 2026 in die deutschen Kinos kommen, auch in niederländischen Kinos sind Vorführungen für Oktober geplant.
- The Voice of Hind Rajab (2025)
- 24 Minuten
- NAZA (2026)
- 25 Minuten
Daten aus dem Artikeltext
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- BFMTV"NAZA": l'armée israélienne dément tuer sans retenue des civils palestiniens après la diffusion du documentaire à la Mostra de Venise
- de VolkskrantOvatie van 25 minuten in Venetië voor 'Naza', film over Israëlische luchtaanvallen op Gaza
- Franceinfo"On est cloué dans son fauteuil" : que montre "NAZA", le documentaire choc sur des crimes de guerre israéliens dans la bande de Gaza ?
- Spiegel OnlineVenedig: 25 Minuten Standing Ovations für Gaza-Doku "NAZA"
- Yuval Abraham
- Co-Regisseur von 'NAZA' und Investigativjournalist
- Rachel Szor
- Co-Regisseurin von 'NAZA' und Investigativjournalistin
- Jonathan Glazer
- Ausführender Produzent von 'NAZA' und Filmregisseur
- Paul Wilson
- Produzent von 'NAZA'
- Lee Chang-dong
- Südkoreanischer Filmregisseur, der bei den 83. Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb vertreten ist
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