
Waldbrand am Gardasee zwingt über 200 Menschen in Tignale zur Evakuierung
Ein Waldbra… am Freitagabend in Tignale am Westufer des Gardasees ausgebrochen und zwang über 200 Menschen, darunter Touristen, zur Flucht, während starker Wind die Flammen durch die Nacht trieb. Bis Samstagmorgen war das Feuer noch nicht unter Kontrolle.
Ausbruch und Ausbreitung
Ein Waldbrand brach am Freitag gegen 22:00 Uhr in Olzano, einem Ortsteil der Gemeinde Tignale am Westufer des Gardasees in der Provinz Brescia, aus. Die Flammen breiteten sich in bergigem Gelände auf etwa 800 Metern Höhe oberhalb von Gardola aus, angefacht durch starken Wind, der das Feuer die ganze Nacht und bis in den Samstagmorgen hinein anfachte. Hohe Flammen und eine gewaltige Rauchsäule waren kilometerweit über den See hinweg sichtbar, einem der beliebtesten Urlaubsziele Italiens. Bis Samstagmorgen war das Feuer noch nicht unter Kontrolle, die Löscharbeiten konzentrierten sich auf die Eindämmung der Feuerfronten und den Schutz von Wohngebäuden.
Evakuierungen und Auswirkungen
Mehr als 200 Menschen wurden vorsorglich evakuiert, wie die italienische Feuerwehr mitteilte. Zu den Betroffenen gehörten Bewohner mehrerer Häuser, Gäste von Ferienwohnungen und Dutzende Touristen, die im Ferienkomplex La Forca untergebracht waren. Bis Samstagmorgen wurden keine Verletzten gemeldet. Das Feuer kam gefährlich nahe an bewohnte Gebäude in der Gegend heran. Der Gardasee ist besonders in der Sommersaison ein beliebtes Reiseziel deutscher Touristen.
- Feuer bricht in Olzano, Tignale, am Westufer des Gardasees aus
- Starker Wind treibt schnelle Ausbreitung voran; über 200 Menschen aus Häusern und Ferienkomplex evakuiert
- Canadair-Flugzeuge und Hubschrauber beginnen mit Wasserabwürfen aus der Luft
- Feuer noch nicht unter Kontrolle; Löscharbeiten dauern an
Löscheinsatz
Feuerwehr, Zivilschutz, Forstpolizei und Freiwillige arbeiteten die gesamte Nacht hindurch. Am Samstagmorgen wurden zwei Canadair-Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt, um die Flammen aus der Luft zu bekämpfen. Drei Feuerwehrfahrzeuge und zehn Freiwillige der Feuerwehr Riva del Garda verstärkten die Einsatzkräfte aus der Region Brescia. Mobile Wasserbehälter wurden aufgestellt, und aus dem Gemeindeschwimmbad in Tignale wurde Wasser gepumpt, um den Einsatz zu unterstützen. Bürgermeister Daniele Bonassi koordinierte die Logistik am Boden und bereitete die Unterstützung für die bei Tagesanbruch erwarteten Flugzeuge vor.
Offizielle Stimmen
Bonassi schilderte die Lage gegenüber italienischen Medien in drastischen Worten.
Man kann sehen, wie Bäume und Unterholz von den Flammen verschlungen werden. Der Himmel glüht rot, und der Wind vom See hinauf in die Berge treibt das Feuer immer weiter an.
Er warnte, dass die anhaltende Dürre und das schwierige Gelände besonders besorgniserregend für den laufenden Einsatz seien.
Weiterer Hitzewellen-Kontext
Italien leidet seit Wochen unter einer Hitzewelle, die sich von Norden nach Süden erstreckt und stellenweise Temperaturen von über 40 Grad erreicht. In fast allen großen Städten galten rote Alarmstufen für akute Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung. Der Po, der längste Fluss des Landes, führte sehr wenig Wasser. Prognosen zufolge sollten die hohen Temperaturen bis etwa zur Monatsmitte anhalten, was die Bedingungen für weitere Brandausbrüche im ganzen Land begünstigt.


